Montag, 27. Mai 2019

Der lästige Harnwegsinfekt

Ausgabe 2013/11

Schon wieder Harnwegsinfekt? Leider ist die lästige Blasenentzündung besonders für Frauen ein immer wiederkehrendes Leiden, doch man kann selbst einiges dagegen tun.


Foto: ®Can Stock Photo Inc. - bds

Draußen ist es nasskalt, die Temperaturen bewegen sich unter null, eigentlich möchte man keinen Hund auf die Straße jagen, aber der Termin im Büro ist unaufschiebbar, und dazu gehört auch das entsprechende Outfit, das sicher nicht aus zig Schichten wärmster Oma-Kleidung rund um Becken und Bauch bestehen soll. Nächstentags aber: Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch, vielleicht sogar eitriger Ausfluss – Harnwegsinfekt! „Eine solche ,Verkühlung‘ kann vor allem eine schon empfindliche Blase schwächen und zu einem Harnwegsinfekt führen, doch in den meisten Fällen ist die Verschleppung von Bakterien aus der Umgebung des Enddarms zur Harnröhre Ursache für den lästigen Harnwegsinfekt“, erklärt der Allgemeinmediziner Dr. Peter Topolovec.  

Frauen sind davon generell häufiger betroffen, da sie eine kürzere Harnröhre haben, und dies erleichtert Keimen den Aufstieg in die Harnblase, wo sie sich dann sehr gut weiter vermehren können. Außerdem gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die die Schutzfunktion der Scheide herabsetzen. Dazu zählen zum Beispiel auch intensiverer Geschlechtsverkehr und auch übertriebene Intimhygiene – vor allem mit stark parfümierten Substanzen, durch die die natürliche Bakterienflora im Genitalbereich nachteilig verändert wird. Aber auch falsch durchgeführte Hygiene kann zu Infekten führen: Frauen sollten sich immer von der Scheide in Richtung After reinigen, niemals in Gegenrichtung.

Vorsicht bei Schüttelfrost und Fieber! Die Experten unterscheiden übrigens zwei Formen des Harnwegsinfekts. „Beim Befall von Blase und Harnröhre spricht man vom unteren Harnwegsinfekt. Ankündigende Symptome sind häufiger Harndrang, schmerzhaftes Wasserlassen mit meist nur kleinen Harnmengen oder Brennen nach dem Harnlassen“, erläutert Dr. Topolovec die „harmlosere“ Form der Erkrankung, und er warnt davor, die Sache bei ernsthafteren Symptomen auf die leichte Schulter zu nehmen. „Sofern zusätzlich Schüttelfrost, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten, handelt es sich möglicherweise um einen sogenannten oberen Harnwegsinfekt mit Beteiligung der Niere. In diesem Fall ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.“ Der Arzt wird in jedem Fall eine Harnuntersuchung durchführen, aufgrund derer er dann entscheiden kann, ob eine Antibiotika-Therapie notwendig ist. Und auch wenn der Harnwegsinfekt immer wieder auftritt, wissen die Mediziner Rat: „Bei wiederkehrenden Infekten können wir durch die Bestimmung der Harnbakterien mittels eines sogenannten Antibiogramms das optimale Antibiotikum zur Therapie festlegen“, sagt Dr. Topolovec.

Wie Sie selbst handeln können. Doch in vielen Fällen ist die Blasenentzündung glücklicherweise harmlos, weil es sich dabei um den erwähnten unteren Harnwegsinfekt handelt, und gegen den kann man selbst einiges unternehmen. „Reichliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag und die häufige vollkommene Entleerung der Blase unterstützen das Ausschwemmen der Bakterien“, so der Allgemeinmediziner, der auch darauf hinweist, dass Herzpatienten die empfohlene Menge mit ihrem Arzt absprechen müssen. Der erfahrene Hausarzt empfiehlt vor allem Blasen-Nieren-Tee-Mischungen, die spezifische Heilpflanzen enthalten. Wer hingegen Wasser, Mineralwasser oder Kräuter- und Früchtetees bevorzugt, ist auch damit gut beraten. Wärme und Bettruhe werden ein Übriges tun, um die lästige Angelegenheit rasch ausheilen zu lassen, und wer der Sache vorbeugen will, kann zum Beispiel auch zu Preiselbeersaft greifen. Dr. Topolovec: „Die Inhaltsstoffe der Preiselbeere helfen, den Harn anzusäuern, womit man eine vorbeugende Wirkung erzielen kann.“  Was generell noch präventiv hilft, sind ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens eineinhalb Liter pro Tag) und das Vermeiden von Harnverhalten. Und: Auch warme Kleidung für den Becken- und Bauchbereich erfüllen laut dem Experten einen gesunden, vorbeugenden Effekt.

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