Mittwoch, 20. November 2019

Diagnose Krebs - und nun?

Ausgabe 10/2011
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Die Diagnose Krebs  erschüttert Betroffene und Angehörige gleichermaßen. Mit  einem Schlag ändert sich das Leben radikal und unerbittlich.  GESÜNDER  LEBEN sagt, wie Sie mit dieser Diagnose zu leben lernen und wo es kompetente Unterstützung gibt.

Foto: istockphoto.com - fighting-cancer
„Die Diagnose Krebs bedeutet noch immer einen ,Sturz aus der normalen Wirklichkeit’. Denn sie konfrontiert uns brüsk und massiv mit unserer eigenen Endlichkeit – und das obwohl heute rund 60 Prozent aller Krebserkrankungen geheilt werden können“, sagt Dr. Günther Linemayr, Onkologe und langjähriges  Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Psychoonkologie. Der Experte weiß auch, warum das so ist: „Krebs hat von der Natur der Erkrankung her etwas Grauenhaftes und vor allem Unheimliches, denn dabei wird gewissermaßen ein Stück vom eigenen Körper ,böse‘ und bedroht den Menschen, und die Ursachen und Krankheitsmechanismen sind so komplex, dass man sich diese einfach nicht vorstellen kann: Das macht enorme Angst.“

Krebs: Zahlen und Fakten
  • 36.000 Menschen in Österreich erkranken jährlich an Krebs.
  • Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
  • Für beide Geschlechter stellen bösartige Tumorerkrankungen – nach Herz-Kreislauferkrankungen – die zweithäufigste Todesursache dar.
  • Frauen treffen am häufigsten Brust,- Darm-, Lungen- und Gebärmutterkrebs, Männer Prostata-, Lungen-, Darm-, Magen- und Harnblasenkrebs.
  • Weltweit erkranken pro Jahr fast acht Millionen Menschen an Krebs. Da die Menschen immer älter werden, gehen Experten davon aus, dass es in 20 Jahren etwa 15 Millionen Neuerkrankungen jährlich geben wird.
  • Andererseits gab es in den letzten zwei Jahrzehnten immer weniger Krebssterbefälle, denn frühere Diagnosestellungen und neue Therapiemethoden führten zu einer Verlängerung der Überlebensdauer von Krebspatienten: Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach einer Krebsdiagnose noch zu leben, liegt in Österreich bei 62 Prozent.
  • Österreich nimmt bei den 5-Jahresüberlebensraten im Europavergleich einen Spitzenplatz ein. Österreich findet sich hier unter den Top-5-Staaten.

Quelle: Statistik Austria, eigene Recherchen


Diagnose Krebs: Chaos im Kopf. Angst, die schon massiv einsetzen kann, wenn nur der Verdacht auf Krebs besteht. Weil man etwa einen Knoten ertastet oder weil ein Arzt aufgrund einer Routineuntersuchung etwas in dieser Richtung geäußert hat. Schock ist die häufigste Reaktion von Betroffenen und Angehörigen, alles, was sie bisher zum Thema Krebs gelesen oder gehört haben, wird nun abgerufen, im Kopf herrscht Chaos. „Das Wichtigste ist jetzt, sich möglichst rasch an einen kompetenten Facharzt des Vertrauens zu wenden, denn die Ängste und Beschwerden werden nicht kleiner, wenn man den Kopf in den Sand steckt, und zudem kann eine Krebserkrankung in der Regel umso besser und erfolgreicher behandelt werden, je früher sie diagnostiziert wird“, erklärt die Leiterin der Beratungsstelle der Krebshilfe Wien, Mag. Karin Isak, und sie weiß auch: „Alle schlimmen Gefühle, die jetzt auftauchen, sind in dieser Situation normal. Aber man sollte nicht damit allein bleiben. Das Gespräch mit guten Freunden oder mit kompetenten Psychologen in einer spezialisierten Beratungseinrichtung hilft. Und auch alles, was in vergangenen schwierigen Situationen hilfreich war, kann jetzt eine Unterstützung sein.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Diagnose Krebs - und nun?
Seite 2 Keine Pseudotröstungen!
Seite 3 Hilfe und Beratung

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