Dienstag, 20. Oktober 2020

Doping wider Willen

Ausgabe 10/2010
Auch Hobbysportler in niedrigen Leistungsklassen müssen sich an die Anti- Doping-Bestimmungen halten. Wussten Sie, dass Sie schon z.B. mit einem Blutdruckmittel Probleme bekommen können? Informieren Sie sich daher vor einem Wettkampf.

Foto: vm - istockphoto.com
Muss ich als Hobbysportler auch einen Dopingtest machen?
Max Kugel
Präsident des Wiener Landesverbandes für Bowling

Ja, seitens der NADA sind Dopingkontrollen in allen Leistungsklassen, also auch in den Bezirksligen aller Sportarten, vorgesehen – und in diesen Leistungsklassen spielen zumeist ausschließlich Hobbysportler. In der Praxis werden Dopingkontrollen aus Kosten- und Personalgründen eher auf Staatsmeisterschaftsniveau gemacht, aber Stichproben gibt es auch in unteren Ligen. Sollte es zu einer Kontrolle kommen, dürfen Sie diese nicht verweigern, ansonsten droht eine Sperre.

Jeder, der bei einem ordentlichen Verein gemeldet ist und an Wettkämpfen teilnimmt, muss sich daher im eigenen Interesse über die Dopingbestimmungen informieren. Bitte beachten Sie auch, dass es Substanzen gibt, die in manchen Sportarten erlaubt sind, in anderen „verboten“ – ein gutes Beispiel ist Alkohol. Wenn Sie Medikamente, etwa gegen Bluthochdruck, einnehmen, rate ich dringend, die Dopingliste zu studieren.


Welche Ziele haben die Anti-Doping-Bestimmungen?
Mag. David Müller
Nationale Anti Doping Agentur Austria GmbH (NADA Austria)

Die Anti-Doping-Bestimmungen zielen auf schweres, systematisches Doping bzw. auf die Dealer und „Hintermänner“ ab. Unsere Kontrollen sollen daher nicht Dopingfälle im Hobbysport konstruieren, die aufgrund vorherrschender Unwissenheit rein medizinisch bedingt sind. Allerdings werden auch im Hobbysport leistungssteigernde Mittel in Betrugsabsicht eingenommen, etwa Anabolika. Wir setzen hier verstärkt auf Information, Aufklärung und Bewusstseinsbildung.

Einen Überblick über „verbotene“ Medikamente im Sinne der Anti-Doping-Bestimmungen finden Sie auf www.nada.at/medikamentenabfrage. Wenn Sie als Hobbysportler ein „verbotenes“ Medikament aus medizinischen Gründen einnehmen müssen, heben Sie den Befund des Arztes oder die Verschreibung auf. So können Sie im Falle einer Dopingkontrolle nachweisen, dass Sie nicht in Betrugsabsicht gehandelt haben.


Welche „gängigen“ Arzneimittel stehen auf der Dopingliste?
Dr. Gerhard Postl
Internist und Mitglied der medizinischen Kommission NADA Austria

Vorsicht ist z.B. bei Medikamenten gegen Bluthochdruck geboten. Insbesondere Kombinationspräparate können entwässernde Substanzen enthalten. Diese sind grundsätzlich verboten, da sie das Resultat einer chemischen (Doping-)Analyse verfälschen können. Auch Insulin ist verboten, da es zumindest kurzfristig muskelaufbauend wirkt.

 Problematisch sind manche Grippemittel sowie Nasensprays und Nasentropfen, die man rezeptfrei in der Apotheke bekommt. Sie können Pseudoephedrin enthalten, eine Substanz, die die Ausdauer fördert und daher auf der Dopingliste steht. Auch bestimmte Asthmasprays und alle systemischen Kortisonpräparate sind verboten. Die Verbote für viele gängige Medikamente gelten auch für Vereinssportler der niedrigeren Klassen! Am besten informieren Sie Ihren Hausarzt, dass Sie an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2020-09 130x173Aktuelles Heft 09/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 2. Oktober 2020

 

Unsere Ausgabe 07-08/2020 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Lachen Sie gerne?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information