Dienstag, 17. September 2019

Das geht Ihnen an die Nieren!

Ausgabe 2014.04
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Nieren und Harnwege sind eine wichtige Kläranlage unseres Körpers. Ohne ihre Arbeit wären wir binnen kürzester Zeit tödlich vergiftet. Achten Sie daher auf die Gesundheit dieser Organe. Wir sagen Ihnen, wie.


Foto: Can Stock Photo Inc. - dolgachov

Klar, uns allen geht manchmal etwas „an die Nieren“. Tatsächlich wird es gefährlich, wenn Nieren und Harnwege nicht so funktionieren, wie sie sollen. Denn beide Organe sind eng aneinander- gekoppelt und stellen eine beachtliche Kläranlage unseres Körpers dar. Die Nieren filtern täglich rund 180 Liter Flüssigkeit – etwa eineinhalb Liter davon verlassen als Urin den Körper über Blase und Harnröhre. Dabei reinigen sie den Körper nicht nur von Abfallprodukten, sondern filtern auch wichtige Substanzen, die wir zum Leben brauchen, heraus und geben sie an den Blutkreislauf zurück.

Wie man trinken soll. „Mindestens eineinhalb bis zwei Liter täglich sind das notwendige Flüssigkeitsangebot an Niere und Blase. Und dabei ist auch die Regelmäßigkeit der Flüssigkeitszufuhr von Bedeutung“, sagt der Allgemeinmediziner und stv. Leiter der Abteilung Stoffwechsel-Rehabilitation im Lebens.Resort Ottenschlag, Dr. Christian Armin Rosenberg. Es ist also nicht günstig, die empfohlene Tagestrinkmenge auf einmal zu konsumieren, sondern es gilt vielmehr, sich Trinkrituale anzugewöhnen – etwa bei jeder Pause oder jede Stunde ein Glas Wasser (vielleicht mit Zitrone oder Sirup „verbessert“) zu trinken. Besonders Frauen, die generell weniger trinken als Männer, sind hier gefragt, etwas für ihre Nieren- und Blasengesundheit zu tun, und für alle Sportler oder Saunierer, die ins Schwitzen geraten, gilt: ein bis zwei Liter zusätzlich!

So arbeiten Nieren und Blase

Jede Nahrung, die wir aufnehmen, wird im Körperstoffwechsel verarbeitet. Dabei entstehen Abfallprodukte, die ausgeschieden werden müssen. Die Nieren sind wie Kläranlagen, die die nicht verwendbaren Stoffe filtern und zusammen mit überflüssigem Wasser als Harn ausscheiden. Außerdem haben diese Organe die Aufgabe, den Salz- und Wasserhaushalt zu regulieren. Sie sind an der Produktion von Vitaminen und Hormonen beteiligt und beeinflussen Blutbildung, Knochenstoffwechsel und den Blutdruck. Der Mensch verfügt über zwei Nieren, die das Blut filtern und den Harn konzentrieren. Der Harn fließt vom Nierenbecken durch den Harnleiter in die Blase und wird dann über die Harnröhre aus dem Körper entleert.

Vorsicht vor diesen Lebensmitteln! Auch mit der richtigen Ernährung kann man etwas für Niere und Blase tun. „Vor allem, wenn man zu Nierensteinen neigt, sollte man phosphathältige Lebensmittel wie Wurstwaren, gewisse Fertigprodukte wie etwa solche aus Teigwaren, Schmelzkäse sowie oxalsäurehältige Lebensmittel nur sehr vorsichtig genießen“, sagt Dr. Rosenberg. Gleiches gilt auch für zuckerhältige und fette Lebensmittel, denn sie können langfristig gesehen zur Entwicklung von Diabetes führen. Und dieser gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für Nierenerkrankungen. Kaffee und schwarzer Tee wiederum – in zu großen Mengen konsumiert – können die Blase reizen.

Von Blutdruck, Blutfetten und Bewegung. Besonders wichtig für die Nierengesundheit ist zudem die richtige Blutdruckeinstellung. „Bis 140/90 mmHg sollten die Blutdruckwerte sein, bei bereits bestehenden Nierenerkrankungen müssen sie noch niedriger liegen“, so der Experte. Ebenso sollten sich die Blutfettwerte unbedingt im Normbereich bewegen, denn vor allem das „böse“ LDL-Cholesterin kann die Niere schädigen. Last, but not least: Regelmäßige körperliche Betätigung hilft dabei, die Nieren gut durchblutet zu halten.  Ein Wort noch zu Medikamenten: „Nierenschädigend können vor allem die oft bedenkenlos konsumierten Schmerzmittel aus der Gruppe der sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wirken“, warnt Dr. Rosenberg. „Vorsicht ist auch bei gewissen Blutdruckmedikamenten – den ACE-Hemmern – sowie Lithiumpräparaten, die oft bei bipolaren Erkrankungen eingesetzt werden, geboten.“

Verkneifen Sie „es“ sich nicht! Weiter geht’s zum Thema Blasengesundheit. Zur Vorbeugung gehört hier der regelmäßige Toilettengang. Nach Möglichkeit sollte man „es“ sich also nicht verkneifen, denn je schneller Keime und Bakterien über den Harn den Körper verlassen, umso besser! Auch die richtige Intimhygiene ist wichtig! Beim Abwischen nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten vorgehen ist das eine, das andere: den Intimbereich nicht zu viel oder zu intensiv waschen, da sonst der wichtige Säureschutzmantel angegriffen wird. Dr. Rosenberg empfiehlt auch, spezielle Intimwaschlotionen, die etwa Milchsäurebakterien enthalten und so den normalen pH-Wert der Haut aufrechterhalten helfen, zu verwenden – zum Beispiel unterstützend dann, wenn man gerade eine Antibiotika-Therapie macht oder vorbeugend dann, wenn man oft ins Schwimmbad geht.

Sex und die möglichen Folgen. Ein anderes Kapitel in diesem Zusammenhang betrifft Sex als möglichen Auslöser von Harnwegsinfektionen, denn durch die mechanische Bewegung beim Geschlechtsverkehr können Bakterien aus dem Darm oder der Scheide in die Harnröhre gelangen und eine Blasenentzündung auslösen. Hat man das lästige Leiden einmal, so sollte man in dieser Zeit übrigens auf Sex verzichten. Nicht zu spaßen ist mit einer Harnwegsinfektion in der Schwangerschaft, wo es ohnehin eher zu Entzündungen kommt, weil durch die Hormonumstellung auch das Gleichgewicht der Schleimhäute  gestört werden kann und die Krankheitserreger so leichteres Spiel haben. „Echte Gefahr für Mutter und Kind besteht, wenn es zu aufsteigenden Infekten bis zur Nierenbeckenentzündung kommt. Schwangere sollten daher auch die geringsten Beschwerden in diesem Bereich ärztlich abklären lassen“, rät Dr. Rosenberg. Der Arztbesuch ist auch dringend empfohlen, wenn man Blut im Harn entdeckt, denn dahinter kann nicht nur eine in der Regel harmlose Blasenentzündung stecken, sondern dies kann auch Anzeichen einer Nierenerkrankung sein. Dr. Rosenberg: „Wenn zusätzlich Fieber und Schmerzen in der Nierengegend auftreten, muss man unbedingt den Arzt aufsuchen!“ Noch etwas: Gelb gefärbter Ausfluss ist nicht immer Anzeichen einer Scheidenentzündung, sondern kann auch auf eine Harnwegsinfektion hindeuten.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Das geht Ihnen an die Nieren!
Seite 2 Erkrankungen von Blase und Niere

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