Montag, 18. Dezember 2017

Der Spitzwegerich – ein Tonikum für viele Fälle

Ausgabe 2017.10

Im Zusammenhang mit Heilkräutern über den Krieg zu sprechen, ist ein heikles Unterfangen.


Foto: Adolf Blaim

So sehr sehnt sich die Welt nach Frieden, dass wohl kaum jemand wirklich Interesse daran hat, lebensbedrohende Szenarien zu verfolgen. Dennoch wage ich einen kurzen Abstecher in längst vergangene Jahrhunderte, wo man sich einer bestimmten Waffe bediente. Gemeint ist die Lanze, ein Gerät sowohl für die Verteidigung als auch für die Jagd. Der wissenschaftliche Name des Spitzwegerichs (Plan-tago lanceolata) weist darauf hin, dass die Blätter dem besagten geschmiedeten Instrument in ihrer Form sehr ähneln.
Das Erkennungsmerkmal des Spitzwegerichs sind die länglichen und schmalen Blätter. An deren Unterseite treten markant sogenannte Blattnerven hervor. Damit ist uns schon ein visueller Verweis gegeben, der uns folgerichtig schließen lässt, dass der grüne Genosse Wirkstoffe in sich birgt, die der Stärkung unserer Nerven dienen. Die Schleimstoffe wiederum, die der Spitzwegerich in seinen Teilen aufweist, wirken bei Entzündungen der Atemwege reizlindernd, seine vorhandenen Gerb­stoffe adstringierend. Wer getrocknete und zerkleinerte Blätter dieses Heilkrauts zur Verfügung hat, kann sich ganz einfach einen Tee zubereiten. Dazu nimmt man 2 Teelöffel dieser Droge, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt beides zusammen 15 Minuten lang zugedeckt ziehen. Dann abseihen und je nach Bedarf noch mit etwas Honig süßen, wenn man diesen Aufguss trinken möchte.
Aber es gibt auch äußerliche Anwendungen, wobei man den Tee pur verwendet. Bei Insektenstichen, Verletzungen, Geschwüren oder Hautentzündungen kann Spitzwegerichtee herangezogen werden, um damit Auflagen durchzuführen, die man spätestens alle fünf Stunden wechselt. Mit dieser Methode haben schon viele gute Erfahrungen gemacht.
Und wem das Zahnfleisch Sorgen bereitet, weil es von schwacher Konstitution ist oder weil es leicht blutet oder gar entzündet ist, der nehme den warmen Tee und führe mit ihm mehrmals am Tag Spülungen durch, die durchaus eine Wende dieser misslichen Lage herbeizuführen imstande sind. So möchte ich heute eine Lanze für den Spitzwegerich brechen, der u. a. im Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857–1945)  einen großen Fürsprecher hat: „Den Wegerich hat der liebe Gott an alle Wege gestreut, damit wir ihn stets bei der Hand haben,     das beste und häufigste aller Heilkräuter.“

Weitere Informationen:
Kräuterpfarrer-Zentrum
3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/70 70-11 oder -31
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.kraeuterpfarrer.at

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