Montag, 20. Mai 2019

Burn-out und Stress

31. August 2011
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Burn-out und Stress

Stress zu erleben ist immer eine innere, biomechanische Reaktion auf das, was außerhalb des Körpers geschieht – also z.B. eine Anforderung. Diese Anforderung kann sowohl physisch als auch psychisch oder eine Kombination aus beidem sein.


Es gibt unterschiedliche Ansätze und Theorien zum Thema Stress und dessen Entstehung. Im Rahmen unserer Coaching- und Seminartätigkeit versuchen wir nach dem Ansatz von Lazarus einen Zugang zum Thema zu vermitteln.
  • Stress ist also die körperliche und seelische Reaktion die das Individuum aufwendet, um einer spezifischen Belastung gewachsen zu sein.
  • Stress führt in Folge zu vermehrter Aktivierung, wodurch unterschiedliche Emotionen freigesetzt werden die ihrerseits wiederum über die (Stress-)Anpassung mit entscheiden.
  • Ein Stressor ist eine Belastung (psychisch, physisch) die den Organismus zu einer Stressreaktion veranlasst.
  • Die Stressreaktion ist die Summe der Veränderungen die das Individuum in einer Belastungsphase aufwendet.

Dazu ein Beispiel aus dem Bewegungsumfeld: wenn ich bergauf gehe ist das genau genommen ein Stressor – der Organismus passt sich u.a. mit folgender „Stressreaktion“ an diese Belastung an: vermehrte Energiebereitstellung in der Beinmuskulatur, Erhöhung der Atem- und Pulsfrequenz um mit dem Blutstrom mehr nötigen Sauerstoff zu transportieren. Diese Anpassung setzt allerdings voraus, dass meine Beinmuskulatur und mein Herz-Kreislauf-System entsprechend trainiert sind. Wenn nicht, muss ich die Belastung abbrechen (stehen bleiben) oder langsamer gehen.

Das Ziel des Stresses ist also die Anpassung an eine Belastungssituation.

Neben der Bewertung eines Reizes ist immer auch die Quantität und die Qualität desselben wesentlich entscheidend dafür, ob eine Anpassung stattfinden kann oder nicht.

Ebenso von entscheidender Bedeutung ist dabei die innere Befindlichkeit des Betroffenen – welchen konditionellen Zustand er hat (physisch und psychisch), wie seine Vorerfahrungen mit ähnlichen Situationen sind und wie sehr er von seinem sozialen Umfeld unterstützt wird.

Zum Beispiel oben: wenn es nach dem Bergaufstück und der nächsten Kurve immer noch bergauf geht und nach der nächsten Kurve die Steigung sogar noch zunimmt, kann sich womöglich mein Herz-/Kreislaufsystem nicht mehr anpassen da die maximale Herzfrequenz erreicht ist und ich muss abbrechen.

Notfallreaktion – sie setzt dann ein, wenn das Individuum von einem starken Reiz getroffen wird, für den noch keine Anpassung besteht – diese unspezifische Reaktion besteht aus ausgeprägter Unruhe sowie einem hohen Angst- und Aggressionspegel.

Auf der hormonellen Ebene werden die Energiewege aktiviert – es kommt zu einer Erhöhung von Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin (Stresshormone).

Letztendlich führt die gegen den Stressor gerichtete Stressreaktion zur erforderlichen Anpassung und die Stressparameter normalisieren sich. Diese Anpassung ist aber nur vorübergehend und wird nach 3–4 Wochen wieder eingebüßt. Dies zeigt die Notwendigkeit, ein bestimmtes Anti-Stress-Programm kontinuierlich aufrecht zu erhalten, wenn eine bestimmte Anpassungsfähigkeit erhalten bleiben soll. Mit dieser Stresskompetenzstärkung geht auch immer eine Persönlichkeitsstärkung einher.

Stressreaktionen – Manifestationen
Reaktionen auf (negativen) Stress machen sich auf unterschiedlichen Ebenen bemerkbar. Auf der Ebene der…
  • Gedanken: Selbstvorwürfe wie „immer ich“, „das schaffe ich nie“, „jetzt ist alles aus“, …
  • Gefühle: Unsicherheit, Angst, Ärger, Unlust, Unzufriedenheit, Aggressivität
  • Körper: Anstieg von Puls, Blutdruck, Muskelanspannung, Atemfrequenz, Verdauung und Sexualfunktionen gestört
  • Verhalten: Hastig, verkrampft, gereizt, automatisiert, Essen, Rauchen, fehlerhafte Ausführung von Bewegungen, fehlende Pausen

Entsprechend kann an den unterschiedlichen Ebenen mit entsprechenden Techniken und Verfahren angesetzt werden.

Auf der körperlichen Ebene können Entspannungsverfahren zur Förderung der Regeneration und Wiederherstellung des Gleichgewichts erlernt und konsequent angewendet werden.

Auch auf der Verhaltensebene kann uns bewusstes, regulatives Verhalten dabei helfen, das Anspannungsniveau zu senken, z.B. durch ruhiges, bedachtes Bewegen, einer aufrechten Haltung und einem Lächeln auf den Lippen.
Übung: versuche zu lächeln und gleichzeitig an etwas Negatives zu denken – oder umgekehrt: denke an etwas Negatives und ziehe dann die Mundwinkel zu einem Lächeln nach oben – beobachte was geschieht!

Auf der Ebene der Gedanken gilt es, Techniken zu erarbeiten bzw. einzuüben die uns dabei unterstützen, bestimmte Situationen um zu bewerten, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und vielleicht plötzlich attraktiv zu finden.

Stressbewältigung – Techniken

Es gibt viele und unterschiedliche Verfahren die wir anwenden können um Stress entgegen zu wirken bzw. zu bewältigen. In der Folge eine Auswahl von Techniken:
  • Kognitive Verfahren – z. B. Konzentrationsübungen
  • Entspannungs- und Imaginationsverfahren (Vorstellung, Innere Bilder) – Progressive Muskelrelaxation (Muskelentspannung) nach Jacobson, Ruhebild, Phantasiereisen, Affirmationen, …
  • Atemschulung / Atmung – Klassisch, Yoga, etc.

Weiters je nach persönlichem Zugang diverse fernöstliche Verfahren und Techniken (Qi Gong, Yoga, etc.)

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Burn-out und Stress
Seite 2 Konzentrationsübungen


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