Dienstag, 19. Februar 2019

Diabetes geht uns alle an

Ausgabe 10/2009
Immer mehr und jüngere Menschen bekommen Diabetes. Eine Wohlstandskrankheit, die jeden treffen kann, warnen Experten.

Foto: Yuri Arcurs - fotolia.com
Die Zeiten, da Diabetes eine typische Alterserkrankung war, sind lange vorbei. Heute trifft es auch 40- und 30-Jährige, ja sogar Kinder. Aber: Manchmal dauert es fünf bis zehn Jahre, bis ein Diabetes überhaupt diagnostiziert wird. „Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Gewichtsveränderungen können die ersten Anzeichen sein, die den Hausarzt auf eine mögliche Zuckerkrankheit aufmerksam machen. Oft aber wird das Problem zum Beispiel erst im Zuge eines Herzinfarkts – einer der möglichen Spätschäden – diagnostiziert“, erklärt die Internistin und Diabetesspezialistin Univ.-Prof. Dr. Monika Lechleitner.

Wie entsteht Typ-2-Diabetes?
Rund 90 Prozent der 400.000 Diabetiker in Österreich leiden an Typ-2-Diabetes. Dabei bildet der Körper zu Beginn der Erkrankung zwar noch das lebensnotwendige Hormon Insulin, doch im weiteren Krankheitsverlauf verliert der Körper die Fähigkeit, auf Insulin richtig zu reagieren. Insulin wird jedoch von fast alle Körperzellen benötigen, um Zucker aus der Blutbahn aufnehmen und dann zu Energie verbrennen zu können. „Kann der Zucker nicht von den Zellen aufgenommen werden, steigt der Blutzucker an“, so Lechleitner. Ein Problem ist auch, dass 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker übergewichtig sind. Die übermäßige Nahrungsaufnahme verlangt dem Körper einiges ab:
  • Es muss zum einen vermehrt Insulin gebildet werden, und zusätzlich verringern die zu vielen Kilos die Empfindlichkeit des Körpers auf Insulin (= Insulinresistenz).
  • In der Folge bildet die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin, um diese Insulinresistenz auszugleichen. Zu Beginn eines Typ-2-Diabetes schafft es der Körper so, den Blutzuckerspiegel normal zu halten. Wer als Betroffener bereits hier ansetzt und aktiv wird, kann dem Organismus effizient dabei helfen, den Blutzucker möglichst lange im gesunden Bereich zu halten. Wie das geht? Nun, eigentlich ganz einfach, denn auch hier stützen die drei Säulen von Gewichtskontrolle, bewusster Ernährung und Bewegung.

Spätfolgen vermeiden

Allerdings führt die jahrelange Überforderung der Zellen letztendlich zur Erschöpfung der Insulinproduktion. Viele Betroffene benötigen in dieser Phase zusätzlich Medikamente (Tabletten oder Insulin). Ein gesunder Lebensstil und ärztliche Kontrolle sind jetzt unerlässlich, denn langfristig hat erhöhter Blutzucker verheerende Folgen: „Spätfolgen von Typ-2-Diabetes können Erblinden, Nierenversagen und Nervenschädigungen sein. Auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ist stark erhöht“, so Lechleitner. „Diese Spätfolgen können aber bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie vermieden werden. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass jeder um sein persönliches Diabetes-Risiko Bescheid weiß.“

Testen Sie Ihr Risiko
Übergewicht und Bewegungsmangel sind zwei wesentliche Faktoren, die das Risiko erhöhen, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Mit unserem Test können Sie Ihr Erkrankungsrisiko feststellen – und rechtzeitig gegensteuern!

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