Mittwoch, 19. September 2018

Endlich Reha für Kinder

Ausgabe 2018.04
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Ob eine neue Hüfte, Rückenprobleme oder Herz- und Lungenerkrankungen: Für Erwachsene ist es selbstverständlich, nach großen Operationen, mit internistischen oder orthopädischen Problemen auf Rehabilitation zu gehen. Die Sozialversicherungsträger bezahlen es und vom Arbeitgeber bekommt man frei. Bei Kindern steckt Rehabilitation nach schweren Erkrankungen leider in den sprichwörtlichen Kinderschuhen. Dass es 2018 drei auf Kinder spezialisierte Reha-Zentren gibt und bis Mitte 2019 insgesamt sechs zur Verfügung stehen werden, ist den unermüdlichen Bemühungen einiger Ärzte und betroffenen Personen zu verdanken.


Foto: iStock-ia_64

Kampf für Kinder. Einer von ihnen ist Markus Wieser, Obmann des 2009 von ihm gegründeten „Fördervereins Kinder- und Jugendlichenrehabilitation in Österreich“. Anlass dafür war seine eigene familiäre Notsituation: „Meine Tochter erkrankte im November 2008 an akuter myeloischer Leukämie und war im St. Anna Kinderspital in Betreuung. Ich habe in dieser Zeit die medizinische und organisatorische Betreuung schätzen gelernt. Die vielen Gespräche mit anderen betroffenen Eltern und Ärzten, aber auch Informationen von Eltern, deren Kinder andere Krankheiten hatten, haben mich motiviert, die ,Initiative Kinder- und Jugendlichenrehabilitation in Österreich’ ins Leben zu rufen. Denn nach der Intensivbehandlung im Spital gab es keine Nachbetreuung als Leistungsanspruch. Außerdem fehlten kindgerechte Rehabilitationseinrichtungen, um den Betroffenen und auch deren Familienangehörigen die Möglichkeit zu geben, gemeinsam den Weg zur Genesung zu finden.“ Kopfschüttelnd fügt Wieser hinzu: „Es gab über 7.000 Betten für Erwachsene, aber kein einziges für Kinder und Jugendliche in eigenen Einrichtungen! Man musste dafür nach Deutschland fahren! In Zukunft gibt es nun sechs altersgerechte Rehazentren mit insgesamt 343 Betten und elf Indikationsgruppen. Kinderärzte haben nun auch in Österreich die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche mit onkologischen und schweren Stoffwechselerkrankungen, mit Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparates, nach Herzoperationen oder Erkrankungen der Atemwege sowie psychosozialen Problemen in Rehazentren zu schicken.“

Rehabilitationszentren für Kinder in Österreich

Diese sechs Zentren haben bereits geöffnet oder sind in Bau.

  1. Judendorf-Straßengel (Stmk.) bereits in Betrieb.
    Für neurologische, neuroorthopädische und orthopädische Erkrankungen. 31 Betten für mobilisierende Indika­tionen. 31 Betten für Begleitpersonen.
  2. St. Veit im Pongau (Sbg.) ab Juni 2018 - 20 Betten für Rehabili­tation nach hämato-onkologischen und immunologischen Erkrankungen, 12 Betten für Krankheiten des Stoffwechselsystems und Verdauungsapparates sowie 50 Betten für Begleitpersonen oder die dazugehörigen Familien im Rahmen der familienorientierten Onkologie-Rehabilitation.
  3. Wildbad-Einöd (Stmk.) ab 2018 - 28 Betten für Herz-Kreislauf- und Pulmologie-Rehabilitation, 24 Betten für psychosoziale Rehabilitation. 28 Betten für Begleit­personen.
  4. Wiesing (T) ab Sommer 2019 - 22 Betten für mobilisierende Indikationen, 15 Betten für psychosoziale Rehabilitation. 22 Betten für Begleit­personen.
  5. Rohrbach-Berg (OÖ) ab Mai 2019 - 36 Betten für mobilisierende Indikationen, 17 Betten für Herz-Kreislauf- und Pulmologie-Rehabilitation, 24 Betten für psychosoziale Rehabilitation. 67 Betten für Begleitpersonen.
  6. Bad Erlach (NÖ) ab Juni 2019 - 67 Betten für mobilisierende Indikationen, 47 Betten für psychosoziale Rehabilitation. 106 Betten für Begleitpersonen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Endlich Reha für Kinder
Seite 2 Engagement für die Allgemeinheit

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