Dienstag, 21. Mai 2019

Blutdruck im Griff

Ausgabe 07-08/2009
So bleiben Sie gesund – wie Sie Ihre Risikofaktoren einfach ausschalten und Ihren Bluthochdruck ohne Medikamente senken können.

Foto: Verinize - Fotolia.com
Diagnose Bluthochdruck! Und noch im selben Augenblick schwören Sie sich: „Ab heute lebe ich gesünder!“ Wir alle wissen es schließlich: Zu fettes Essen, Stress, zu wenig Bewegung und Schlaf sowie die ein oder zwei Gläschen Wein oder Bier – gesund ist anders. Aber es sind so viele Punkte, wo also anfangen? Spätestens bei dieser Überlegung werden die Vorsätze wieder über Bord geworfen. Das Dumme dabei: Zu hoher Druck in den Adern tut zwar nicht weh, ist aber Risikofaktor Nummer eins für Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Gefahr in den Adern
Wer sein Blut ständig mit Überdruck durch die Adern pumpt, muss damit rechnen, dass seine Gefäße Schaden nehmen. Und das keineswegs nur bei besonders hohen Blutdruckwerten. Bleibt z.B. ein junger Mann mit einem dauerhaft erhöhten Blutdruck von 150/100 mmHg ohne Therapie, so sinkt seine Lebenserwartung um mehr als 16 Jahre. Nur bei einem optimalen Blutdruck von 120/80 mmHg, bleiben die Gefäße elastisch und durchgängig. In der Behandlung des Bluthochdrucks zählt also jeder mm Hg, der gesenkt werden kann – Sie gewinnen dadurch Lebensqualität und Lebensjahre.

Maßgeschneiderte Therapie
Jede Maßnahme zur Blutdrucksenkung ist eine ganz individuelle Entscheidung, die Arzt und Patient gemeinsam treffen. Es müssen die Blutdruckwerte in Abhängigkeit vom Alter des Patienten, von seinen Begleiterkrankungen und von bereits eingetretenen Schäden an Herz, Gehirn, Nieren und Gefäßen betrachtet werden. Diese Zusammenschau entscheidet über das Maßnahmenpaket:
  • Sind die Organe noch nicht geschädigt und ist der Blutdruck nur gering erhöht, können Sie zunächst Ihrem Lebensstil zu Leibe rücken.
  • Reicht der Schwenk zu einem gesunden Lebensstil nicht aus, braucht es zusätzlich Medikamente. Mit Eigeninitiative können Sie dennoch helfen, die zur Blutdrucksenkung notwendige Dosis geringer zu halten.
  • Sind bereits Schäden durch den Bluthochdruck vorhanden, ist eine medikamentöse Therapie unumgänglich.

Die Behandlung des Bluthochdrucks funktioniert also nach dem Baukastenprinzip. Maßnahme um Maßnahme wird zusammengeführt, um den erhöhten Blutdruck möglichst nahe an das Ideal von 120/80 mmHg zu bringen. Weltweit sind sich die Experten einig, dass sich Blutdrucksenkung in jeder Altersstufe auszahlt. Denn so wie sich das Risiko für Gefäßtodesfälle alle 20 mmHg verdoppelt, gewinnen Sie mit jedem Millimeter weniger auf der Quecksilbersäule Vitalität und gute Lebensjahre dazu.

Wie starte ich am besten?
Die gängigen Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil sind zahlreich. Angesetzt wird in der nicht medikamentösen Therapie des Bluthochdrucks genau bei jenen Faktoren, die den Druck in die Höhe treiben, also Gewicht, Ernährung, Bewegung usw. Doch der erste Schritt fällt schwer und oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Finden Sie also zunächst heraus, welche Risikofaktoren, die den Druck in die Höhe treiben, am ehesten auf Sie zutreffen. Dabei kann Ihnen der Test "Wie hoch ist mein Hochdruck-Risiko?" helfen, den Prof. Dr. Martin Middeke von der Europäischen Hypertonie-Gesellschaft entwickelt hat. Setzen Sie dort an, wo Sie im Test besonders hohe Punktezahlen erzielt haben: Gewicht, Ernährung, Bewegung, Stress, Alkohol oder Nikotin.

Blutdruck senken ohne Pillen
Mit etwas Engagement können Sie zur Blutdrucksenkung auch ohne Medikamente viel beitragen – ganz ohne Nebenwirkung, dafür mit konkreter Auswirkung auf Ihre Messwerte. Und so funktioniert‘s:

  • Schlank statt Michelin-Figur: Bis zu 20 mmHg minus, wenn Sie zehn Kilo abspecken. Übergewicht ist einer der Hauptgründe für zu hohen Druck. Besonders Bauchfett produziert blutdrucksteigernde Hormone. Übergewicht abzubauen wirkt daher fast so gut wie ein Medikament. Das Herz wird entlastet, Fett- und Zuckerstoffwechsel bessern sich. Mit jedem Kilo verlieren Sie 2 mmHg Druck!
Tipp: Keine Crash-Diäten! Wichtig ist Ihre persönliche Motivation, gesund zu bleiben und Ihre Lebensqualität zu erhöhen.

  • Kräuter statt Salz: Bis zu 15 mmHg minus durch Salzverzicht. Nur drei Gramm Salz brauchen wir pro Tag, essen aber durchschnittlich zehn. Versuchen Sie beim Kochen statt mit Salz mit Pfeffer und Kräutern würzen. In der Regel fällt die Umstellung auf weniger Salz leicht, nach 3–4 Tagen stellt sich der Geschmackssinn um.
Tipp: Achten Sie auf versteckte Salze in Fertiggerichten! Generell gilt, dass alle naturbelassenen Lebensmittel kochsalzfrei sind. Nehmen Sie daher 2 x pro Woche selbst zubereitetes Essen in die Arbeit mit.

  • Joggen statt Couch: Bis zu 20 mmHg minus durch regelmäßiges Training.  Ausdauersport (Wandern, Schwimmen, Radfahren, Joggen) weitet die Gefäße, der Druck sinkt. Bewegen Sie sich regelmäßig: 30 Minuten, 3–4 x pro Woche.
Tipp: Bauen Sie Ihre Kondition langsam auf, vermeiden Sie zu viel Anstrengung! Besprechen Sie Ihr Training zuvor mit Ihrem Arzt. Behalten Sie Puls und Blutdruck beim Training im Auge.

  • Entspannen statt Stress: Bis zu 15 mmHg minus durch weniger Stress, Alkohol und Nikotin. Machen Sie sich Stressfaktoren in Ihrem Alltag bewusst und versuchen Sie, diese gesund zu verarbeiten und nicht durch ungesunden Ersatzkonsum. Ein Gläschen ist genug. Und versuchen Sie, Abschied vom blauen Dunst zu nehmen. Noch zwei Stunden nach einer Zigarette ist der Blutdruck um 20 mm Hg erhöht.
Tipp: Teilen Sie Ihren Tag genau ein – Freizeit ist Pflicht! Erlernen Sie eine Entspannungstechnik und setzen Sie diese gezielt ein, auch mal statt einer Zigarette oder dem Feierabend-Achterl. Je näher Sie ans Therapieziel herankommen, desto besser werden Sie sich fühlen. Bleiben Sie dran, machen Sie dem Hochdruck Beine!

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information