Freitag, 24. Mai 2019

Essstörungen - psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter

13. Oktober 2011
Essen ist etwas, das wir von unserem ersten Lebenstag an lernen. Wir lernen auch zu spüren, ob wir zuviel oder zuwenig gegessen haben, sowie auf körperliche Signale zu reagieren, die uns dieses Zuviel oder Zuwenig anzeigen.


Essen ist einerseits also lebensnotwendige Nahrungsaufnahme, anderseits aber auch ein soziales Ereignis. Gemeinsame Mahlzeiten im Familienkreis und mit Freunden sind gute Möglichkeiten, miteinander zu reden und erzeugen ein Gefühl der Vertrautheit. Ein weiterer Aspekt des Essens ist der Genuss.

Gerade die Fähigkeit Essen zu genießen, geht aber bei jenen Menschen verloren, die aufgrund von psychischen Problemen ihr Essverhalten auf gesundheitsgefährdende Weise ändern. Die Betroffenen können nicht mehr frei entscheiden, wann, was und wie viel sie essen. Das Essen oder das Nicht-Essen entwickelt sich zu einer Sucht, die nicht mehr kontrollierbar ist.

Krankhafte Essstörungen wie Magersucht und Ess-Brechsucht treten bei beiden Geschlechtern auf, allerdings sind mehrheitlich Frauen und Mädchen davon betroffen. Eine weitere in den Industrieländern verbreitete Form der Essstörungen ist Fettsucht.

Normalgewicht – Was ist das?
Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse ist bei der Einschätzung des Körpergewichtes von Durchschnittsbereichen auszugehen.

In diesem Sinne hat sich der Body-Mass-Index (Körpermasseindex, BMI) bewährt. Der BMI wird folgendermaßen berechnet:
BMI = Gewicht in Kilogramm, dividiert durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat

Beispiel:
BMI einer Person mit einem Körpergewicht von 65kg und einer Körpergröße von 1,75m BMI = 65 : 1,75² = 21,2
Normaler Gewichtsbereich für Frauen: 19 – 24 BMI, für Männer: 20 – 25 BMI

Es ist zu bedenken, dass der BMI auch nur ein Richtwert ist. Das bedeutet, dass bei der Einschätzung, ob jemand über-, unter- oder normalgewichtig ist, natürlich auch Faktoren wie Muskel- und Knochenbau zu berücksichtigen sind.
wichtig: bei Kindern und Jugendlichen gestaltet sich die Berechnung des BMI schwieriger, und sollte unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren (z. B. Wachstumsschübe) am besten von Fachleuten (z. B. FachärztInnen für Kinder- und Jugendheilkunde) durchgeführt werden.

Literatur:
1. Suchtpräventionsstelle Salzburg: Thema ist...Essen.; in Akzente
2. Bärbel Wardetzki: Bulimie: der Hunger nach Anerkennung
3. Trojovsky et al.: Anorexia nervosa – Magersucht; in Paediatrie und Paedologie 30, 1995), A93-99;
4. König et al.: Anorexie und Bulimie...wenn Essen unnatürlich wird; Informationsbroschüre der Österr. Ges. für Neurolgie und Psychiatrie
5. Saß, Wittchen, Zaudig: Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen (DSM-IV), Hogreve, 1998
6. Dt. Ges. f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychiatrie u.a.(Hrsg.) Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. Dt. Ärzteverlag, 3. überarbeitete Auflage 2007, S. 117 - 130

Autor: Dr. Gerlinde Stern-Pauer, Mag. Christian Reumann

kija_logoKinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information