Sonntag, 22. September 2019

Erste Hilfe bei kleinen Wehwehchen

Ausgabe 2017.04
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Im Alltag können Sie sich schnell eine Verletzung zuziehen. gesünder leben verrät, wie Sie richtig handeln und wann Sie doch zum Arzt sollten.


Foto: Can Stock Photo - Icefront

Das kann schnell passieren: Das Knie ist aufgeschunden, am Unterarm bildet sich eine unschöne Brandblase oder der Zeigefinger war beim Gemüseschneiden im Weg. Hier bieten wir Ihnen – gemeinsam mit Expertin Mag. Nadja Hauser, Mitglied des Österreichischen Apothekerverband-Vorstandes – einen kleinen Auffrischungskurs zum Thema „Erste Hilfe bei kleinen Wehwehchen“.

Für Wehwechen gut gerüstet

Das sollte in jeder Heimapotheke zu finden sein!

  • Desinfektionsmittel
  • Pflaster in verschiedenen Größen
  • Mullkompressen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Fieberthermometer
  • Fiebersenkende Medikamente
  • Schmerzmittel
  • Mittel gegen Übelkeit und Durchfall
  • Mittel gegen Halsschmerzen
  • Individuelle, vom Arzt verschriebene Medikamente

VERBRENNUNGEN
Verbrennungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Haushalt. „Prinzipiell kommt es hier auf den Grad und die Größe der Verbrennung an“, betont Hauser. „Wenn mehrere Hautschichten beziehungsweise mehr als 15 Prozent des Körpers betroffen sind, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.“ Auch Verbrennungen am Kopf oder an den Geschlechtsteilen dürfen nicht von Laien behandelt werden. Ansonsten gilt: Bringen Sie sich schnell aus der Gefahrenzone und schalten Sie zur Sicherheit beispielsweise die Herdplatte aus, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Ist die verbrannte oder verbrühte Körperstelle von einem Kleidungsstück bedeckt, ziehen Sie dieses vorsichtig aus. „Wichtig ist, die Rötung sofort unter lauwarmem Wasser einige Minuten lang zu kühlen“, erklärt Hauser, fügt aber hinzu: „Der häufigste Fehler ist, zu Eiswürfeln zu greifen. Dann ist die Gefahr groß, das ohnehin verletzte Gewebe zusätzlich zu beschädigen!“ Hat sich bereits eine Brandblase gebildet, sollte diese nicht aufgestochen werden. Bei leichten Verbrennungen reicht in der Regel eine Brandsalbe aus, bei einem etwas höheren Verbrennungsgrad sollte die Wunde verbunden werden. Hauser rät hier zu aluminiumbedampften Wundauflagen, da diese besonders weich sind und der Verbandsstoff nicht mit der Wunde verklebt.

VERÄTZUNGEN
Verätzungen der Haut oder auch des Magen-Darm-Trakts kommen durch chemische Stoffe zustande, wie zum Beispiel Säuren oder Laugen. „Wurde die Chemikalie verschluckt, gilt: Zwingen Sie sich nicht zum Erbrechen!“, betont Hauser. „Dadurch kommt die Speiseröhre nicht nur ein zweites Mal mit der verätzenden Flüssigkeit in Kontakt, sondern wird durch die Magensäure zusätzlich gereizt oder gar geschädigt.“ Die Expertin rät, den Mund auszuspülen und lauwarmes Wasser zu trinken, um die Chemikalie zu verdünnen. Wurde „nur“ die Haut verätzt, waschen Sie die betroffene Stelle mit lauwarmem Wasser ab. Zudem sollte stets der Notruf verständigt werden: „Halten Sie die Verpackung der Chemikalie in Griffweite und berichten Sie dem Notarzt genau, mit welcher Flüssigkeit Sie in Berührung kamen und um welche Art der Verätzung es sich handelt.“

SCHNITTWUNDEN
Auch oberflächliche Schnittwunden gehen meist mit starker Blutung einher. „Das ist gut, da so die Wunde automatisch gereinigt wird“, beruhigt die Apothekerin. Bei kleinen Schnittwunden ist ein Pflaster in der Regel ausreichend, bei größeren Wunden muss die Blutung mittels eines Wundverbands gestillt werden. Verwenden Sie eine sterile Kompresse und befestigen Sie diese mit einer Mullbinde. Beide Materialien sollten luftdurchlässig sein. „Wichtig ist, dass der Verband einen leichten Druck ausübt, damit die Blutung gestoppt wird“, erklärt Hauser, betont aber: „Der Druck darf dabei nicht so stark sein, dass die Durchblutung des Armes oder Beines behindert wird!“ Wenn die Haut im Bereich des Verbands weißer wird, wissen Sie: Der Verband ist zu fest. Lagern Sie den betroffenen Körperteil hoch. Größere Wunden müssen von einem Arzt versorgt wurden.

Übersicht zu diesem Artikel:
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Seite 2 Weitere Wunden

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