Dienstag, 21. Mai 2019

Die Hagebutte gibt uns Kraft

Ausgabe 2014.10

Bilder sagen mehr als tausend Worte.


Foto: Adolf Blaim

Sie werden in dieser Tugend höchstens noch von Blumen übertroffen, die zu einem liebevollen Strauß gebunden wurden. Es gibt wohl kaum eine schönere Form des Dankes und der Anerkennung als einen Strauß Rosen! In der freien Wildnis wachsen entlang der Feldraine und der Waldränder die Stammformen aller im Laufe der vergangenen Jahrhunderte herangezüchteten Gartenrosen. Im Sommer durften sie ihre Blüten und ihre Blätter der Sonne entgegenhalten und auf diese Weise Kraft tanken. Mittlerweile hat sich das Gewand unserer Fluren stark verändert.

Die Farben des Herbstes sind ganz eigen. Es ist, als würde die Natur sich noch einmal schön kleiden wollen, bevor sie sich in den Winter verabschiedet. Vor dem ersten Schnee gibt es noch ein visuell rauschendes Fest. Wenn dann alle Blätter der Bäume und der Sträucher am Boden liegen, bleiben bis weit in den Winter hinein einige Früchte wie ein vergessener Schmuck an den Zweigen. Dazu zählen vor allem die Früchte der Hecken- oder Hundsrosen, die Hagebutten. Wie korallenrote Edelsteine sind sie anzusehen und ermuntern uns, sie zu nutzen. Denken wir einmal an längst vergangene Zeiten zurück, in denen es nicht selbstverständlich war, dass der Genuss von Zitrusfrüchten aus südlichen Ländern den Bedarf an notwendigem Vitamin C für unsere Vorfahren abdecken konnte. Da waren es vor allem die Hagebutten, die mit ihrem Inhalt dafür sorgten, dass die Menschen dementsprechend beliefert wurden. Ja, wer macht sich heute noch die Mühe, die Fülle der Natur ganz in unserer Nähe zu gebrauchen und zu nutzen? Eine Marmelade aus Hagebutten kann z. B. mithelfen, Erschöpfungszustände zu lindern, das Blut zu stärken und bei Rekonvaleszenz wiederum zu Kräften zu kommen. Es gibt gerade dann, wenn der erste Frost die Hagebutten „behandelt“ hat, eine Möglichkeit, um direkt die wertvollen Substanzen der Rosenfrüchte zu genießen.

Die „Hetscherl“, wie wir die Früchte der Heckenrose auch gerne nennen, werden abgepflückt und sorgfältig gereinigt. Die weichen Beeren werden mit lauwarmem Wasser angefeuchtet und über Nacht in ein irdenes Gefäß gegeben. Am Morgen presst man die Hagebutten dann aus und trinkt noch am selben Tag die gewonnene Menge des Saftes, da sie sonst verdirbt. Ja, die Hecken- und die Hundsrosen mit ihren Früchten ein ganz eigenes Dankeschön an den Herrgott und ihre Umwelt formulieren, indem sie inmitten ihrer stachelbewehrten Zweige das Rot ihrer Früchte aufblitzen lassen. Sie bieten ihren gehaltvollen Schmuck allen an, die des Weges ziehen. So mag getrost der nächste Winter kommen. Denn die Hagebutten stehen uns dann bei, die unwirtlichen Zeiten gut zu überstehen. 

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3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/70 70-11 oder -31
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