Donnerstag, 29. Oktober 2020

Der Krampf mit den Adern - Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten

Ausgabe 06/2012
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Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten. Eigentlich sollte man schon bei ersten Anzeichen den Facharzt aufsuchen und die Venen untersuchen lassen, denn die Behandlung von Krampfadern ist oft relativ einfach und befreit nachhaltig von einem lästigen und gesundheitsgefährdenden Leiden. Die älteste und effektivste Methode zur Behandlung venöser Erkrankungen ist die Kompressionstherapie mit Verbänden, Strümpfen oder Strumpfhosen. „Durch den Kompressionsstrumpf oder -verband wird von außen auf das Körpergewebe Druck ausgeübt, wodurch die Venenklappen wieder funktionstüchtig werden und venöse Stauungen vermieden werden können“, erklärt Minar. Die Bestellung und Anpassung dieser Strümpfe, die es heute übrigens schon in vielen modischen Farben und Ausführungen gibt, sollte man aber nur über den Fachhandel abwickeln, und der Sitz des jeweiligen Strumpfes muss vom verordnenden Arzt überprüft werden. Ob Ihr Venenproblem mit einer Kompressionstherapie gelöst werden kann, muss natürlich der Arzt entscheiden, denn nicht alle Betroffenen kommen dafür in Frage. Minar: „Patienten mit arteriellen Durchblutungsstörungen oder Herzinsuffizienz ist die Kompressionsbehandlung nicht zu empfehlen. Für sie ist die Behandlung mit Medikamenten eine Alternative.“

Verödung – rascher Eingriff, der wirkt. Einen kleinen Eingriff zur Ausschaltung von Besenreisern und kleinen Seitenast-Krampfadern stellt die Verödung dar. Minar: „Dabei wird mit einer feinen Nadel eine Verödungsflüssigkeit in die Krampfader gespritzt, um eine künstliche Entzündung zu erzeugen. Durch das Zusammendrücken der Vene mittels eines kleinen Tupfers verkleben die Venenwände und die Vene wird dauerhaft verschlossen. Danach ist eine konsequente Kompressionsbehandlung wichtig.“

Therapie starker Krampfadern. Bei starken Krampfadern (der sogenannten Stammvarikose) war früher eine Beseitigung nur durch eine Operation möglich. Dabei wird eine flexible Spezialsonde in die krankhaft erweiterte Vene eingeführt, bis zu deren Ende vorgeschoben und dort wieder ausgeleitet. Die Varize wird dann oben und unten durchtrennt, auf der Sonde fixiert und herausgezogen (= Stripping). Minar: „Die Stripping-Operation ist in Vollnarkose, Teilnarkose oder auch in Lokalanästhesie durchführbar, sie kann ambulant oder stationär erfolgen. Nach dem Eingriff ist für drei bis sechs Wochen eine Kompression mit elastischen Binden oder Kompressionsstrumpf zu empfehlen.“
In den letzten Jahren haben sich aber auch mehrere Ansätze zu alternativen, so- genanten minimal-invasiven endovaskulären Verfahren entwickelt. Allen gemeinsam ist der Versuch, durch Punktion der Vene ohne Hautschnitt und Notwendigkeit zur Allgemein- oder Epiduralanästhesie („Kreuzstich“) in einem ambulanten Eingriff ohne relevante Narbenbildung und Rekonvaleszenz zumindest gleich gute (Langzeit-) Ergebnisse zu erzielen wie die Chirurgie. Heute werden vor allem drei verschiedene solcher Verfahren als Therapieoption neben der Chirurgie angewendet – welche davon für den Patienten in Frage kommt, muss ein erfahrener Spezialist entscheiden.

Krampfadern in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft treten Krampfadern oder allgemeine Probleme mit den Beinen relativ häufig auf. Zu den bekannten Risikofaktoren für ein Krampfadernleiden kommen in dieser Zeit weitere erschwerend hinzu:

  • Die Hormonumstellung bewirkt auch eine Gefäßerweiterung.
  • Vor allem im Stehen kommt es zu einem Blutandrang in den Venen.
  • Die Geschwindigkeit des venösen Rückflusses nimmt ab.
  • Bereits früh in der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen um fast 20 l Prozent zu. Die Gebärmutter drückt auf eine Beckenvene.
  • Im Verlauf der Schwangerschaft nimmt der Druck in den Beinvenen im l Liegen und im Stehen zu und beträgt oft ein Vielfaches des normalen Drucks vor der Schwangerschaft.
  • Schon zu Beginn der zweiten Schwangerschaftshälfte wird im Liegen und besonders im Stehen ein großer Druck auf die Bauchvene ausgeübt. Dies führt sowohl zu einer Abnahme des venösen Blutrückflusses als auch zu einem Rückstau in die Beine.


Medikamente gegen Venenleiden. Mitunter kann die Behandlung von Venenleiden aber auch mit Medikamenten erfolgen. „Diese Arzneimittel – etwa mit dem Wirkstoff Oxerutin oder Rosskastaniensamenextrakt – stärken die innere Auskleidung der Vene: Die venösen Gefäße werden für den Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe weniger durchlässig“, erklärt Minar. „Flüssigkeitseinlagerungen, die für das Spannungs- und Schweregefühl verantwortlich sind, werden vermindert und die Versorgung des Gewebes verbessert.“ Diese Medikamente sind pflanzlicher Herkunft und bergen nur geringe Risiken hinsichtlich Neben- und Wechselwirkungen. Ebenfalls klar positiv: Die Kombination von Kompression und Medikament hat einen doppelt so starken Effekt wie jede Therapieform für sich alleine.

Ihre Beine – Ihr Leben.  Die Behandlung von Krampfadern ist – es sei nochmals gesagt – grundsätzlich nicht nur aus kosmetischen Gründen ratsam. Damit es gar nicht erst so weit kommt, das Problem medizinisch behandeln lassen zu müssen, haben wir für Sie einige Tipps gesammelt, was man zur Vorbeugung tun kann. Achten Sie also auf Ihre Beine – sie tragen Sie im Laufe Ihres Lebens bis zu 160.000 Kilometer durch die Welt!

Zusätzlich zu den allgemeinen Empfehlungen sollten Schwangere:
  • nicht zu tief sitzen und harte Stuhlkanten vermeiden (Beine auch nicht übereinanderschlagen).
  • am Arbeitsplatz oder bei langem Sitzen (z. B. im Flugzeug, Theater) die Beine häufig aktiv bewegen und immer wieder für kurze Zeit aufstehen.
  • konsequent Kompressionsstrümpfe (bzw. zur Prophylaxe Stützstrümpfe) tragen.
  • 4 bis 6 Wochen nach der Schwangerschaft sollten Sie Kompressionsstrümpfe tragen, da zu dieser Zeit eine Unterstützung des venösen Rückflusses besonders wichtig ist.

Übersicht zu diesem Artikel:
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