Sonntag, 15. September 2019

Die 8 Feinde jeder Diät

Ausgabe 2016.03
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Sie wollen abnehmen, hungern brav – aber die Kilos wollen nicht purzeln? gesünder leben zeigt acht Gründe, warum es mit einer Diät einfach nicht klappen will.


Foto: Can Stock Photo Inc. (2x: LanaKh, robynmac)

Ein Blick auf die Waage lässt viele Abnehmwillige verzweifeln: Das Gewicht wird trotz Kalorienreduktion einfach nicht weniger. „Verlieren Sie nicht die Hoffnung“, rät die Allgemeinmedizinerin und Ernährungsexpertin Dr. Barbara Stadler. „Denn wer weiß, was den Diäterfolg sabotiert, kann gezielt gegensteuern!“


Feind Nr. 1
Stress
Bei anhaltendem Stress produziert der Körper vermehrt das Hormon Cortisol aus der Nebenniere, das – wie medizinisches Cortison – unter anderem die Bildung von Bauchfett begünstigt und das Verlangen nach Kohlenhydraten und daher auch nach Süßem weckt. „In diesem Fall sollte man der Ursache für den Dauerstress nachspüren und versuchen, den Zustand zu ändern“, so Stadler. „Parallel dazu können gezielte Enstpannungstechniken wie autogenes Training, Muskelrelaxation nach Jacobson oder Meditation den Cortisolspiegel senken helfen.“ Ausdauersport wie Nordic Walking oder Schwimmen baut Stress ebenso ab und sorgt noch dazu für straffe Konturen nach der Diät.

Feind Nr. 2
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Nahrungsmittelunverträglichkeiten können dazu führen, dass der Körper vermehrt Wasser einlagert und durch die erhöhte Durchlässigkeit der Darmbarriere eine chronische Entzündung entsteht, erklärt Dr. Stadler: „In etwa 30 Prozent der Fälle kommt es auch zu Magen-Darm-Beschwerden, weitere mögliche Anzeichen sind Kopfschmerzen, Gelenksschmerzen oder niedergeschlagene Stimmung, die oftmals auf den ersten Blick keinen Rückschluss auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zulassen.“ Die Ärztin führt bei Verdacht auf Nahrungsmittel-unverträglichkeiten verschiedene Test durch. „Die darauf folgende Ernährungsumstellung führt in den meisten Fällen zu einer Gewichtsreduktion und gesteigertem Wohlbefinden.“

Feind Nr. 3
Schilddrüsenstörung
Die Schilddrüse beeinflusst nahezu alle Vorgänge im Organismus, insbesondere aber den Stoffwechsel. Bei einer Unterfunktion läuft dieser wie mit Sand im Getriebe, abnehmen wird nahezu unmöglich. Frauen sind übrigens öfter davon betroffen. „Häufig legen Frauen sogar noch an Gewicht zu, obwohl sie ihre Essgewohnheiten nicht geändert haben“, sagt die Expertin. Weitere Symptome einer Unterfunktion der Schilddrüse können Antriebslosigkeit, niedriger Puls und Blutdruck, Verstopfung, Haarausfall und brüchige Fingernägel sein. Eine einfache Blutuntersuchung entlarvt das Problem: Mithilfe von Tabletten normalisiert sich der Hormonspiegel wieder, die Symptome verschwinden.  

Feind Nr. 4
Alter
Mit den Jahren lässt die Fähigkeit des Körpers nach, mit Diäten rasch an Gewicht zu verlieren. Der Stoffwechsel wird gemächlicher, bereits ab 30 reduziert sich die Muskelmasse jährlich um etwa ein Prozent. Die Medizinerin: „Da Muskeln viel Energie verbrauchen, heißt das auch, dass der Körper weniger Kalorien benötigt.“ Abhilfe schafft regelmäßige Bewegung, vor allem gezieltes Krafttraining.

Feind Nr. 5
Medikamente
Es gibt Arzneistoffe, die Abnehmversuche erschweren oder sogar zu Gewichtszunahme führen können. Dazu zählen Psychopharmaka wie Antidepressiva, Wirkstoffe gegen Migräne, Cortison und Betablocker gegen Bluthochdruck. „Wenn man solche Medikamente einnimmt und zunimmt, sollte man mit dem verschreibenden Arzt darüber sprechen. Manchmal stehen Alternativen zur Verfügung, die den Stoffwechsel weniger stark beeinflussen“, betont Stadler.

Feind Nr. 6
Schlafmangel
Schlank werden im Schlaf? Das funktioniert wirklich. Zumindest, wenn es nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen geht: Menschen, die ausreichend schlafen, haben seltener Figurprobleme als Nachteulen. „Ständiger Schlafmangel fördert Übergewicht“, sagt die Expertin. „Dahinter stecken eine Überproduktion des Hungerhormons Ghrelin und ein Mangel am Sättigungshormon Leptin, wie Forscher festgestellt haben. Man weiß, dass zu wenig Nachtruhe nicht nur schlechte Laune verursacht, sondern auch mehr Appetit auf Kalorienreiches wie Fett und Zucker.“ Dadurch wird am Tag mehr gegessen. Wer an Schlafproblemen leidet, sollte seinen Hausarzt konsultieren oder sich an einen Experten – wie zum Beispiel in einem Schlaflabor – wenden.

Feind Nr. 7
Hormonspiegel
Welchen Einfluss Hormone auf den Körper haben, merken Frauen besonders an den „Tagen vor den Tagen“. Bei vielen führt ein hormonelles Ungleichgewicht in dieser Zeit zu Wassereinlagerungen, die bis zu fünf Kilogramm Gewichtszunahme bedeuten können. Zum Glück verliert man dieses Übergewicht schnell wieder. Auch in den Wechseljahren geraten die Hormone leichter durcheinander, so Stadler: „Während der beginnenden Menopause nehmen sogar Frauen, die immer schlank waren, am Bauch zu. Kommen dann noch weitere Anzeichen wie Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen dazu, können eine Bestimmung des Hormon-status und eine entsprechende Therapie sinnvoll sein.“

Feind Nr. 8
Lipödem
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, an einem Problem zu leiden, das häufig viele Jahre unentdeckt bleibt: dem Lipödem. „Dabei handelt es sich um eine wahrscheinlich genetische Fettverteilungsstörung an Beinen, Hüfte, Po und Armen, die vor allem unter hormoneller Dysbalance zu Fettgewebswucherungen führt, die gegen Diät und Sport resistent sind“, so die Ärztin. „Im Körper besteht eine chronische Entzündung und es kommt zu Schmerzen an den betroffenen Stellen.“ Das Problem: Diese Erkrankung, an der rund jede 10. Frau leidet, ist bei vielen Ärzten noch unbekannt.

Übersicht zu diesem Artikel:
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