Montag, 18. Februar 2019

Der perfekte Arbeitsplatz

Ausgabe 2014.04
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Millionen Österreicher arbeiten in Büros – was ungesund sein kann. Wir zeigen, wie Ihr Arbeitsplatz aussehen sollte, um Muskeln, Augen, Gelenke und die Psyche fit und glücklich zu halten.


Foto: Can Stock Photo Inc. - bds

Beim Schreiben dieses Artikels muss ich mich selbst an der Nase nehmen – und vor allem: Haltung bewahren! Nach ausführlicher Recherche zum Thema frage ich mich, ob mein Bürostuhl eigentlich ergonomischen Ansprüchen gerecht wird, ob ich richtig sitze, genügend Beinfreiheit habe, der Schreibtisch gut ausgeleuchtet ist und ich mein Arbeitsmittel-Chaos bestehend aus Notebook, Tastatur, Kabelsalat, Papierstapel und Maus  zumindest überdenken sollte. Denn: Vielleicht liegen die Ursachen für meine gelegentlich auftretenden Nackenverspannungen und Rückenschmerzen doch näher als gedacht? So wie ich verbringen zahlreiche Menschen in Österreich etliche Stunden vor ihren Computerbildschirmen, um ihre Arbeit zu verrichten. Und viele von ihnen klagen über gesundheitliche Beschwerden, die bei Kopfschmerzen beginnen und bei einem Bandscheibenvorfall enden. Damit es erst gar nicht so weit kommt, lohnt es sich, seinen Arbeitsplatz unter die Lupe zu nehmen!

Dynamisch sitzen. Unser Körper braucht beides: Halt und Bewegung. Daher muss auch der perfekte Arbeitsstuhl diesen Anforderungen genügen und sowohl Mobilität als auch Stabilität ermöglichen, d. h. den aktiven (Muskeln und Sehnen) als auch den passiven Bewegungsapparat (Knochen, Gelenke, Bänder) schonen. Die Sitzhöhe ist dann optimal eingestellt, wenn die Oberschenkel – bei aufrechter Haltung und Fersenkontakt mit dem Boden – zum Knie hin eine abfallende Linie bilden, das Knie also tiefer als die Hüfte liegt. Der Winkel zwischen Rücken und Oberschenkel beträgt im Idealfall 110 Grad bis 120 Grad und wird auch als „offener Sitzwinkel“ bezeichnet. Er ermöglicht dem Becken mehr Spielraum nach vorne. „Empfehlenswert ist das sogenannte ,dynamische Sitzen‘, das bedeutet, dass bei aufrechter Haltung und einem Hin- und Herschaukeln der Kontakt zur Rückenlehne erhalten bleibt“, erklärt Dr. Christine Feichtinger, Arbeits- und Allgemeinmedizinerin im Linzer ASZ, dem Zentrum für Arbeitsmedizin, Gesundheit und Sicherheitsmanagement. Tipp zur Selbstkontrolle: Bei Bewegungen zwischen 30 Grad Vor- und 30 Grad Rückneigung sollte eine gedachte Linie vom Ohr über die Mitte des Schultergelenks bis zum Hüftgelenk bestehenbleiben. Eine zu niedrige Sitzhöhe hingegen erzeugt belastende Rundrückenhaltungen, während eine zu hohe Sitzhöhe zum Verlust der Bodenhaftung und daher zu Instabilität führt. Aber Achtung: Stundenlang in der perfekten Sitzhaltung zu verharren kann ebenso anstrengend sein. Feichtinger: „Man darf von Zeit zu Zeit auf dem Sessel wetzen oder lümmeln. Außerdem ist es ratsam, während des Arbeitsalltags regelmäßig aufzustehen und zu gehen. Abwechslung ist immer die beste Körperhaltung.“ Gehen Sie während des nächsten Telefonats also einfach einmal ein paar Schritte hin und her, vereinbaren Sie Besprechungstermine mündlich und besuchen Sie dabei den Kollegen im Dachgeschoß.

Die 12 Bildschirmtibeter

• Pro Übung nehmen Sie sich 10 bis 15 Sekunden Zeit.
• Stehen Sie nach jeder Übung kurz auf, um sich auszuschütteln.

  1. Die Arme über den Kopf strecken. Die Hände schließen, Handflächen nach oben drehen, nach oben drücken.
  2. Hände hinter Kopf verschränken, Oberkörper über die Sessellehne neigen, mit Ellbogen nach hinten ziehen.
  3. Hände hinter dem Kopf verschränken und Oberkörper stark zur Seite neigen. Öfters die Seiten wechseln.
  4. Mit der Hand an die gegenseitige Schulter zur Mitte ziehen, den Kopf zur angezogenen Schulter drehen.
  5. Beide Arme nach vorne strecken und überkreuzen. Die Handflächen zueinanderdrehen und Finger verschränken. im Handgelenk nach links und rechts beugen.
  6. Die Hände in Brusthöhe fest gegeneinanderpressen.
  7. Die Beine gestreckt überkreuzen und gegeneinanderdrücken. Nach dem Beinwechsel Übung wiederholen.
  8. Die flache Hand gegen die Stirn halten und mit dem Kopf dagegendrücken.
  9. Die flache Hand gegen den Hinterkopf halten und mit dem Kopf dagegendrücken.
  10. Die rechte Hand gegen die rechte Schläfe halten und mit dem Kopf seitwärts dagegendrücken.
  11. Die linke Hand gegen die linke Schläfe halten und mit dem Kopf seitwärts dagegendrücken.
  12. Mit gestreckten Armen nach unten beugen, dabei die Beine grätschen und kräftig strecken.

Quelle: Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Der perfekte Arbeitsplatz
Seite 2 Bürosessel

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