Freitag, 10. Juli 2020

Durch blick im Winter

Ausgabe 2020.02

Die Winterzeit stresst nicht nur unser Immunsystem, sondern auch unsere Augen. GESÜNDER LEBEN verrät, wie Sie Ihre Augen bestmöglich schützen – auch und gerade in der kalten Jahreszeit.


Foto: © iStock - Scharfsinn86

Während die Temperaturen im Winter sinken, nehmen die Stressfaktoren für unsere Augen zu. Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der österreichischen Augenoptiker/ Optometristen: „Bildschirmarbeit, erschwerte Bedingungen beim Autofahren und trockene Augen sowie die alljährlichen Erkältungswellen belasten unser wichtigstes Sinnesorgan schwer.“ Trockene Augen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Das Sicca-Syndrom zeigt sich durch ein brennendes und juckendes Gefühl, Lichtempfindlichkeit, verklebte Augenlider am Morgen sowie gerötete und tränende Augen und sollte, vor allem bei länger anhaltenden Beschwerden, vom Augenarzt abgeklärt werden. Denn es können nicht nur unentdeckte Erkrankungen wie zum Beispiel ein Schilddrüsenleiden dahinterstecken, bei ausbleibender Behandlung kann es zu dauerhaften Schädigungen der Hornhaut kommen.

Tipp 1: Schützen Sie sich vor kaltem Wind!
„Augen sind sehr widerstandsfähig, aber der kalte, trockene Wind, der uns nun immer öfter entgegenschlägt, macht sie anfällig für Trockenheit“, warnt Gschweidl. Je nach Ursache für die Trockenheit gibt es verschiedene Arten von Nachbenetzungstropfen, die helfen können und rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. „Lassen Sie sich beraten, denn es ist nicht egal, was man sich in die Augen tropft!“ Befeuchtungstropfen bilden einen Schutz- und Gleitfilm auf dem Auge. Zusätzlich stabilisieren sie den noch vorhandenen Tränenfilm. Was viele nicht wissen: Ihre Zusammensetzung ist vielfältig und kann variieren, Experten raten in den allermeisten Fällen zu Produkten ohne Konservierungsmittel, da diese die Augen noch zusätzlich reizen können. Natürlich schützt auch eine (Sonnen-)Brille vor starkem Wind.

Tipp 2: Nutzen Sie eine Autofahrerbrille!
Der Winter bietet gerade für die Augen von Autofahrern große Herausforderungen. „Einerseits blendet die tief stehende Sonne, andererseits sorgen das feuchte Wetter sowie Schnee für reflektierende Fahrbahnen“, gibt Gschweidl zu bedenken. „Die rascher einfallende Dunkelheit ist ein weiteres Problem, da mitunter dann erst Fehlsichtigkeiten auftreten oder sich stärker auswirken – Stichwort Nachtblindheit.“ Dazu kommt, dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Lenker eine spezielle Autofahrerbrille trägt, die solche Probleme unter anderem durch eigene Beschichtungen ausgleicht. „Die meisten sind der Meinung, ihre Alltagsbrille reicht. Das ist aber nicht immer der Fall. Eine Autofahrer- bzw. Nachtfahrbrille könnte so manchen Unfall vermeiden helfen“, ist der Experte überzeugt. Vor dem Blendeffekt von Eis und Schnee schützt aber auch eine herkömmliche Sonnenbrille.

Tipp 3: Vorsicht bei PC-Arbeit!
Das stundenlange Starren auf PC-Bildschirme sorgt nicht nur für Beschwerden wie Kopfweh, sondern auch für Augenrötungen und -trockenheit. Zu wenig Bildschirmpausen und die falsche Brille verschlimmern die Lage. „Wer den Tag vor dem Bildschirm verbringt, dem ist unbedingt eine Brille anzuraten, die auf die eigene Situation abgestimmt ist, also unter anderem auf die Distanz zum Bildschirm“, rät der Bundesinnungsmeister. „Die Alltagsbrille ist hier fehl am Platz. Bildschirmbrillen sorgen unter anderem durch Blendschutz und Blaulichtfilter dafür, dass die Anstrengungen für die Augen verringert werden. Nur drei Prozent der Bildschirmarbeiter besitzen sie jedoch.“ Eine fünfminütige Bildschirmpause pro Stunde hilft bereits, die Augen zu entspannen, auf das Smartphone sollte während dieser Entspannungspause natürlich verzichtet werden. Der Abstand zwischen Ihren Augen und dem Monitor sollte mindestens 50 Zentimeter betragen, Experten empfehlen gar 60 bis 100 Zentimeter. Je größer der Bildschirm, desto größer der Abstand! Wichtig ist ebenso, bewusst häufig zu blinzeln und zwischendurch Augenübungen (zum Beispiel Augenrollen) durchzuführen. Auch das Auflegen der warmen Hand auf geschlossene Augen kann helfen, müde Augen wieder munter zu machen.

Tipp 4:  Lüften Sie regelmäßig!
Stark beheizte (aber auch stark klimatisierte) Räume fördern das Austrocknen der Augen zusätzlich. Lüften Sie drei- bis viermal täglich kurz, aber effektiv. Öffnen Sie dafür alle Fenster so weit wie möglich für circa zehn Minuten. Auch die Raumtüren sollten geöffnet sein, um ein Querlüften zu ermöglichen. Während des Lüftens sollte die Heizung komplett ausgeschaltet sein, da sonst unnötig Energie verloren geht.


Tipp 5: Achtung bei Erkältungen!
Winterzeit heißt Erkältungszeit. „Den meisten Menschen ist gar nicht klar, welche wichtige Rolle die Augen in der Erkältungszeit spielen“, warnt Gschweidl. „Sind Sie verkühlt, fassen Sie sich auf keinen Fall in die Nähe der Augen, denn so geraten Bakterien und Viren schnell in Ihren Körper.“ Erkältungen sorgen nämlich für Rötungen, erhöhten Tränenfluss und andere Anzeichen von gereizten Augen. „Wir empfehlen zusätzlich oftmaliges Händewaschen und das Desinfizieren von Türklinken, Arbeitsgeräten und Handys.“ Da ein starkes Immunsystem auch unseren Augen zugutekommt, ist es ratsam, auf einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Kost und ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu achten – denn Sauerstoff tut den Augen gut! Vergessen Sie nicht auf das Trinken: zwei Liter täglich Wasser oder ungesüßten Tee, um das Auge bereits von innen zu befeuchten.

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