Montag, 20. Mai 2019

Die Zukunft unserer Gesundheit!

Ausgabe 09/2012
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Unsere Gesundheit, der medizinische Fortschritt – alles ist in Bewegung. GESÜNDER LEBEN hat die Megatrends der kommenden Jahre recherchiert. Und greift auch einige heiße Eisen an.


Wir werden immer gesünder. Vor allem in der sogenannten westlichen Welt sehen sich die Menschen immer seltener mit unheilbaren Krankheiten konfrontiert und erfreuen sich immer öfter guter Gesundheit bis ins hohe Alter. Der Grund dafür ist wohl eine Kombination vieler Faktoren – von der verbesserten medizinischen Versorgung über entscheidende Forschungsfortschritte bis hin zu der Tatsache, dass das Gesundheitsbewusstsein zunimmt. Das Zukunftsinstitut hat sich in einer neuen Studie mit dem Titel „Healthness – die nächste Stufe des Megatrends Gesundheit“ mit der Gesundheitsgesellschaft von morgen auseinandergesetzt. GESÜNDER LEBEN sprach mit Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Österreich und Mitautor der Studie, über die drei zentralen Thesen. So viel vorweg: Wurde Gesundheit früher als Abwesenheit von Krankheit definiert, ging das Verständnis in den letzten Jahren mehr und mehr in Richtung Wellness, Wellbeing, Balance, Ausgeglichenheit und mentale Gesundheit. Nun befinden wir uns erneut im Wandel: Wer gesund sein will, wird in Zukunft über Energie, Kraft und Ressourcen, aber auch über Wissen verfügen (müssen).

These 1
Der Begriff der „Energie“ rückt in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit Gesundheit.
Um die komplexe Aufgabenstellung „Leben“ zu bewältigen, benötigen wir viel Energie. Ob wir uns gesund fühlen oder nicht, hängt ganz wesentlich davon ab, wie viel Energie uns zur Verfügung steht. Energie wird zum zentralen Bedürfnis und die Suche danach mehr und mehr unseren Lebensstil beeinflussen. Im Rahmen der Studie haben die Autoren das sogenannte Lebensenergiekontinuum entwickelt: „Es zeigt sich, dass Krankheiten, Erwartungen und Lebensenergien korrelieren können. Das heißt: Der Mensch hat nicht immer gleich viel Energie zur Verfügung, was allerdings weniger mit dem Alter, als vielmehr mit Lebensphasen zusammenhängt und natürlich auch durch äußere Umstände beeinflusst wird“, erklärt Gatterer. Es geht also um Fragen wie: Wann steht mir welche und wie viel Energie zur Verfügung? Wie passt das mit den Erwartungen zusammen, die an mich gestellt werden? Um in der Folge aber auch entsprechend reagieren und leben zu können, bedarf es einer gewissen Sensibilität. Laut Gatterer ist das immer öfter der Fall, vor allem auf dem zweiten Gesundheitsmarkt. Dieser beinhaltet im Großen und Ganzen alle privat finanzierten Produkte, Dienstleistungen und Gesundheitskonzepte, die zu einer gesünderen und bewussteren Lebensführung anhalten – im Gegensatz zum ersten Gesundheitsmarkt, der die klassische Gesundheitsversorgung umfasst und durch staatliche sowie private Krankenkassen finanziert wird. „Im Privatbereich geht die Tendenz vermehrt hin zur sogenannten Lebensphasenenergie. Es wird also verstärkt auf die Lebensphasen der Patienten eingegangen – von der Schwangerschaft bis hin zu komplexeren Dingen wie Jobwechsel, aber auch Lebenskrisen“, weiß Gatterer.

These 2
Der Körper mit seinen Kräften und Ressourcen rückt in den Mittelpunkt.
Wir benötigen heute also mehr Energie denn je. Wenn Sie nun sagen: „Verständlich. Nur wie bekomme ich mehr Energie?“, ist das eine ganz normale Reaktion, die allerdings auch dazu führen kann, dass sich Ihr Stresslevel weiter erhöht. Und dies endet nicht selten im Burn-out, laut Studie ein exemplarisches Phänomen für den hohen Individualstress, mit dem viele Menschen heutzutage zu kämpfen haben: Sie haben das Gefühl, nicht belastbar genug zu sein, sind müde und ausgelaugt, ohne zu wissen, warum. Damit es nicht so weit kommt, müssen wir uns unserer Kraftreserven bewusst sein. Und wissen, wie wir diese wieder aufladen können. Übrigens: Dieses „Streben“ nach mehr Energie, nach mehr Kraftreserven, nach mehr Ressourcen führt nicht, wie man vielleicht annehmen würde, zum Burn-out. „Genau das Gegenteil ist der Fall“, sagt Gatterer: „Wenn man mit genug Energie ausgestattet ist, tappt man auch nicht in die Burn-out-Falle. Allerdings ist es entscheidend, zu wissen, wie man Energie aufbaut.“ Es gilt also außerhalb des Berufs bzw. des täglichen Alltags Kraft und Energie zu tanken. Für den einen ist Sport der optimale Ausgleich und in der Folge auch eine hervorragende Kraftquelle. Der andere füllt seine Reserven, wenn er meditiert, ein Buch liest, zu Hause kocht oder auch einfach einen Abend auf der Couch vor dem Fernseher verbringt. 

Dass Wissen Macht ist, ist nichts Neues. Wissen steht uns in jeder Form zur Verfügung – ob wir Bücher lesen, Dokumentationen im Fernsehen ansehen oder uns im Internet informieren. Die Menschen wollen verstehen, wie der Körper funktioniert, und zwar ganzheitlich. Ein Beispiel: Wir beschäftigen uns heute nicht mehr (nur) mit Diäten, sondern mit Ernährung. Schließlich wollen wir wissen, was dem Körper und somit der Gesundheit wirklich guttut. Dabei geht es aber nicht nur um Lebensmittel und deren Nährwert, weiß Gatterer: „Die Snacking-Kultur, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat, tut unserer Gesundheit alles andere als gut. Die Menschen machen sich daher wieder vermehrt Gedanken über Rhythmen.“ Geht es um gesunde Ernährung, sind also fixe Essenszeiten sinnvoll. Und nicht umsonst heißt es: Am Morgen sollst du essen wie ein Kaiser, zu Mittag wie ein König, abends wie ein Bettler. Indem wir uns informieren und Wissen anhäufen, nehmen wir unsere Gesundheit selbst in die Hand. Allerdings benötigt in der Folge jeder Einzelne auch einen Partner, dem er vertrauen kann. „Dass wir in eine Individualmedizin gleiten, ist keine neue These. Allerdings glauben wir nur bedingt, dass sich dieser Trend zur Gänze durchsetzen wird, weil sich das System gar nicht so umstellen kann. Allerdings wird sich bis 2020, 2025 doch einiges ändern. Nicht zuletzt da etwa alleine die Energiefrage nicht auf der Symptomebene behandelt werden kann, das geht nicht“, stellt Gatterer fest. Sehr wohl findet die Individualisierung derzeit schon auf dem zweiten Gesundheitsmarkt statt. Insbesondere der Bereich der Komplementärmedizin wird stärker nachgefragt, was übrigens auch bei den Medizinstudenten zu beobachten ist: Bereits während des Studiums besteht eine immer größere Nachfrage nach komplementärmedizinischer Ausbildung.

Übersicht zu diesem Artikel:
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