Dienstag, 17. September 2019

Brennende Lippen

Ausgabe 11/2011
So gut wie jeder trägt den Herpesvirus in sich. Bei manchen unbemerkt, kommt er bei anderen immer wieder zum Vorschein. Was tun?

Foto: Uschi Dreiucker - pixelio.de
Jeder Mensch ist einzigartig. Dementsprechend reagiert auch jeder Körper unterschiedlich auf äußere Einflüsse. Mal ganz abgesehen davon, dass genau diese genetische Andersartigkeit unser Überleben sichert, besteht darin der Grund, warum manche Menschen unter Herpes leiden, während andere gar nicht wissen, wie sich ein Lippenbläschen anfühlt. Letzteres bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch diese Menschen Herpesviren in sich tragen. Meist unbemerkt und ohne Krankheitsanzeichen dringen Herpesviren in unseren Körper ein und gelangen dort in unser Nervensystem. Wenngleich die Viren und ebenso die infizierten Nervenzellen in den ersten Wochen der Infektion eliminiert werden, überlebt deren DNA in den restlichen Nervenzellen. Auch unser Immunsystem vermag die Herpesviren nicht zu bekämpfen, da sie in dieser Form unerkennbar sind. Sobald das Immunsystem aber geschwächt ist, haben sie leichtes Spiel und es kommt zur Reinfektion: Die Viren können dann nicht mehr in Schach gehalten werden und gelangen im wahrsten Sinne des Wortes ans Tageslicht. Dies kann in stressigen Zeiten passieren, wenn man krank ist, zu lange in der Sonne gelegen hat oder auch während der Menstruation.

Schmieren, waschen, Finger weg. Es gibt acht verschiedene Herpestypen, wobei Lippenherpes die bekannteste Form ist und zudem zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten der Haut zählt. Meist beginnt Herpes labialis – so der Fachausdruck – mit einem Kribbeln auf der Lippe. Ein schneller Griff zur Salbe mit einem virenhemmenden Wirkstoff ist dann zu empfehlen. In den überwiegenden Fällen verheilt Lippenherpes nach wenigen Tagen problemlos und auch Narben bleiben nur bei den wenigsten zurück. Dennoch müssen einige Dinge beachtet werden: Unter anderem sollte man die Bläschen möglichst nicht mit den Fingern berühren. Die Salbe kann man ebenso gut mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle auftragen. Um das Händewaschen im Anschluss kommt man dennoch nicht herum. Apropos Waschen: Bei der Gesichtsreinigung sind die Augen zuerst an der Reihe, dann folgt der Rest. So kann eine Virusübertragung ins Auge vermieden werden. Zum Abtrocknen verwendet man am besten immer ein frisches Handtuch. Und Kontaktlinsenträger greifen während der Erkrankungsphase lieber zur Brille. So muss man mit den Händen, an denen die Herpesviren haften könnten, nicht direkt in die Augen fahren.

Küss mich nicht! Hat sich das Herpesbläschen nach wenigen Tagen wieder verabschiedet, gilt es, eine erneute Infektion zu vermeiden. Daher gehören Zahnbürste und Lippenpflegestifte in den Mistkübel. Um ein Aufreißen der Kruste zu verhindern, sollten die Lippen allerdings liebevoll gepflegt werden. Vorzugsweise mit Pflegestiften, die einen LSF von mindestens 20 aufweisen. Übrigens heißt es während der Erkrankungsphase und auch kurz danach leider: Küssen verboten! Doch je konsequenter man ist, desto schneller sind die Lippen wieder einsatzbereit, denn zum Küssen sind sie schließlich da.

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