Montag, 18. Dezember 2017

Einfach weg, einfach loslassen

Ausgabe 2017.10
Seite 1 von 2

Behalte nur, was dir Freude macht! Wer nach diesem Motto agiert und sein Leben regelmäßig „ausmistet“, lebt glücklicher und zufriedener. gesünder leben hat die sieben wichtigsten Fakten zu einem weltweiten Trend.


Foto: iStock-tom-iurchenko

Sie wurde schon als Zen-Version von Aristoteles bezeichnet, hat sieben Millionen Bücher in 27 Sprachen verkauft und ihr Nachname fungiert in den USA mittlerweile sogar als Verb. „To kondo“ heißt es immer, wenn Menschen Ordnung in die vier Wände bringen und unnötigen Besitz loswerden. Aufräumen ist in. Den Trend entfacht hat Ordnungs-Expertin Marie Kondo mit ihrer „KonMari“-Methode. Die Quintessenz daraus: Behalte nur, was dir Freude macht. GESÜNDER LEBEN hat die wichtigsten Tipps der japanischen Erfolgsautorin zusammengefasst und mit  Gesundheitspsychologin Univ.-Doz. Dr. Birgit U. Stetina über die Psychologie des Aufräumens gesprochen. Damit Ihrem Herbstputz nichts mehr im Wege steht!

1 Die Kraft der Vorstellung. Allem Anfang mag laut Heinrich Hesse ein Zauber inneliegen – geht es jedoch ans Ausmisten, ist gerade der Start meist die härteste Phase. Marie Kondo rät, sich genau vorzustellen, wie die eigenen vier Wände nach der Aufräum-Aktion aussehen werden. Das innere Bild vor Augen fungiert alsdann als Antriebsmotor, um die Vorstellung in die Realität umzusetzen.

2 Nicht aus der Reihe tanzen! Will man die KonMari-Methode erfolgreich anwenden, ist die Einhaltung einer bestimmten Reihenfolge essenziell: Erst wird überflüssigen Kleidungsstücken der Garaus gemacht, danach geht es ans Bücherregal. Es folgen Papiere und Kleinkram, zum Schluss sortiert man Erinnerungsstücke aus. Nach diesem Prinzip geht es erst Dingen an den Kragen, die man leichter loslässt. Die Königsdisziplin – das Aussortieren emotionaler Dinge – erfolgt am Schluss.

3 Ode an die Freude. Viele, die schon einmal vor einem Berg von Besitztümern gesessen sind, um deren Dezimierung voranzubringen, kennen das Problem: Das Aussortieren, das gedanklich gerade noch so leicht vorstellbar war, ist plötzlich unmöglich. Den selbst gestrickten Pullover der Großmutter hat man zwar noch nie getragen, aber der ideelle Wert! Die Lieblingsjeans passt zwar nicht mehr, aber vielleicht ändert sich das noch? Und die Postkartensammlung schaut man doch bestimmt noch einmal gerne an, irgendwann? Um aus dieser Zwickmühle zu gelangen, rät Kondo, jeden Gegenstand in die Hand zu nehmen und sich die Frage zu stellen: „Bringt mir das Freude?“ Lautet die Antwort „Nein“, wird gnadenlos aussortiert.

4 Der Zauber der praktischen Dinge. Wer jetzt Angst hat, sich von Nagelschere, Zahnbürste oder Mistkübel trennen zu müssen – allesamt Dinge, die nicht unbedingt Freude im Leben versprühen –, darf beruhigt aufatmen. Gegenstände des täglichen Lebens können einem durchaus ans Herz wachsen, etwa indem man sich täglich bei ihnen bedankt. Kondo hat dies als Ritual in ihren Alltag eingebaut und rät ihren Lesern, es ihr gleichzutun. So lobt sie beispielsweise abends ihre Schuhe, die sie mit sicherem Halt durch den Tag gebracht haben. Auf die gleiche Art spricht sie mit ihren Socken, der Bürste, der Handtasche – kurz gesagt mit allen Alltagsgegenständen – und verleiht ihnen dadurch ein Seelenleben.

5 Vertikal statt horizontal. Ist der Kleiderberg reduziert, geht es ans Falten. Natürlich überlässt die Japanerin auch hier nichts dem Zufall, sondern hilft mit der passenden Falttechnik, Ordnung ins Chaos zu bringen. Die Quintessenz: Alle Textilien lassen sich mit den richtigen Kniffen in eine rechteckige Form bringen, um sodann ihr Leben in aufrechter Haltung in den Laden zu verbringen. Diese vertikale Verstautechnik sorgt für Überblick und ermöglicht es, das gewünschte Teil mit einem Griff zu schnappen.

6 Alles an seinem Platz. Bringt man mit der KonMari-Methode Ordnung in sein Leben, hat am Ende des Aufräum- und Ausmist-Prozesses jedes Ding seinen festen Platz – so die Theorie. Damit dies im Alltag so bleibt, rückt die Japanerin auch jenem Behältnis an den Kragen, das nicht selten als Auffangbecken vieler unnötiger Dinge fungiert: die Handtasche. So rät die Aufräum-Expertin, die Tasche jeden Abend auszuräumen und alle darin enthaltenen Dinge an ihren rechtmäßigen Platz zu legen. Das sorge auch dafür, dass nichts mehr verlegt werden könne. Der perfekte Platz für eine Handtasche ist laut Kondo übrigens in einer anderen Handtasche – und zwar Stoff in Stoff und Leder in Leder!

7 Lebenslänglich. Ist das eigene Zuhause einmal von allem Unnötigen befreit, so verspricht Kondo, verändert sich die Lebenseinstellung drastisch. Die Japanerin spricht dabei vom magischen Zauber des Aussortierens. Ist man den unnötigen Ballast erst los, lebt es sich befreiter. Laut der Autorin komme jeder, der die KonMari-Methode anwendet, an den Punkt, an dem er augenblicklich wisse, wie viel für ihn genau richtig ist. Ist diese Erfahrung gemacht, falle man nie mehr in alte Muster zurück.

 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Einfach weg, einfach loslassen
Seite 2 Interview

Aktuelle Ausgabe & E-Paper

cover 2017-12 110x147

Aktuelles Heft 12/2017

Die nächste Ausgabe erscheint am 1. Februar

 

Unsere Ausgabe 11/2017 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie wirkt sich Stress auf Ihr Essverhalten aus?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information

SERVICE