Mittwoch, 22. Mai 2019

Erkältung oder Grippe?

Ausgabe 12.2014-01.2015
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Die Influenza wird häufig mit grippalen Infekten, also fieberhaften Erkältungskrankheiten, verwechselt. gesünder leben zeigt, wie sich die beiden Erkrankungen voneinander unterscheiden.


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Habe ich eine Grippe? Oder doch „nur“ eine Erkältung?
Soll ich im Bett bleiben – oder doch zur Arbeit gehen?
Muss ich einen Arzt konsultieren?
Helfen mir nur Antibiotika oder gibt es effiziente Hausmittel?

Ursachen
Grippaler Infekt „Eine herkömmliche Erkältung wird durch mehr als 200 verschiedene Krankheitserreger verursacht“, erklärt Dr. Johannes Schwarzer, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten in Wiener Neustadt. Der folgenreiche Cocktail enthält vorwiegend Rhino-, Adeno- oder Coronaviren, die sich im Luftstrom der Atemluft bzw. in feinen Tröpfchen befinden. Diese nur 15 bis 300 Nanometer winzigen Quälgeister werden beim Niesen oder Husten verbreitet und befallen die oberen Luftwege wie Nase, Rachen oder Bronchien. Die Erkrankung kann sich auch auf einen der Bereiche beschränken. Grippale Infekte treten häufig in den Wintermonaten auf. Und das ist kaum verwunderlich, denn: „Durch die Kälte und oft trockene Heizungsluft werden die Schleimhäute empfindlicher; außerdem wird die Wahrscheinlichkeit der Tröpfchenübertragung größer, je enger wir Menschen zusammenrücken. Und das tun wir ganz automatisch, wenn es draußen kalt ist“, so Sozialmediziner Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze. Die Gefahr einer Infektion ist zudem bei körperlicher Erschöpfung und psychischer Belastung erhöht.

Influenza  Die „echte Grippe“ ist zwar auch eine Virusinfektion, wird aber durch andere Erreger ausgelöst. „Dabei handelt es sich hauptsächlich um Influenza-A- und Influenza-B-Viren. Die Ansteckung erfolgt durch winzige Tröpfchen, die von infizierten Menschen größtenteils durch Husten, Sprechen oder Niesen verbreitet werden. Die Erreger bleiben aber auch an Händen oder Türklinken haften“, so Schwarzer. Grippeviren gehören auf der ganzen Welt zu den am meisten gefürchteten Krankheitserregern. „Da sie sich oft verändern, werden Influenzaviren jährlich neu bestimmt, um sie besser zu behandeln“, erklärt Kunze. Grippesaison ist v. a. im Spätherbst und im Winter. In Österreich sind pro Jahr etwa fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen und bis zu 15 Prozent aller Kinder von der Epidemie betroffen.

SYMPTOME
Grippaler Infekt  Typische Anzeichen einer „Erkältung“ sind eine rinnende Nase, trockener Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und manchmal Fieber. Sie können einzeln oder in Kombination auftreten. „Grippale Infekte sind durch einen langsamen Erkrankungsbeginn gekennzeichnet. Symptome wie beispielsweise der bekannte Schnupfen steigern sich schleichend“, erläutert Schwarzer.

Influenza  „Im Gegensatz zum grippalen Infekt beginnen die Symptome einer Influenza schlagartig“, so Kunze. „Binnen kürzester Zeit, also innerhalb weniger Stunden, werden Betroffene von Schüttelfrost, Gliederschmerzen und hohem Fieber geplagt.“ Hinzu können sich eine „laufende“ Nase, ein entzündeter Rachen oder Kopfschmerzen gesellen. „Der oft quälende Reizhusten kann über Wochen andauern. Gelegentlich machen sich auch Magen-Darm-Beschwerden bemerkbar“, ergänzt Schwarzer. Begleitet wird die Erkrankung von einem allgemein starken Krankheitsgefühl.


KRANKHEITSVERLAUF
Grippaler Infekt Normalerweise heilt eine Erkältung ohne Folgen schnell wieder ab. Die Akutphase dauert im Regelfall ca. drei Tage; bis zur vollständigen Genesung können ein bis zwei Wochen vergehen. Allerdings werden die gereizten Schleimhäute anfälliger für die Besiedelung durch Bakterien, wodurch eine Superinfektion (z. B. Mittelohr- oder Lungenentzündung) entstehen kann. Besonders gefährdet sind hier Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächter Immunabwehr.

 Influenza  Selbst ein intaktes Immunsystem braucht sieben bis zehn Tage, um die Viren abzuwehren. „Noch Wochen nach der Influenza leiden die Patienten an einer oft ausgeprägten Leistungsschwäche und einem Unwohlsein“, weiß Schwarzer. Bakterielle Infektionen sind oft leidige Folgeerscheinungen. „In Österreich erkranken jährlich Hunderttausende Menschen an einer Influenza, Komplikationen führen bei etwa 1.000 Patienten zum Tod. Hochrechnungen gehen davon aus, dass pro Jahr mehr Menschen an der ,echten‘ Grippe versterben als bei Verkehrsunfällen“, gibt Kunze zu bedenken.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Erkältung oder Grippe?
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