Montag, 18. November 2019

Bleiben Sie gesund!

Ausgabe 10/2010
Haben Sie Ihre Gesundheit im Griff? Kennen Sie Ihren Body-Mass-Index, Ihre Blutwerte, Ihre Risikofaktoren? Die Vorsorgeuntersuchung lässt keine Fragen offen.

Foto: Iuliya Sunagatova - istockphoto.com
Vorsorge heißt das Zauberwort, wenn es darum geht, gesund zu bleiben bzw. Krankheiten so frühzeitig zu erkennen, dass sie geheilt werden können. Tatsächlich lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen im Jahr 1974, als die Vorsorgeuntersuchung in Österreich eingeführt wurde, bei ca. 75 Jahren, die der Männer bei 67 Jahren. Heute leben Frauen im Schnitt um sieben, Männer um acht Jahre länger.

Spiegel der Gesundheit
Ein konkretes Beispiel für den Wert von Früherkennung: Bei frühzeitiger Diagnose von Darmkrebs sind mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar. Die kostenlose Vorsorgeuntersuchung steht allen in Österreich lebenden Personen zu, und zwar ungeachtet dessen, ob sie krankenversichert sind oder nicht. Mehr als 6.700 Ärzte dürfen diese Untersuchung vornehmen. „Österreich hat wie nur wenige Länder in Europa ein wirklich hervorragendes Vorsorgeuntersuchungsprogramm, bei dem der einzelne Patient neben dem Krebsfrüherkennungsprogramm einen Spiegel über seinen Gesundheitszustand im Zusammenhang mit seiner Lebensführung vorgehalten bekommt. Das bietet den Menschen die Chance zu erkennen, inwieweit sie durch eine Änderung ihres Lebensstils ihre Gesundheit optimieren können“, sagt der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM), Dr. Reinhold Glehr.

Was die Untersuchung beinhaltet
Bei jeder Vorsorgeuntersuchung steht daher die ärztliche Beratung für gesundheitsförderndes Verhalten und die Bedeutung von Bewegung, Ernährung und Gewicht im Vordergrund, aber auch Empfehlungen bei Alkohol- und Nikotinkonsum oder Arzneimittelgebrauch. Die Vorsorgeuntersuchung umfasst eine Blutdruck- und Pulsmessung, verschiedene Tastbefunde der Organe sowie der Lymphknoten, das Abhören der Lunge, eine Blutabnahme zur Ermittlung der Laborwerte, einen Harnbefund mittels Teststreifen sowie ein EKG. Auch die Kontrolle des HNO-Bereichs, des Bewegungsapparats sowie des Zahnfleisches beziehungsweise des Zahnhalteapparats gehören mit dazu. Nicht automatisch beinhaltet ist ein HIV-Test. Dieser kann jedoch im Rahmen der Blutuntersuchung durchgeführt werden, ist allerdings kostenpflichtig (ab € 5, je nach Krankenkassa). Zusätzlich zum Hämoccult-Test (zum Nachweis von Blutspuren im Stuhl) ist die große Darmspiegelung für beide Geschlechter ab einem Alter von 50 Jahren im 10-Jahres-Rhythmus vorgesehen. Bei älteren Menschen wird auch besonderes Augenmerk auf die Hör- und Sehleistung gelegt. Bei Anzeichen für mögliche Erkrankungen erfolgt dann eine Überweisung an den zuständigen Facharzt.

Für Männer, für Frauen
Beim Mann wird die Prostata untersucht. Doch nur auf ausdrücklichen Wunsch kommt bei über 50-Jährigen auch der sogenannte PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs zum Einsatz. Frauenspezifische Untersuchungen sind etwa die Mammografie ab 40 Jahren – empfohlen im 2-Jahres-Rhythmus, beim Gynäkologen ein Genitalabstrich, weiters ein Muttermundabstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sowie eine Tastuntersuchung der Brüste.

Gute Noten für Mediziner
Die Ärzte sind mittels einer Leitlinie, die eigens für die Vorsorgeuntersuchung erstellt wurde, für ihre Aufgabe bestens gerüstet. Ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) bewertete die Qualität der Vorsorgeuntersuchungen bei drei Viertel der geprüften Ärzte mit „sehr gut“ oder „gut“. Aktuell werden mit der Vorsorgeuntersuchung rund 40 Prozent der Bevölkerung erreicht. Was noch viel zu wenig ist, wie der steirische Allgemeinmediziner Glehr betont. „Die meisten, die die Vorsorge in Anspruch nehmen, haben schon allein damit eine Entscheidung zu einer Verhaltensänderung getroffen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass sie eine der wirksamsten Maßnahmen ist, mehr Gesundheitsbewusstsein in die Bevölkerung zu tragen.“


Ihr Gesundheits-Check
Diese Untersuchungen sollten Sie keinesfalls versäumen – Sie können sie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung gratis in Anspruch nehmen. Der Hausarzt ist Ihre Anlaufstelle und koordiniert die Überweisungen zu Fachärzten.

Ab 18–39 Jahre (alle 3 Jahre), ab 40 Jahre (alle 2 Jahre)
  • Hausarzt: Herz-Kreislauf-Risikofaktoren (Laborwerte und Beratung zur Lebensführung, z.B. Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Zuckerkrankheit)
  • Frauenarzt: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, Brust-Tastuntersuchung
  • Radiologe: Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung
  • Zahnarzt: Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis erhöht z.B. das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko!)
  • Hautarzt: Melanom (Hautkrebs)-Früherkennung
  • Augenarzt: Glaukom-Früherkennung (erhöhter Augeninnendruck führt unbehandelt zum Erblinden)
Ab 50 Jahre
  • Internist/Gastroentrologe: Koloskopie (Darmspiegelung zur Darmkrebs-Früherkennung) alle 10 Jahre
  • Hausarzt/Urologe: PSA-Bestimmung (Prostatakrebs- Früherkennung) auf Wunsch des Patienten
Ab 65 Jahre
  • HNO-Arzt: Hörminderung / Hörverlust alle 2 Jahre
  • Augenarzt: altersbedingte Sehschwäche alle 2 Jahre

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