Montag, 27. Mai 2019

Erste Hilfe nach der Weihnachtsvöllerei

Ausgabe 12/2011-01/2012
Können Sie den kulinarischen Festtagsverlockungen auch nicht widerstehen, wollen Ihren Darm aber nicht zu sehr belasten? GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie Ihre Verdauung trotz oder nach Weihnachten in Schwung bringen.

Foto: Sigrid Rossmann, Anne, Rainer Sturm - pixelio.de
Feinste Kekse, Stollen, Festtagsbraten, dazu Punsch, delikate Drinks, Wein und Schnaps ... Den kulinarischen Verlockungen der Weihnachtszeit kann kaum jemand widerstehen, doch darauf folgen allzu oft Verdauungsprobleme. „Gerade bei Festen und an Feiertagen ist die Versuchung groß, zu schnell zu viel von den verschiedenen, oft sehr fetten, kalorienreichen Köstlichkeiten zu sich zu nehmen. Dabei übergeht man leicht das eigene Sättigungsgefühl, das beim Essen normalerweise nach 15 bis 20 Minuten eintritt“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin und Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich, Rita Kichler. Und sie nennt auch die Folgen der Völlerei: „Danach fühlt man sich oft müde und einfach nicht fit, und bei der Verdauung kann es zu Problemen kommen.“

Rollentausch am Teller. Damit das gar nicht erst passiert, rät die Expertin, langsam zu essen und auf das Sättigungsgefühl zu achten. „Man sollte es auch öfter einmal beim Probieren belassen und den Teller nicht zu voll nehmen. Generell und besonders an Feiertagen empfiehlt sich ein Rollentausch am Teller. Das heißt pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte in den Mittelpunkt zu rücken und Fleisch und Fisch in kleinen Häppchen als Begleitung dazu.“

Vollkorn ist besser als sein Ruf. Was die von Ernährungsexperten oft empfohlenen Vollkornprodukte betrifft, so sind sie nicht nur optimale Ballaststoffquellen, sondern auch besser als ihr Ruf. Denn Vollkornmehl kann fast genauso fein vermahlen sein wie die bekannten Auszugsmehle, sodass man nahezu keinen Unterschied schmeckt. „Viele Backwaren werden bekömmlicher, wenn man einen Teil des hellen Mehles (etwa ein Drittel) durch Vollkornmehl ersetzt“, sagt Kichler, die auch auf Müslis und kernige Getreideflocken – mehrmals pro Woche als Start in den Tag, mit Früchten und Joghurt oder Milch kombiniert – als weitere gute Ballaststofflieferanten verweist.

Wichtige Ballaststoffe. Was die Verdauung noch in Schwung bringt, sind neben vielen Obst- und Gemüsesorten auch Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen, die am besten einmal pro Woche in den Speiseplan eingebaut werden sollten. Ballaststoffreich sind weiters Trockenfrüchte wie Dörrpflaumen, Datteln, Feigen, getrocknete Marillen etc., die sich als süße Nascherei zwischendurch eignen. Wichtig ist auch, viel Wasser, Mineralwasser, ungezuckerte Früchte- oder Kräutertees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte zu trinken, denn in diesen energiearmen Getränken können auch die Ballaststoffe gut aufquellen und so eine optimale Wirkung entfalten.

Bewegung fördert die Darmtätigkeit. Kichler rät auch zu ausreichend Bewegung, die die Darmtätigkeit fördert und die Darmmotorik anregt. Mit regelmäßigen Spaziergängen, Erledigungen mit dem Fahrrad und möglichst viel Alltagsbewegung kann man nämlich einem trägen Darm vorbeugen.

Wenn der Darm streikt. Ist „es“ aber doch passiert, so gibt es eine Reihe von Hausmitteln, um der Sache beizukommen. „Die schon beschriebene ballaststoffreiche Kost ist in diesem Fall optimal. Verdauungsfördernd wirken auch Trockenfrüchte, Weizenkleie und diverse Samen wie Leinsamen“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. „Wichtig dabei ist aber, sie mit reichlich Flüssigkeit zum Quellen zu bringen. Das bewerkstelligt man am besten, indem man die verdauungsfördernden Produkte in Wasser einweicht bevor man sie dem Müsli oder einem anderen Gericht beimischt.“ Was Abführmittel betrifft, so sollte man ihre Einnahme grundsätzlich mit dem Arzt besprechen, und sie sollten auch nur dann als Lösung bei Verdauungsproblemen in Betracht gezogen werden, wenn es nicht möglich ist, die Beschwerden über die Ernährung allein zu lindern.


Beratung bei Ernährungsfragen:
Ernährungshotline des Fonds Gesundes Österreich:
0810 810 227 (max. 10 Cent/Minute Montag – Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr beantworten unabhängige Expertinnen der Ernährungshotline Fragen rund um gesunde Ernährung.
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