Freitag, 24. Mai 2019

Das Geheimnis des inneren Dreiecks

Ausgabe 2017.04
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Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse bilden eine wichtige Einheit, wenn es um unsere Gesundheit geht. Was es mit diesem inneren Dreieck auf sich hat und was wir selbst tun können, damit es gut funktioniert, lesen Sie in GESÜNDER LEBEN.


Foto: Can Stock Photo - halfpoint

Mitte April endet die Fastenzeit und damit für viele auch die Zeit des Alkoholverzichts. Die Leber, aber ebenso Galle und Bauchspeicheldrüse werden Ihnen für diese „Auszeit“ danken. Während jedoch die Leber für viele keine Unbekannte ist, können wir mit den anderen beiden schon weniger anfangen.

GESÜNDER LEBEN möchte dieses sogenannte innere Dreieck ins Scheinwerferlicht rücken und zusammen mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Rainer Schöfl aufzeigen, welche lebenswichtigen Funktionen die drei Organe erfüllen, wie sie zusammenspielen und was wir tun können, damit sie gut funktionieren.

Die Leber: Produzent, Speicher und Entgifter.
Die Leber ist das wichtigste Organ, wenn es darum geht, Grundbausteine des Lebens aus der Nahrung zu bauen und daraus unter anderem Eiweißkörper, etwa Enzyme, zu bilden, die wir wiederum benötigen, um weitere Prozesse im Körper zu katalysieren. „Als zentrales Produkt stellt die Leber aus Aminosäuren Albumin her. Das ist der Haupteiweißkörper im Blut und sorgt dafür, dass das Wasser im Blut bleibt und wir somit eine ordentliche Durchblutung haben“, so Schöfl. Außerdem baut die Leber Fette, die aus dem Darm aufgenommen werden, in Cholesterin um, das wir beispielsweise für den Aufbau der Sexualhormone oder auch für die Produktion von Kortison und Vitamin D benötigen. Cholesterin ist also nicht per se schlecht. Des Weiteren ist die Leber ein Speicher für Kohlenhydrate und macht etwa aus Zucker oder Mehl den Speicherstoff Glykogen: Das sind aneinandergereihte Zuckermoleküle, die der Körper wieder in Zucker umwandeln kann, wenn er einmal länger keine Nahrung bekommt. Er schützt sich in gewisser Weise selbst vor einer Unterzuckerung. Genauso kann die Leber allerdings Fett speichern, was heutzutage leider immer öfter zu einer sogenannten Fettleber führt. Wir sollten daher bei fettreicher Nahrung, aber auch bei Fruktose bzw. Fruchtzucker aufpassen. Bekommt der Körper nämlich von Letzteren zu viel, baut er diese ebenfalls zu Fett um. Und natürlich hat die Leber auch die Aufgabe des Entgiftens. „Entweder werden die Giftstoffe über die Galle in den Darm und schließlich über den Stuhl ausgeschieden oder sie gelangen über das Blut in die Nieren und werden schlussendlich über den Harn abgegeben“, so Schöfl.

Müde Leber
Üppiges Essen, zu viel Alkohol sowie zum Beispiel Infektionen auf Fernreisen sind die Hauptursachen von Lebererkrankungen. Dazu zählen unter anderem Hepatitis A, B und C, Leberfibrose (übermäßige Vermehrung des Bindegewebes, das jedoch die Aufgaben einer gesunden Leber nicht übernehmen kann und diese in der Funktion stark einschränkt) und in der Folge mitunter Leberzirrhose, das Endstadium dieser chronischen Lebererkrankung, oder gar Leberkrebs. Allein: „Die Leber ist ein Organ, das zuerst einmal, selbst wenn es schon erkrankt ist, relativ wenige Beschwerden verursacht“, weiß der Experte. „Einzig Müdigkeit kann schon frühzeitig auf eine Lebererkrankung hinweisen, wobei das selbstverständlich ein sehr unspezifisches Symptom ist. Bis auf die Gelbsucht – diese sieht man auch bei recht harmlosen Erkrankungen wie etwa einer akuten Hepatitis – treten beispielsweise Bauchwasser, Bluterbrechen und Leberkoma erst sehr spät auf.“ Bei ungefähr einem Drittel der Österreicher, die unter einer fortgeschrittenen Lebererkrankung leiden, ist diese alkoholbedingt. In der Wissenschaft wird daher die Frage diskutiert, ob dies mit der genetischen Widerstandsfähigkeit zusammenhängt. „Da ist man sich noch nicht ganz sicher“, konstatiert Schöfl. „Es wurde jedenfalls ein molekularer Marker im Genpool entdeckt, der – je nachdem welche Form man davon hat – anscheinend darüber entscheidet, ob man zu Leberschäden neigt oder nicht. Dies gilt aber nicht nur für Alkohol, sondern auch im Hinblick auf Überernährung.“ Das ist freilich kein Freibrief für übermäßigen Alkoholkonsum, denn Fakt ist: Alkohol ist für die Leber schädlich – genauso wie Kaffee günstig für sie ist. Das heißt nicht, dass Kaffee vor Lebererkrankungen komplett schützt oder die Leber gar gesund macht. Doch es gibt etliche Studien, die zeigen, dass regelmäßiger, durchaus reichlicher Kaffeekonsum (4-6 Espresso pro Tag, Anm.) mit weniger Leberleiden assoziiert ist.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Das Geheimnis des inneren Dreiecks
Seite 2 Die Galle

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