Freitag, 22. Februar 2019

Die Dach-Hauswurz

Ausgabe 2015.09

Wenn Kinder Zähne bekommen …


Foto: Adolf Blaim

 

Angesichts des hinter uns liegenden Rekordsommers stellen sich viele Fragen an die Zukunft. Und es bedarf neuer Strategien, um mit den Herausforderungen der meteorologischen Extremwerte zurechtzukommen. Viele technische Erfindungen kopieren ja oft Mechanismen und Konstruktionen, die in der Tier- und Pflanzenwelt bereits seit unzähligen Jahrtausenden gang und gäbe sind. Beim Thema Wasserhaushalt fällt mir eine ganz charakteristische Pflanze ein, und so schweifen meine Gedanken zurück in meine Kindheit. Nur allzu gern hielt ich mich damals bei meinen Verwandten auf dem Bauernhof, von dem meine Mutter stammt, auf. Dort gab es im Innenhof einen kleinen Stall samt Dach mit einer flachen Neigung. Die schon etwas älteren Tonziegel boten aufgrund ihrer porösen Struktur einen guten Untergrund für die Hauswurz, die sich darauf befand. Dort auf dem Dach kam sie mit allen feuchten und trockenen Zeiten zurecht und wuchs im Laufe der Zeit zu einem kleinen Hügel heran, der aus lauter kleinen Rosetten der Echten Hauswurz (Sempervivum tectorum) bestand. Selbstverständlich fand sich diese fleischige Heilpflanze ebenso im Steingarten vor meinem Elternhaus. Die Hauswurz, auch Dachwurz genannt, gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und wurde bereits im Mittelalter als magisches Kraut auf die Dächer der Häuser gesetzt, um die Funktion des erst in der Neuzeit erfundenen Blitzableiters zu erfüllen. Allein vom jeweiligen Niederschlag abhängig, überdauert die Hauswurz bis heute spielend so manche Dürreperiode. Doch stand immer schon auch der heilende Wert des dickhäutigen Kulturfolgers im Blickpunkt der Menschen. Wenn also eingangs von meiner Kindheit die Rede war, so möchte ich auch den heutigen Müttern, die mit Babys gesegnet sind, einen ganz praktischen Tipp für die Phase des Zahnens der Sprösslinge mitgeben:
In 1/8 l kalt gepresstem Olivenöl werden 25 g zerquetschte frische Hauswurzblätter 14 Tage lang bei Zimmertemperatur ans Fenster gestellt. Danach seiht man das Öl ab und presst die Hauswurzblätter aus. Einmal abgefüllt, wird das gewonnene Öl kühl und dunkel gelagert. Wenn Kleinkinder beginnen zu zahnen, reibt man mit diesem Öl zweimal täglich die Stellen ein, wo die ersten Beißerchen durchbrechen werden. Zusätzlich massiert man auch äußerlich den Kiefer mit dem Hauswurzöl und wäscht die behandelten äußerlichen Stellen nach ein paar Stunden mit Kamillentee ab.

Weitere Informationen:
Kräuterpfarrer-Zentrum
3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/70 70-11 oder -31
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.kraeuterpfarrer.at

 

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