Dienstag, 16. Oktober 2018

Die Macht der Hormone

Ausgabe 2018.02
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Sie bestimmen, wie wir uns fühlen und ob wir gut schlafen. Sie lassen uns wachsen und irgendwann altern. Sie haben Einfluss auf unser Gewicht, unsere Stimmung und unser Liebesleben. Hormone steuern nahezu jeden unserer Lebensbereiche. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie Ihren Hormonhaushalt selbst positiv beeinflussen können.


Foto: iStock-Deagreez

Das sind wohl wieder die Hormone.“ Nicht selten werden vor allem Frauen mit diesem Spruch konfrontiert – vor allem, um Stimmungsschwankungen biologisch zu erklären. Die chemischen Botenstoffe haben jedoch nicht nur Einfluss auf unser Gefühlsleben, sondern auf nahezu all unsere Lebensbereiche – und das bei Männern und Frauen. Die Botenstoffe, die uns fest im Griff zu haben scheinen, entstehen in Drüsen, die über den ganzen Körper verteilt sind. So werden die weiblichen Geschlechtshormone in den Eierstöcken und die männlichen in den Hoden produziert, das Stresshormon Adrenalin entstammt aus der Nebenniere, die Bauchspeicheldrüse steuert Insulin bei, dessen Aufgabe es ist, den Blutzuckerspiegel in Schach zu halten, während die Schilddrüse gleich mehrere Hormone wie etwa Thyroxin produziert. Unser Gehirn nützt diese chemischen Botenstoffe, um Befehle weiterzugeben – etwa an die Organe, die den Stoffwechsel steuern, an den Kreislauf oder die Muskeln. Zur Verteilung wird das Verbindungsnetz des Körpers genützt: Die Hormone gelangen über das Blut an die Zielzellen, an deren Rezeptoren sie andocken. „Schaltzentrale des Hormonsystems ist unser Gehirn. Es steuert das komplexe System und überwacht das Level der einzelnen Hormone in unserem Blut“, erklärt Dr. Christian Matthai, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt Endokrinologie. „Die Hirnanhangdrüse überprüft ständig, ob die einzelnen Botenstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind. Stellt sie einen Überschuss oder Mangel fest, veranlasst sie die Drüsen, neue Botenstoffe herzustellen oder die Produktion zu drosseln.“

So unterstützen Sie Ihr Hormonsystem

Der individuelle Lebensstil beeinflusst unseren Hormonhaushalt. Dr. Christian Matthai erklärt, was wir selbst tun können, um unseren Hormon-Level in Balance zu halten.

Ruhephasen: „Wer ständig unter Strom steht, wird früher oder später mit Hormonstörungen konfrontiert sein“, erklärt Dr. Matthai. Was uns dann vor allem Schwierigkeiten macht: ein erhöhter Cortisol-Spiegel. Wechseln sich Stress- und Ruhephasen kontinuierlich ab, entstehen keine Probleme. Bei dauerhaftem, lang anhaltendem Stress ohne Entspannungsphasen kommt es aber zu einer massiven Erhöhung des Cortisol-Levels, was zur Folge hat, das andere wichtige Prozesse des Körpers wie etwa die Verdauung runtergefahren werden. Wichtig: Da das Stresshormon vor allem in der ersten Nachthälfte abgebaut wird, ist der Schlaf vor Mitternacht optimal.

Genügend Schlaf. „Während wir schlafen, reguliert sich das Hormonsystem. Schlafstörungen oder eine zu kurze Nachtruhe sorgt für Ungleichgewicht im Hormonhaushalt“, so der Arzt.

Gesunde Ernährung. Spezielle Lebensmittel unterstützen den Körper dabei, Hormone zu produzieren und auszubalancieren. So wirken sich beispielsweise Fenchel und Kohl positiv auf die Östrogenproduktion aus, Eigelb enthält wichtige Nährstoffe für die Schilddrüsenhormone, während die Alge Spirulina hormonausgleichende Nährstoffe wie Kalzium und Magnesium liefert.

Viel Bewegung. Viele Hormone werden vor allem bei intensiver Bewegung und sportlicher Betätigung ausgeschüttet – beispielsweise das Wachstumshormon Somatotropin, auch HGH (human growth hormone) genannt. Regelmäßige Ausdauer-Bewegung kurbelt auch die Produktion der Glückshormone Endorphin und Serotonin an.

Stimulation des Geistes. „Meditation, Yoga oder autogenes Training eignen sich gerade in einer stressreichen, schnelllebigen Zeit wie der unseren dazu, abschalten zu können und Stresshormone abzubauen“, erläutert Matthai.

Übersicht zu diesem Artikel:
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