Sonntag, 19. Mai 2019

Erste Hilfe gegen Husten

Ausgabe 12/2011-01/2012
Wo man geht und steht, wohin man sich dreht und wendet, die Welt hustet einem was. Und schwupps – ist man selbst Teil der keuchenden Bevölkerung. Wie es dazu kommt und vor allem wie man den Husten wieder los wird, lesen Sie hier.

Foto: benicce Eigentlich ist so ein Husten ja was Tolles: Ist er doch ein Reflex des Körpers, der Fremdkörper aus unseren Atemwegen entfernt. Handelt es sich dabei etwa um Staub, Schmutz oder auch verschluckte Gegenstände – und das kommt, beispielsweise bei Kindern, gar nicht mal so selten vor –, sollten diese dank eines Hustenanfalls bald wieder draußen sein. Werden die Fremdkörper allerdings in den Atemwegen selbst produziert, wird man wohl oder übel mit vielen Hustenattacken rechnen müssen. Der Husten ist dann nämlich ein Krankheitssymptom, meist im Rahmen einer Erkältung oder einer Bronchitis. Dabei gelangen Viren, mitunter auch Bakterien, in unsere Atemwege.

Bei einem grippalen Infekt ist der Husten zuerst meist trocken. Verursacht wird ein solcher Reizhusten durch eine Entzündungsreaktion: Die Sensoren an den Schleimhäuten der Luftröhre und Bronchien – das sind jene Teile, die die Luft in unsere Lunge transportieren – werden gereizt. In der Folge wird ein zäher Schleim produziert und dieser ist für die Reizung verantwortlich. Allerdings schafft es der Körper zu diesem Zeitpunkt noch nicht, den zähen Schleim hinaus zu befördern. Erst nach einigen Tagen beginnt sich dieser zu lösen und kann abgehustet werden.

Medizin aus Apotheke und Natur. Wirkstoffe wie Codein (streng rezeptpflichtig!) vermögen den Hustenreiz zu lindern, indem sie den Hustenreflex im Gehirn unterdrücken. Um die Schleimhautentzündung im Hals und in den Bronchien zu lindern, können zudem entzündungshemmende Mittel, zum Beispiel kortisonhaltige Inhalationen, angewendet werden. Die in den Hustenlösern enthaltenen Wirkstoffe vermindern die Zähigkeit des Schleims, machen ihn flüssig und sorgen dafür, dass er besser abgehustet werden kann.

Hilfe aus der Natur. Wer sich jedoch nicht die Chemiekeule geben will, greift zu altbewährten Hausmitteln: Neben Tees aus Kamille, Fenchel, Anis und Salbei, vermindern vor allem jene aus Eibischwurzel, Spitzwegerich und Sonnentau den Hustenreiz. Ebenso Reiz lindernde, insbesondere aber schleimlösende Wunder wirkt Thymian – ob als Tee, zum Inhalieren oder in Form von Tropfen auf einem nassen Handtuch auf dem Heizkörper. Auch zu empfehlen sind warme Brustwickel mit Kartoffeln. Dafür zerquetscht man vier heiße Pellkartoffeln auf einem Küchentuch, schlägt dieses ein und verteilt die Kartoffelmasse mit einem Nudelholz. Achtung! Der Kartoffelbrei ist mitunter sehr heiß. Daher sollte man den Wickel ein bisschen abkühlen lassen, bevor man diesen auf die Brust legt. Zugedeckt mit einem großen Handtuch und einer Wolldecke, bleibt man so 20 Minuten liegen.

Der besondere GESÜNDER LEBEN-Tipp: Ein selbstgemachter Der besondere GESÜNDER LEBEN-Tipp: Ein selbstgemachter Hustensaft aus Zwiebeln wirkt wie Balsam auf den entzündeten Atemwegen.

Muss ich zum Arzt? Der durch die Erkältung geschwächte Körper ist leider anfällig für eine zusätzliche bakterielle Infektion und diese gehört mithilfe eines Antibiotikums behandelt. Ein Anzeichen ist etwa ein grünlich-gelber Auswurf – bei einem grippalen Infekt ist er weißlich-schleimig. Wegen eines Erkältungshustens muss man nicht unbedingt zum Arzt, dagegen sind ja zahlreiche Kräuter gewachsen …

Hustensaft – selbst gemacht
  1. Einfach eine Zwiebel in möglichst kleine Würfel schneiden und in eine Keramikschüssel geben.
  2. Kaltes Wasser hinzufügen, sodass die Zwiebelwürfel leicht im Wasser schwimmen.
  3. Vier bis sechs gehäufte Esslöffel Zucker (vorzugsweise Rohrzucker) hinzufügen und verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  4. Damit ist der Hustensaft fertig angesetzt und sollte gut zwei Stunden im Kühlschrank stehen. Am besten deckt man die Schüssel mit einer Untertasse ab, damit die Inhaltsstoffe möglichst vollständig erhalten bleiben.
  5. So konserviert, kann der Zwiebel-Hustensaft bis zu vier Tage verwendet werden.

Anwendung:
  • Drei Mal täglich etwa zwei bis drei Esslöffel einnehmen. Dabei sollte der Esslöffel flach in den Saft eingetunkt werden, sodass nur die Flüssigkeit auf den Löffel gelangt.
  • Der Geschmack ist zuerst süßlich, dann erst kommt die Zwiebelnote – sicher nichts für Feinschmecker, aber dieser Hustensaft wirkt tatsächlich (wir haben‘s getestet!).
  • Unangenehmer Nebeneffekt: Mundgeruch. Aber dagegen helfen Pfefferminzdragees oder Zähneputzen.

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