Montag, 30. März 2020

Bist du was du sein kannst? - Gedanken wie Sand

Ausgabe 2020.03
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Und wie geht das?
Was bedeutet es, in die Verantwortung zu gehen? Wie kann man sich mit seinen Glaubenssätzen auseinandersetzen? Und wie kann man dadurch seine Herzenswünsche erfüllen? In erster Linie brauche es, so Sarah Desai, „Mut. Mut, sich zu zeigen und ehrlich zu sich selbst zu sein. Viel zu oft verstecken wir uns nicht nur vor anderen, sondern vor allem vor uns selbst. Wir verstecken unsere Ängste genauso wie unsere innigsten Wünsche.“

Mut zur Ehrlichkeit – klingt an sich einfach. Doch wie oft sind wir tatsächlich ehrlich zu uns selbst? Oder anders gefragt: Wie oft belügen wir uns – selbst wenn es „nur“ vermeintliche Alltagslügen sind? Wie oft verstecken wir uns hinter Glaubenssätzen oder machen andere dafür verantwortlich, dass wir unser Leben nicht auf die Reihe bekommen? Nicht zuletzt aus diesem Grund braucht diese Art der Ehrlichkeit nicht nur Mut, sondern auch sehr viel Mitgefühl mit sich selbst. „Mitgefühl bedeutet, dass wir unser eigenes Wohlbefinden stets im Blick haben. Im Mitgefühl gibt es ein klares Ja – zu Verbundenheit, Verständnis und Vergebung. Und es gibt ein klares Nein – zu Missbrauch, Unterdrückung und Gewalt. Auch oder insbesondere dann, wenn wir Letzteres gegen uns selbst anwenden“, so Desai und fügt noch hinzu: „Umso mehr Mitgefühl wir mit uns selbst haben, umso mehr Mitgefühl können wir mit anderen haben.“

Gedanken wie Sand
In ihrem Buch beschreibt Sarah Desai verschiedenste Übungen, um Schritt für Schritt die Mauern des eigenen Gefängnisses abzubauen. Von der Arbeit mit dem inneren Kind über Visualisierungen, Mantras und positive Affirmationen bis hin zu Dankbarkeitspraxis und Meditation. Letztere war und ist für die Autorin das hilfreichste Tool, denn sie mache das Leben so viel einfacher und schöner. Doch wer nun glaubt, Mediation sei Wellness für den Geist, der ist auf dem Holzweg. Gerade zu Beginn ist Meditation mitunter irrsinnig anstrengend. In der Meditation – ob geführt oder frei – geht es unter anderem darum, sich die eigenen Gedanken genauer anzuschauen. Denn aus Gedanken entstehen ja auch Gefühle. „Der Geist ist wie ein Glas Wasser mit Sand, wobei der Sand für unsere Gedanken und Glaubenssätze steht. Durch Umrühren – also Bewegung – wird der Sand aufgewirbelt und vermischt sich mit dem Wasser. In der Meditation stellen wir das Glas hin, sodass sich der Sand absetzen und vom Wasser lösen kann. In dieser Ruhe können wir gewisse Muster erkennen – zum Beispiel, welche Ängste hochkommen, wenn wir uns einen Herzenswunsch erfüllen wollen. Und es ist diese Ruhe, die uns auch zeigt, dass hier Raum für mehr ist“, erklärt Desai. Es ist eine Art geschützter Raum, in dem man ehrlich zu sich selbst sein und sich fragen kann: Wo ist der Ursprung dieses oder jenes Glaubenssatzes? Wo sind die Wurzeln meiner Ängste? Welche Strategien wende ich immer wieder an, um mich selbst zu manipulieren? Muss ich das heute noch tun? Bin ich noch die Person, die ich vor 10, 20 Jahren war? Desai: „In der Meditation treten wir aus unserem eigenen Kopfkino heraus und werden zum Beobachter unseres Seins.“

Mach dich auf den Weg
Das braucht eben Mut – und Zeit sowie Übung. Wer nämlich beschlossen hat, aus dem eigenen Gefängnis auszubrechen, sich mit seinen Glaubenssätzen zu beschäftigen, um sie aufzulösen, und sich schlussendlich seine Wünsche zu erfüllen, wird schnell merken: Das geht nicht von heute auf morgen. Vielmehr ist es ein Prozess, bei dem wir Schritt für Schritt zu uns selbst finden. Es ist ein Weg, bei dem wir mit jedem Schritt in Richtung Freiheit gehen. 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Bist du was du sein kannst?
Seite 2 Gedanken wie Sand

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