Montag, 20. Mai 2019

Der Echte Kerbel

30. Oktober 2012
Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mittlerweile sind wir die kalten Temperaturen des Herbsts gewohnt.

Foto: Petr Filippov - wikimedia Umso mehr schätzen wir daher die eine oder andere wärmende Wohltat. Dem Körper tut da vor allem eine warme Suppe gut, insbesondere wenn sie gut gewürzt ist. Wer diese Zeilen liest, dem werden die verschiedensten Pflanzen einfallen, die man für ein intensiveres Aroma verwenden kann, aber kaum jemand wird dabei an den Kerbel denken. Der Echte Kerbel (Anthriscus cerefolium) hat ein verwandtes Wildkraut, das sehr häufig auf unseren Wiesen und an den Wegrändern unserer Fluren zu finden ist: den Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris). Beide zählen zur großen Familie der Doldenblütler, die so manchem botanischen Amateur einige Rätsel beim Bestimmen der Pflanzen aufgibt.

Die heilige Hildegard von Bingen, die erst vor Kurzem in den Kreis der Kirchenlehrer aufgenommen wurde, schreibt in ihrem Werk „Physica“ Folgendes über unser Suppenkraut: „Der Kerbel ist von trockener Natur und er wächst weder von der starken Luft noch von der starken Feuchtigkeit der Erde, sondern in der schwachen Luft, bevor die Sommerwärme entsteht. Dennoch ist er mehr warm als kalt und diese Wärme ist gesund. (…) Zerstoße also den Kerbel, das heißt ,stamphe’, und beim Ausdrücken seines Saftes gieße ihn in Wein und gib es dem zu trinken, der Bruchwunden der Eingeweide hat. Und dies tue er oft und er wird geheilt werden.“
Die Verwendung des Kerbels hat also eine lange Tradition. Als Heilmittel bereits in der römischen Antike verwendet, finden wir ihn ab dem Mittelalter auch nördlich der Alpen, wie wir es z. B. am Klosterplan von St. Gallen ablesen können. Der Kerbel enthält Bitterstoffe, die vor allem den Entgiftungsorganen unseres Körpers dienlich sind. Zusammen mit einer Reihe von ätherischen Ölen wirkt dieses Heilkraut harntreibend, schleimlösend, krampfmindernd und menstruationsfördernd.

Wer zudem auch für die Pflege der Haut etwas tun möchte, ist gut beraten, mit dem Kerbelkraut einen Tee im Heißaufguss zu kochen. Diesen kann man entweder trinken oder als Badezusatz verwenden, damit der Fettgehalt der Haut reguliert werden kann und unsere äußerste Hülle glatt und geschmeidig wird. Darin bestätigt sich auch die Erfahrung der Volksheilkunde, die seit vielen Generationen um die blutreinigende Kraft des Kerbels weiß.

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