Samstag, 24. August 2019

Entspannen Sie sich! - Meditation

Ausgabe 2019.05
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Meditation
Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff, unter dem viele verschiedene Methoden zusammengefasst werden: von religiösen Formen wie Vertiefung in Gebete bis hin zu intensiver Besinnung auf den eigenen Atem. Gemeinsames Element ist, die Aufmerksamkeit ohne die Motivation, etwas Spezielles erreichen zu wollen, nach innen oder auf ein Objekt zu wenden und dabei aller ablaufenden körperlich-seelischen Prozesse voll gewahr zu werden. Bei leichten psychischen, psychosomatischen und somatischen Beschwerden kann Meditation helfen, wobei diese vor allem eine ergänzende und nicht alleinige Behandlungsmethode darstellt. Auch als Vorbeugung für Erkrankungen ist Meditation ratsam. Der wichtigste Tipp für Menschen, die noch nie meditiert haben: Nehmen Sie sich nichts vor und versuchen Sie nicht, mit Meditation etwas Bestimmtes zu erreichen. Meditieren sie, um zu meditieren. Wenn es am Anfang nur fünf Minuten lang gelingt, ist das nicht schlimm! Es geht nicht um Effektivität, Geschwindigkeit, Rekorde oder darum, dem Zeitgeist nachzueifern, sondern vielmehr darum, mehr und mehr „im Augenblick zu sein“ und vollumfänglich präsent zu werden.

Achtsamkeitsarbeit
Achtsamkeitsarbeit basiert genauso wie viele Meditationen auf der wachen Moment-zu-Moment-Aufmerksamkeit, die alle inneren und äußeren Vorgänge mit großer Akzeptanz möglichst umfassend wahrnimmt, ohne sie zu bewerten oder innerlich daran zu haften. Achtsamkeitsarbeit wird mittlerweile auch bei Störungsbildern wie zum Beispiel bei Depression, Angststörungen und Suchterkrankungen eingesetzt. Ein Kurs in achtsamkeitsbasierter Stressreduktion umfasst oft Übungen zur Körperwahrnehmung (bekannt ist hier der Body-Scan), zur Atemmeditation und aus dem Yoga. Hinzu kommen themenspezifische (Haus-)Aufgaben, mit denen beispielsweise Akzeptanz in den Alltag transferiert oder der sogenannte „Anfängergeist“ geschult wird: Das heißt, eine Alltagsroutine wie Schuhe-Zubinden wird mindestens eine Woche lang mit größter Aufmerksamkeit ausgeführt – und zwar immer so, als wäre es das erste Mal. Achtsamkeitsarbeit zeigt gute Ergebnisse im Präventions- und therapeutischen Bereich, aber auch bei der Rehabilitation und zur Unterstützung medizinischer Behandlungen selbst schwerer Erkrankungen wie Krebs oder HIV.

Yoga
Yoga ist ein komplexes Übungssystem, das ursprünglich vor einem südasiatischen religiösen Hintergrund unter anderem aus körperlichen und seelischen Reinigungsritualen entstanden ist. Neben der Entspannung wird auch körperliche Ertüchtigung bewirkt, weswegen neben psychischen und psychosomatischen Beschwerden zum Beispiel auch Herzkreislauf-, orthopädische und einige internistische Krankheiten positiv durch Yoga zu beeinflussen sind. Der Übungsweg besteht aus bestimmten, zum Teil recht fordernden Körperstellungen und Atemübungen, die mit achtsamer Konzentration praktiziert werden, sodass der Geist in den Übungen meditativ zur Ruhe kommen kann. Wegen der Komplexität ist qualifizierte Anleitung und Hilfestellung wichtig!

Tai-Chi und Qigong
Tai-Chi ist eine Form von Meditation in Bewegung, deren Ursprünge in asiatischen Kampfkünsten liegen, die im Tai-Chi sehr verlangsamt und achtsam durchgeführt werden. Qigong ist eine damit verwandte Form von Heilgymnastik, die ebenfalls auf traditioneller chinesischer Medizin basiert, genauer: auf der Lehre von der Balance beziehungsweise der Stärkung der (Lebens-)Energien und ihrer Meridiane. Die Indikationsgebiete von Tai-Chi und Qigong umfassen neben der Stressbewältigung auch präventive Aspekte sowie die Unterstützung bei der Behandlung zum Beispiel orthopädischer Beschwerden oder Herzkreislauf-Erkrankungen.

Biofeedback
Neuro- und Biofeedback bezeichnet Methoden, bei denen Muskelspannungen, nervliche Impulse und andere körperliche Vorgänge gemessen und in optische oder akustische Signale umgewandelt werden. So lassen sich feinste Erregungen nachweisen, zudem geben die Geräte auch Rückmeldung über (Mikro-) Entspannungsprozesse. Neuro- und Biofeedback können so helfen, selbst sehr spezifische Körperregionen zwecks Entspannung zu trainieren, wie zum Beispiel die Kiefermuskulatur beim Zähneknirschen oder relevante Gefäße bei bestimmten Formen der Migräne. Auch eine Kombination beispielsweise mit autogenem Training kann im Sinne einer objektiven Lernerfolgskontrolle sehr hilfreich sein. Ein bisher noch ungelöstes Problem ist die mangelnde Qualitätskontrolle bei der Durchführung von Neuro- und Biofeedback, weshalb es für Laien nicht leicht ist, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden.

Üben Sie täglich!
Zum Erlernen von Entspannungsverfahren ist eine Gruppe zu empfehlen, meint Husmann, „denn hier wird nicht nur auf die richtige Ausführung geachtet, es werden auch die eigenen Erfahrungen besprochen und somit das persönliche Lernen sowie die Motivation gefördert. Zudem kann jeder von den Erfahrungen anderer Teilnehmer lernen.“ Von CDs, DVDs und Apps rät der Experte ab: „Diese sind lediglich Appetizer und nur scheinbar bequem, sie ersetzen aber nicht das eigenständige Üben.“ Denn egal, für welches Entspannungsverfahren Sie sich entscheiden: Regelmäßiges Praktizieren ist unverzichtbar! Husmann rät zum täglichen Üben im Ausmaß von zehn bis dreißig Minuten, damit die geschilderten Wirkungen nach einigen Monaten auch eintreten.

Übersicht zu diesem Artikel:
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