Sonntag, 22. September 2019

Energie und Vitalisierung

31. August 2011
Energie und Vitalisierung – die Idee vom inneren Feuer



Wenn wir vom Ausbrennen sprechen, denken wir an das innere Feuer, welches langsam auszugehen droht. In unserer Gesellschaft hat sich das Bild von der inneren Energiequelle, vergleichbar mit einem Auto vom inneren Treibstofftank, verankert. Was aber wenn die Balance zwischen Tanken und Verbrauchen nicht mehr gewahrt ist? Dieses visuelle Gleichnis verdreht aber die Realität in Richtung betanken von außen. Dies ist auch der Nährboden für ein Denken und eine Haltung, dass man durch Ausruhen, Nichtstun und Zufuhr von Wohltaten wie Massagen, Sauna, gutes Essen, Erholung in der Hängematte etc. wieder auftanken könnte – davon lebt mittlerweile eine ganze Wellnessindustrie!

Der Mensch ist aber kein Auto und funktioniert demnach auch anders. Seine Energie kommt nicht, oder zumindest nicht ausschließlich vom Tanken von außen, sondern ist abhängig von einem Vitalisierungsprozess von innen.

Auftanken geht nicht durch Nichtstun!
Wer darauf wartet, dass die Energie schon wiederkommt kann bildlich gesprochen „lange in seiner Hängematte warten“. Man wird feststellen, dass man durch das Nichtstun ständig schlapper und schlapper wird und ist geneigt zur

Einstellung: „jetzt habe ich mich 2 Wochen versucht zu erholen und fühle mich immer noch so müde. Ich glaube ich muss das nächste Mal 3 Wochen am Stück Urlaub machen.“

Auch 5 Wochen am Stück werden bei diesem Versuch der Entspannung nichts bringen!

Die Lösung liegt in der Aktivität und im Wechsel von Anspannung und Entspannung. Nur so, durch Bewegung und Rhythmus, wird die innere Energie aktiviert und kann gespürt und genutzt werden (siehe Neuroimagination).

Vitalisierung als Basis der inneren Balance
Um die Grundlage von Burn-out zu verstehen, scheint es notwendig, sich erst einmal mit dem Zustand zu beschäftigen, den es zu erreichen bzw. zu erhalten gilt: es ist der Zustand der inneren Ausgeglichenheit, des kraft- und energievollen Fühlens, die Empfindung von innerer Ruhe und ausreichender Kraft – und dies alles auf Basis der inneren Balance.

Der Mensch ist ein bedürfnisgesteuertes Wesen. Wenn er ein Bedürfnis verspürt, führt dies zur Anspannung und erst die Bedürfniserfüllung bewirkt Entspannung. Die Anspannung setzt Hormone frei und es entsteht ein Gefühl von (innerer) Kraft und Vitalität. Wenn wir diese Kraft in eine Handlung umsetzen die der Bedürfniserfüllung dient, werden die Hormone abgebaut und es folgt Entspannung.

Wenn jedoch dieses Bedürfnis nicht befriedigt werden kann sondern eher steigt, wenn diese Hormone nicht in Energie umgesetzt werden können, dann nimmt die Anspannung stetig zu. Dies bildet die Grundlage für ein gestörtes inneres System.

Andererseits geben uns eben die Herausforderung und die damit verbundene Aussicht auf Erfolg Kraft durch den hormonellen Zustand der sich einstellt.

Wenn wir Vitalisierung näher betrachten, müssen wir uns auch der Bedeutung der Stresshormone widmen.

Stress und Vitalisierung:
Wenn eines unserer Sinnesorgane irgendeinen Reiz in unser Gehirn sendet, ist dies immer ein Zusammenspiel mehrerer, unbewusster Sinneswahrnehmungen in einem Bruchteil von Sekunden. Dieser Reiz wird im Gehirn durch die sogenannte Amygdala (Mandelkern) mit den im Großhirn abgelegten Erfahrungen verglichen und überprüft. Aufgrund dieser Überprüfung wird dann die zur Bewältigung dieses Reizes notwendige Hormonproduktion ausgelöst – unser „Barmixer“ im Gehirn mixt sozusagen einen seiner Meinung nach richtigen, passenden Cocktail.

Adrenalin ist das erste Krafthormon welches ausgeschüttet, d.h. dem Körper zur Bewältigung einer Anforderung zur Verfügung gestellt wird. Wenn wir darauf achten würden, könnten wir eine Veränderung an den Gefäßen, das Ausdehnen oder Zusammenziehen, wahrnehmen.

Dies alles passiert jedoch noch bevor der Reiz in unserem Bewusstsein angelangt ist. Dorthin gelangt er erst, wenn die Amygdala ihn zum Hipocampus weiterleitet und dort die einzelnen Sinnesinformationen der Sinnesorgane sortiert und zusammengeführt werden.

Erst wenn diese Informationen als Ganzes in die andere Gehirnhälfte zum sogenannten Broca-Zentrum weitergeleitet werden, können wir mit unserer Logik und Vernunft auf diese Informationen zugreifen. Bis dies geschieht, hat unser Körper aber schon lange darauf reagiert, er hat unser Bedürfnis fernab jeglicher bewusster Steuerungsmöglichkeit bemessen und den entsprechenden Hormoncocktail ausgeschüttet. Erst wenn wir auf die Situation reagiert haben wird sie als beendet angesehen und entsprechend im Gehirn abgelegt.

Wir erleben also eine körperliche Reaktion, noch bevor wir mit unserem willenssteuerbaren Teil des Gehirns etwas davon mitbekommen. Die Amygdala entscheidet aufgrund der im Großhirn abgelegten Bewertungen die Größe der Portion Stresshormone die ausgeschüttet werden. Je schwieriger die Aufgabe erscheint, desto mehr hormoneller Betriebsstoff wird produziert und ausgeschüttet. Wenn die Aufgabe bewältigt ist, wurde Adrenalin abgebaut, Cortisol (welches das Krafthormon Adrenalin begleitet) wurde reduziert und der Mensch kommt in die Entspannung. Die Gefäße entspannen sich, der Blutfluss wird ruhiger was sich erholend auf den ganzen Körper auswirkt.

Jeder Mensch hat also seine eigene und sehr persönliche Stressanfälligkeit, die nicht willenssteuerbar ist. Die eigenen Stressoren zu erkennen ist daher genauso wichtig wie die Möglichkeit des Umlernens in Betracht zu ziehen.
Die Hormonbildung ist ein biologischer Prozess, der nach jeder Wahrnehmung geschieht bevor die Information tatsächlich in den bewussten und damit steuerbaren Hirnteil eintritt.


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