Montag, 20. Mai 2019

Die Kraft der Wurzeln

Ausgabe 10/2012
Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst ist der Mensch in unseren Breiten der Erde näher als zu anderen Zeiten des Jahres.

Foto: Wikimedia - Zell Im Frühjahr blicken wir gespannt nach der Schneeschmelze, was denn der Boden wieder sprießen und wachsen lässt. Im Herbst wiederum gönnen wir dem Boden in unseren Gärten und auf den Äckern eine wohlverdiente Ruhe. Doch bevor es so weit ist, hat die Erde noch den einen oder anderen Schatz bereit. Ich meine ganz konkret die Wurzeln, aus denen unsere vielen Pflanzen ihre Kraft beziehen. Diese Energie darf sich auch der Mensch zunutze machen.

Ein besonderes Beispiel dafür ist die Engelwurz. Wir finden diesen Doldenblütler in wilder Form als Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) in unseren mitteleuropäischen Breiten, wo sie die Auen und die feuchten Wiesen als Standort bevorzugt. In den Gärten wiederum wird gerne die Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica) in die Beete gepflanzt. Wie der wissenschaftliche Name dieser alten Heilkräuter besagt, steht dieses Gewächs all jenen Erdenbürgern einem Engel gleich zur Seite, die darauf vertrauen, dass der Schöpfer in seiner weisen Voraussicht die Mutter Natur mit einer wirkungsvollen Apotheke ausgestattet hat.

Immer, wenn ich in unserem Kräutergarten das Beet mit den Engelwurzpflanzen besuche, staune ich über die Wuchsgröße dieser heilsamen Individuen: Sie sind mindestens einen Kopf höher als ich. Doch was außen so viel hermacht, findet auch innen seine Bestätigung. So besitzen alle Pflanzenteile der Engelwurz ätherische Öle, darin einige Cumarinverbindungen, zudem Stärke, Pektin und die für unseren Organismus so wichtigen Bitterstoffe.

Der Herbst ist die ideale Saison der Wurzeln. Gerade jetzt ist es angebracht, diese auszugraben und zu trocknen, um sie im kommenden Winter griffbereit zu haben. Wenn das Tageslicht schwindet, kann auch unser Gemüt darunter leiden. Hier hakt die Engelwurz ein, um mir als ebenbürtiger Partner aus dem Pflanzenreich einem Engel gleich zur Seite zu stehen.
So ist es durchaus angebracht, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. Gönnen Sie sich daher ein warmes Bad. Zuvor kann man aus der zerkleinerten und getrockneten Wurzel der Engelwurz einen Badezusatz anrichten. 100 Gramm davon werden in einem Liter kaltem Wasser zwei Stunden lang angesetzt. Danach gut aufkochen, abseihen und dem Badewasser beifügen. Diese Anwendung kann auch all jenen empfohlen werden, die in Zeiten des nasskalten Wetters verstärkt unter rheumatischen Beschwerden leiden.
Ja, auch die Engel bedienen sich anscheinend der Güte und der Qualität der Pflanzen, um uns Menschen nahe zu sein. Wer dies mit einem Lächeln auf den Lippen in seine Gedanken mit einbaut, dem gelingt es vielleicht mit Gottes Hilfe, für die kleinen Geschenke des Alltags dankbarer zu werden.

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