Sonntag, 15. September 2019

Der Krampf mit den Adern

Ausgabe 06/2012
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Etwa die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher leidet unter Venenbeschwerden. Vor allem im Sommer sorgen Krampfadern für Schmerzen – und sind nicht besonders hübsch anzusehen.

Foto: Sveditkt - istockphoto
Leiden Sie unter Venenbeschwerden? Dann sind Sie nicht allein: Etwa die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung  ist davon betroffen, und das sind bei Weitem nicht nur ältere Menschen. Venenleiden betreffen bei entsprechender Veranlagung schon junge Leute, und auch Menschen, die in stehenden oder sitzenden Berufen arbeiten, sich wenig bewegen und/oder übergewichtig sind, tragen ein erhöhtes Risiko. Zudem begünstigen Schwangerschaft und die Einnahme der Pille die Entstehung der ungeliebten Krampfadern.

Komplexes Venensystem. Das menschliche Venensystem ist übrigens hochkomplex. Alle Venen zusammengerechnet – von der kleinsten Verästelung bis zur großen Vene, die direkt zum Herzen führt – haben eine Länge von mehr als 160 Kilometern! Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das sauerstoffarme und von Nährstoffen entladene Blut in den Organen, Muskeln, Haut und Knochen zu sammeln und zum Herzen zurückzutransportieren. Diesen Blutfluss regulieren die Venenklappen, doch wenn diese anlagebedingt fehlen oder durch eine Venenerkrankung zerstört werden, kommt es zu einem Blutrückfluss in Richtung Füße mit verschiedenen krankhaften Auswirkungen. „Venenklappen sind dort am wichtigsten, wo kleinere Venen in größere einmünden. Wenn an diesen strategisch wichtigen Stellen die Mündungsklappen nicht schließen, kommt es zu einer massiven Druckerhöhung in der gesamten Vene. Wenn beispielsweise die Mündungsklappen an der großen Vene im Bein nicht dicht sind, entsteht ein Blutrückfluss aus der tiefen Oberschenkel- und Beckenvene. Dieser Vorgang ist verantwortlich für die Entstehung eines Krampfadernleidens dieser oberflächlichen Stammvene“, erklärt der Gefäßspezialist und Facharzt für Innere Medizin, Univ.-Prof. Dr. Erich Minar.

So beugen Sie Krampfadern vor!
  • Machen Sie regelmäßig Bewegung; vor allem Radfahren, Laufen, Gehen und l Schwimmen empfehlen sich!
  • Verzichten Sie weitgehend auf hohe Absätze und vermeiden Sie langes Stehen l und Sitzen.
  • Lagern Sie wann immer es geht die Beine hoch.
  • Gönnen Sie Ihren Beinen immer wieder kalte Duschen.
  • Tragen Sie keine zu enge Kleidung.
  • Vermeiden Sie warme Bäder und langes Sonnenbaden.
  • Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, gehen Sie regelmäßig zur Kontrolluntersuchung beim Gefäßspezialisten.


Krampfaderntypen. Die häufigste Form der Krampfadern ist mit über 70 Prozent der Fälle die primäre Varikosis. Ihre Ursache ist eine angeborene Venenwandschwäche und sie resultiert entweder in oberflächlichen, medizinisch unbedeutenden Verästelungen (z. B. Besenreiser), sogenannten retikulären Varizen, bei denen die Nebenäste der Hauptvenen betroffen sind, oder Stammvarizen, bei denen eine „undichte“ Klappe in einer Hauptvene das Blut zurückfließen lässt, wodurch sich die Vene erweitert. Die „sekundäre Varikosis“ entsteht nicht anlagebedingt, sondern infolge von Verlegungen oder Verstopfungen (Thrombosen) der tiefen Venen.

Warnzeichen für Krampfadern. Die wichtigsten und häufigsten Anzeichen für ein Krampfadernleiden sind schwere, müde Beine (vor allem in der warmen Jahreszeit), ein Spannungsgefühl in den Beinen und geschwollene Unterschenkel und Knöchel (besonders abends). Typischerweise nehmen die Beschwerden bei längerem Stehen oder Sitzen und bei Wärme zu. „Werden Krampfadern zu lange nicht behandelt, kann es zu Venenentzündungen, Ekzemen und im schlimmsten Fall zu Beingeschwüren kommen“, warnt Minar. „Eine Krampfader kann manchmal auch durch kleinste Verletzungen platzen, und es kann dadurch relativ schnell zu hohem Blutverlust kommen. Ist das geschehen, so sollte das auf jeden Fall ein Anlass sein, die Krampfadern behandeln zu lassen.“  

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Der Krampf mit den Adern
Seite 2 Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten

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