Montag, 10. Dezember 2018

Die Macht der Hormone

Ausgabe 2015.07-08
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Wenn die Hormone uns ein Ständchen singen, kann das körperliche und geistige Gleichgewicht leicht aus dem Ruder geraten. gesünder leben zeigt, was Sie über die lebenswichtigen Botenstoffe wissen sollten.


Foto: Canstockphoto - jolopes

Etwa 150 sind bekannt, mehr als 1.000 existieren: Hormone, diese winzigen fleißigen Helfer sorgen für die nötige Balance unseres gesamten Organismus und bestimmen, ob wir uns gesund oder krank, gut gelaunt oder traurig fühlen. Ohne sie läuft also nichts – weder Stoffwechsel, Stressmanagement oder Schwangerschaften, um nur einige biologische Abläufe aufzuzählen. Man unterscheidet zwischen Hormonen, die überwiegend aus Fetten zusammen- gesetzt sind (Steroidhormone) und solchen, die vor allem aus Eiweiß bestehen (Peptidhormone). Sie wirken in einer Art Netzwerkstruktur und beeinflussen einander. Von den höchst komplexen Abläufen bemerken wir aber meistens gar nichts. Erst wenn der Hormonhaushalt ins Wanken gerät, können körperliche bzw. geistige Beschwerden oder Krankheiten die Lebensqualität, teilweise massiv, beeinträchtigen. Entgegenwirken kann man durch ausgewogene Ernährung, moderate Bewegung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Entspannungseinheiten. Was Sie darüber hinaus noch wissen sollten, lesen Sie hier.

Hormone, die unser Leben beeinflussen

Diese Hormone sind besonders wichtig und beeinflussen unser Wohlbefinden

Steuerhormone (im Gehirn gebildet): Sie regeln die Freisetzung von Hormonen an der Hypophyse.
TSH (Thyreoideastimulierendes Hormon) regt die Schilddrüse zur Bildung von Schilddrüsenhormonen an oder bremst diese Bildung.
ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) ist für die Bildung des Stresshormons Cortisol, von Aldosteron (ein Hormon für die Funktion der Niere) und in geringen Mengen auch für die Sexualhormone verantwortlich.
FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) steuern zusammen die Keimzellenbildung und deren Reifung bei Mann und Frau.
Prolaktin bewirkt hauptsächlich die Milchproduktion und das Wachstum der Brustdrüsen der Frau. Es wird vermehrt in der Schwangerschaft und in der Stillzeit ausgeschüttet. Eine Erhöhung des Prolaktinwerts macht sich auch bei Stress, längerem Gebrauch der Anitbabypille oder bei einer Schilddrüsenunterfunktion bemerkbar.
Weitere Informationen: „Natürliche Hormontherapie“ von Dr. Annelie Scheuernstuhl und Anne Hild (Aurum Verlag)

Was sind Hormone?
„Hormone sind nach klassischer Definition Botenstoffe im Körper, die in den Drüsenzellen verschiedener Organe produziert werden und über die Blutbahn ihre ,Zielzellen‘ erreichen, um bestimmte Informationen zu vermitteln, und so ihre Wirkung entfalten“, erklärt Univ.- Prof. Dr. Anton Luger, Leiter der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universität Wien. Wichtige Schaltzentralen sind der Hypothalamus und die Hypophyse im Gehirn. Diese Hirn-areale sind quasi die Drehbuchschreiber, die dafür sorgen, dass ihr Werk von den Schauspielern, also den Nebennieren, der Schilddrüse, den Eierstöcken und den Hoden, gespielt wird. „Darüber hinaus gibt es allerdings noch andere Organe wie beispielsweise die Haut, das Fettgewebe oder auch das Herz, die Hormone produzieren“, weiß Luger. „Die Hormonsysteme interagieren miteinander und beeinflussen auch das Immun- und Nervensystem. Es handelt sich um ein höchst komplexes Regelwerk, das für den Erhalt unserer Gesundheit sorgt.“

Wozu benötigen wir Hormone?
„Hormone übernehmen eine Vielzahl an – zum Teil lebenswichtigen – Aufgaben. Sie sind nicht nur für Blutdruck, Herzfrequenz, Stoffwechsel, Blutzuckerspiegel, Wasserhaushalt oder Körpertemperatur verantwortlich, sondern spielen bei der Lust auf Sex, in der Pubertät, der Schwangerschaft und vielen anderen biologischen Vorgängen eine tragende Rolle“, erläutert Dr. Annelie Scheuernstuhl, diplomierte Psychologin und Allgemeinmedizinerin aus dem deutschen Starnberg. Darüber hinaus beeinflussen sie auch maßgeblich unsere Emotionen und somit unsere Stimmung, die wiederum auf die Hormone wirken. „Neuen Erkenntnissen zufolge beeinflussen die beiden im Gehirn gebildeten Hormone Vasopressin und Oxytocin soziales Verhalten wie z. B. die Mutter-Kind-Beziehung und Treue. Oxytocin und den beiden Botenstoffen Dopamin und Serotonin wird auch eine zentrale Rolle beim Verlieben und dem damit verbundenen Hochgefühl zugeschrieben“, so Luger.

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