Freitag, 20. September 2019

Die perfekte Reiseapotheke

Ausgabe 05/2012
Während wir im Reiseführer blättern, packen wir in Gedanken schon mal die Koffer – und vergessen dabei oft die Reiseapotheke. Dabei rettet sie im Notfall so manches Ferienglück.

Foto: iStock - pixdeluxe
Selbst wenn man eine Auslandskranken- sowie Reiseversicherung abgeschlossen hat, sei es insbesondere im Ausland nicht immer leicht, rasch und unbürokratisch ärztliche Hilfe zu erhalten oder die gewohnten Medikamente zu bekommen, warnen Apotheker. Und wenn man dann doch ein entsprechendes Arzneimittel erhält, bereitet die fremde Sprache mitunter Schwierigkeiten: Man vermag wohl Tortillas und ein kühles Cerveza zu bestellen, doch der Beipackzettel kommt einem trotzdem spanisch vor …

Vorsorgen ohne Stress. Entsprechend der individuellen Empfindlichkeit, der Destination und der Art des Urlaubs sollte unbedingt eine Reiseapotheke mitgenommen werden. Wer mit Kind und Kegel unterwegs ist, muss freilich darauf achten, dass die Präparate auch für Kinder geeignet sind. Und: Vergessen Sie nicht persönliche Standardmedikamente! Es kommt nämlich gar nicht selten vor, dass die Reiseapotheke gut bestückt ist, die Blutdrucktabletten aber zuhause liegen. Da der Koffer gelegentlich später oder gar nicht ankommt, gehören wichtige Medikamente übrigens ins Handgepäck. Damit dies bei Flugreisen keine Probleme bereitet, müssen Vorschriften zur Mitnahme liquider Mittel eingehalten werden, schließlich darf ein einzelnes Behältnis nicht mehr als 100 ml enthalten. Verschreibungspflichtige Medikamente sind davon zwar ausgenommen, jedoch sollte man sich dafür im Vorfeld eine Bescheinigung ausstellen lassen. Auch bei chronischen Erkrankungen ist es ratsam, ein Attest mitzuführen. Und wer tauchen will, sollte nachweisen können, dass gesundheitlich alles passt. Last but not least ein Tipp für Brillenträger: Nehmen Sie eine Ersatzbrille mit!

Gesund im Urlaub
Diese Medikamente gehören in Ihre Reiseapotheke:
  • Persönliche Standard- bzw. Dauermedikamente
  • Je nach Urlaubsziel und individueller Empfindlichkeit: Augen-, Nasen-, Ohrentropfen; Antiallergikum, antiallergische Salbe/Gel; Mittel gegen Reisedurchfall, Übelkeit, Verstopfung; Elektrolytlösung, Magenschutz, fiebersenkendes Schmerzmittel; Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial, Wund- und Heilsalbe, Wund- und Blasenpflaster, Sonnenschutz, Mittel gegen Sonnenbrand, Insektenschutz
  • Erweiterung bei Sonderfällen (z. B. Wandern, Campen, Biken): Antibiotikum, Kortison- und Antibiotikasalbe, Malariaprophylaxe, Mittel gegen Höhenkrankheit; erweitertes Verbandspaket mit Schere, Pinzette, Spritzen und Nadeln; Mittel zur Trinkwasserdesinfektion
  • Bei Thrombosegefährdung: Fertigspritzen (Heparin), Alkoholtupfer

Weitere Informationen im Internet auf der Seite des Zentrums für Reisemedizin: www.reisemed.at.


Auf der Reise krank. Geht es in den Urlaub, ist der Weg oft nicht das Ziel, zumal dieser bisweilen mit Schwindel, Übelkeit, Brechreiz, Seh- und Schluckstörungen oder Schweißausbrüchen gepflastert ist. Wer dazu neigt, reisekrank zu werden, kann mit speziellen Tabletten (Erwachsene), Pflaster oder Zäpfchen (Kinder) vorsorgen. Noch wichtiger: Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser. Auf Langstreckenflügen wird empfohlen, so oft wie möglich aufzustehen und auch mal den Gang auf und ab zu spazieren. Wer zu Thrombosen neigt, sollte überdies Wadenkompressionsstrümpfe anziehen und durch im Sitzen durchgeführte Übungen die Muskelpumpe aktivieren. Um die Blutgerinnung zu hemmen, kann man sich auch vor dem Abflug – jedoch nach Rücksprache mit dem Hausarzt! – Heparin spritzen lassen. Dann können die Ferien beginnen. Wäre da nicht Montezumas Rache, gehört doch der Reisedurchfall zu den häufigsten Urlaubserkrankungen. In der Folge kommt es oft zu einer Unterversorgung an Elektrolyten, das sind Mineralstoffe, die wichtige Aufgaben in unserem Körper erfüllen. Neben einem Mittel gegen Reisediarrhö sollte also auch eine Elektrolytlösung mitgeführt werden. Man kann sie aber auch selbst machen: ein Liter Orangensaft, zwei Teelöffel Zucker und etwas Salz mischen, eine Stunde stehen lassen und trinken.

reiseapothekeFoto: clipdealer

Stechende Plagegeister. Impfen schützt (Apropos: Impfausweis nicht vergessen!). Doch doppelt hält bekanntlich besser: Neben direkt auf die Haut als Gel oder Spray aufgetragenen Insektenschutzmitteln, machen in manchen Ländern moskitosichere Tropenbekleidung, das Imprägnieren der Textilien oder Moskitonetze Sinn. Auch eine Mischung (für Duftlampen oder Duftsteine) aus 4 ml Citronella, 2 ml Rosengeranie, 2 ml Eukalyptus, 1 ml Pfefferminze und 1 ml Zedernholz (1 ml = ca. 20 Tropfen) kann Insekten in Schach halten. Haben die Plagegeister trotz allem zugestochen, sollte die Reiseapotheke kühlende Gels oder reines Lavendelöl beinhalten. Und derart gut vorbereitet, steht der schönsten Zeit des Jahres wirklich nichts mehr im Wege.

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