Freitag, 22. Februar 2019

Brustkrebs rechtzeitig erkennen!

Ausgabe 2016.04

5.000 Österreicherinnen erkranken jährlich an Brustkrebs, 1.500 Frauen sterben daran. Seit zwei Jahren gibt es für alle Frauen ab 40 Jahren das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - Ydur

Brustkrebs ist zwar noch immer die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, aber in den vergangenen Jahren gelang es, aufgrund von intensivierter Vorsorge und dem deutlich verminderten Einsatz der Hormonersatztherapie während der Wechseljahre sowie einer Verbesserung der Behandlung, die Sterblichkeit zu senken. Denn Brustkrebs ist im frühen Stadium nicht nur gut behandelbar, sondern in den meisten Fällen auch heilbar. Ein Schwerpunkt der Vorsorgemedizin wird seit 2014 mit dem österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, einem Screening der Frauen ab 40 Jahren, gesetzt. Dr. Marianne Bernhart, ärztliche Leiterin des Programms: „Das Ziel jedes Screening-Programms ist, dass die Mortalität sinkt. Es geht vorrangig darum, dass man den Tumor möglichst früh erkennt, um die Therapien geringer und deutlich schonender zu machen. Und damit eine möglichst gute Lebensqualität der betroffenen Frauen gewährleisten zu können.“

Je kleiner der Tumor, desto größer sind die Heilungschancen. Es kommt jedoch neben der Größe auch immer auf die Art und die Ausdehnung des Tumors, aber auch auf das Alter der Frau an, ob der Brustkrebs geheilt werden kann. Durch die rasante Zellteilung in jungen Jahren ist die Krankheit wesentlich lebensgefährlicher als im fortgeschrittenen Alter. Expertin Dr. Marianne Bernhart: „Im Vorfeld ist es ganz schwer zu sagen, ob eine Zelle sich vielleicht in einen Brustkrebs entwickelt oder nicht. Ob die Methoden immer besser werden und man gut- und bösartige Tumore besser auseinanderhalten kann, wird erst die Zukunft zeigen.“

Teilnahme an dem Programm ist freiwillig und kostenlos. Die Teilnahme an dem Programm ist freiwillig, kostenlos und richtet sich an gesunde Frauen ohne Beschwerden und ohne Anzeichen einer Brustkrebserkrankung. In der Altersgruppe von 45 bis 69 Jahren wird die e-card alle zwei Jahre automatisch freigeschaltet und die Frauen werden mit einem persönlichen Einladungsschreiben daran erinnert. Bei Frauen von 40 bis 44 und Frauen ab 70 Jahren wird die e-card nicht automatisch freigeschalten, die Möglichkeit an der Teilnahme ist aber nach einer Anmeldung gegeben. „Bei diesen beiden Altersgruppen ist es uns besonders wichtig, dass sie sich vorab über das Screening informieren,“, erklärt Onkologin Bernhart „da vor allem Frauen von 45 bis 69 Jahren nach internationalen Studien den größten Nutzen von der Teilnahme an einem solchen Screening-Programm haben.“ Und: Die Mammografie als systematische Früherkennungsuntersuchung wird für unter 40-jährige Frauen weltweit von keiner medizinischen Fachgesellschaft empfohlen. Achtung! Das Screeningprogramm richtet sich ausschließlich an Frauen, die keine Anzeichen einer Brustkrebs-Erkrankung haben. Die diagnostische Mammografie bei Beschwerden, Krankheitsverdacht, bei einer Brustkrebserkrankung oder im Rahmen der Nachsorge und bei familiär erhöhtem Risiko (siehe www.brustgenberatung.at) erfolgt nach wie vor jederzeit und altersunabhängig mit Zuweisung eines Arztes.

Unter der kostenlosen Nummer 0800 500 181 können Sie von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr anrufen. Fragen per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. werden so schnell wie möglich beantwortet. Alle Informationen zu dem Programm finden Sie im Internet unter www.frueh-erkennen.at.

Interview - „Eine Mammografie alle zwei Jahre reicht aus“

Dr. Marianne Bernhart,
Verantwortliche Medizinerin österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Expertin Dr. Marianne Bernhart über Mammografie, Ultraschall und die Selbstuntersuchung.


GESÜNDER LEBEN: Warum wird die Mammografie nur alle zwei Jahre empfohlen?
Dr. Marianne Bernhart: Alle zwei Jahre reicht aus; sich öfter der Strahlung auszusetzen bringt keinen Vorteil für die Frau. Es macht auch keinen Sinn, alle Frauen mit einer MR (Magnetresonanz) zu screenen, die weiterführenden Untersuchungen werden bei Verdacht sowieso gemacht. Österreich ist das einzige Land, in dem der Radiologe, wenn es ihm nötig erscheint, in der gleichen Sitzung auch noch eine Ultraschalluntersuchung macht. Das ist eine große Errungenschaft, da damit verhindert wird, dass den betroffenen Frauen noch ein zweiter Termin aufgebürdet wird und sie sich dazwischen unnötig ängstigen.

Was kann frau selbst tun?
Sich kritisch anzuschauen, zu betrachten, ob sich an der Brust, der Haut oder auch der Brustwarze etwas verändert. Eine gewisse Aufmerksamkeit zu haben, erachte ich für wichtiger, als in eine Strukturveränderung der Brust etwas hineinzuinterpretieren. Sich die Brust selbst abzutasten, wird zwar empfohlen, erweist sich jedoch nicht immer als zielführend, da sich die Brust je nach Hormonlage oft wie ein knotiges Gebilde anfühlt. Bei jeder Unsicherheit, bei allfälligen Schmerzen – auch wenn Brustkrebs an sich nicht schmerzt – empfehle ich generell, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen. Und natürlich ab 40 alle zwei Jahre zur Früherkennungsmammografie zu gehen.

Warum kann man die Mammografie bei diesem Programm nur in bestimmten Zentren machen?
Diese zertifizierten Zentren des Screening-Programmes werden laufend qualitätsgeprüft und verwenden ausschließlich digitale, strahlungsarme Geräte, die auf dem neuesten Stand der Technik sind. Die Radiologietechnologen und Röntgen-assistenten wurden speziell geschult, die Radiologen qualitätszertifiziert. Und ganz wichtig: Es muss eine Doppelbefundung gemacht werden. Da zwei Radiologen unabhängig voneinander den Befund ansehen müssen, kann es bis zu einer Woche dauern, bis man das Ergebnis erfährt. Die 190 zertifizierten Zentren sind auch für die Dokumentation verantwortlich.

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