Dienstag, 26. Januar 2021

Dick durch Medikamente - Betablocker, Insulin und Schilddrüsenhormone

Ausgabe 2019.05
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Betablocker, Insulin und Schilddrüsenhormone
Auch Personen, die aufgrund von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder einer Herzschwäche mit Betablockern therapiert werden, klagen nicht selten über weniger Energie. Die Folge: weniger Bewegung, die Kilos steigen. „Eine Gewichtszunahme bei Betablockern ist allerdings nur gering“, beruhigt Widhalm. Auch eine Therapie mit dem Hormon Insulin, die bei Diabetes Typ 2 zur Anwendung kommt, kann zu einer raschen Gewichtszunahme aufgrund von Fetteinlagerungen führen – „vor allem dann, wenn Diabetiker therapeutisch schlecht eingestellt sind“, so Widhalm. „Dies ist in der Regel aber selten der Fall.“ Ebenso können Medikamente, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt werden (sogenannte Thyreostatika), eine Gewichtssteigerung zur Folge haben: „Bei einer Schilddrüsenüberfunktion arbeitet der Stoffwechsel auf einem höheren Niveau, der Organismus verbraucht also mehr Energie“, erläutert der Experte. „Reguliert man die Schilddrüsenfunktion durch Medikamente herab, sinkt auch der Energieverbrauch, weshalb man leichter an Gewicht zunimmt.“

Gegenmaßnahmen
Bei einer Gewichtszunahme handelt es sich zwar nicht per se um eine gefährliche Krankheit, sollte aber wegen möglicher Komplikationen (erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolisches Syndrom etc.) ernst genommen werden. „Auch die psychische Belastung bei unerwünschter Gewichtszunahme ist nicht zu unterschätzen!“, gibt Widhalm zu bedenken. Aus diesem Grund appelliert er an alle Ärzte, bereits zu Therapiebeginn die Patienten über diese mögliche Nebenwirkung aufzuklären und wirksame Gegenmaßnahmen zu besprechen: Darunter fallen zum Beispiel vermehrte Bewegung oder eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. „Die goldene Regel lautet: Wird zu viel Energie zu sich genommen, als erforderlich ist, kommt es zur Gewichtszunahme.“ Auch ein Medikamentenwechsel beziehungsweise eine Änderung der Dosierung können nützliche Maßnahmen sein, um einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Bei Ödemen können Entwässerungsmittel helfen. „Besprechen Sie diese Möglichkeiten unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie sich dafür entscheiden!“, betont Widhalm nachdrücklich, der abschließend rät: „Generell sollte im Rahmen jeder medikamentösen Therapie das Gewicht genau kontrolliert werden.“

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