Mittwoch, 26. Juni 2019

Der stille Krebs - Selbsthilfegruppen

Ausgabe 2013/05
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Selbsthilfegruppen

Hier finden Sie Rat und Hilfe:

Es braucht Erfahrung. Laut Reinthaller und Marth handelt es sich um eine der schwierigsten Operationen, und nicht zuletzt aus diesem Grund sollte die Behandlung an einer dafür spezialisierten Einrichtung durchgeführt werden. Selbstverständlich hängt der Erfolg von vielen Faktoren ab, unter anderem von Tumormerkmalen oder der Patientin selbst, aber eben auch von der Qualität der Behandlung. Marth: „Um eine solche Operation und eine anschließende Chemotherapie durchzuführen, braucht es Erfahrung. Wir operieren in Innsbruck bis zu 80 Patientinnen pro Jahr, und es gelingt uns bei etwa 80 Prozent der Patientinnen, den Tumor vollständig zu entfernen. Dabei arbeiten wir im Team mit anderen Disziplinen zusammen, schließlich hat dieser Krebs leider die Tendenz, sich sehr früh in der Bauchhöhle auszubreiten. Somit müssen oft auch Knoten auf dem Bauchfell, auf der Leber usw. entfernt werden.“ In Österreich sind die MedUni Wien und die Uniklinik Innsbruck die beiden einzigen durch die European Society of Gynaecological Oncology akkreditierten Zentren. Um etwa Nebenwirkungen der Chemotherapie zu verringern, werden supportive Therapien eingesetzt: „Neben Medikamenten gegen Übelkeit oder solchen, die das Blutbild verbessern, kommen auch Psychopharmaka zum Einsatz. Diese berühmten ‚Sunshine Pills‘ werden natürlich nur in Kombination mit einer Gesprächstherapie verschrieben“, weiß Reinthaller. An der MedUni Wien gibt es übrigens mehrere Psychoonkologen, die sich mit den psychischen und sozialen Folgen und Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung auseinandersetzen. Genauso kann moderates körperliches Training zwei- bis dreimal die Woche zum Beispiel das Müdigkeitssyndrom positiv beeinflussen und die kognitive Leistung verbessern. Überdies hat die eigentliche, möglichst evidenzbasierte Komplementärmedizin, laut Reinthaller durchaus ihre Berechtigung.

Selbsthilfegruppe Ovarcome. Bei Marianne Kohn liegt der letzte Eingriff nun zwei Jahre zurück. Gut gehe es ihr, „trotzdem schlottern die Knie, wenn ich einmal im Jahr in die Röhre muss. Außerdem schaue ich alle paar Monate bei Alexander Reinthaller vorbei, der mittlerweile ein sehr guter Freund geworden ist“, erzählt die Ikone des Wiener Nachtlebens, deren Erkrankung übrigens nicht familiär bedingt war – für sie ganz besonders wichtig, schließlich hat sie eine Tochter und zwei Enkeltöchter. Ihre 67 Jahre merkt man Kohn nicht an: Sie geht jeden Tag mit ihren Hunden spazieren, verbringt die Abende in der Loos Bar – auch wenn es sie etwa am Wochenende schon ab und an aufs Land zieht –, und zusammen mit Dr. Paul Speiser, Gynäkologe in Wien und gesamtklinischer Oberarzt der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am AKH Wien, hat sie die Selbsthilfegruppe „Ovarcome“ gegründet – eine Plattform für Eierstockkrebs. Anderen Betroffenen zu helfen und sie im Kampf gegen diese schreckliche Krankheit zu unterstützen ist Kohn ein Anliegen, immerhin hat sie am eigenen Leib erfahren, wie sehr Krebs einen verändert: „Ein Vorteil ist Krebs nicht, aber daneben wird alles andere banal.

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