Montag, 23. September 2019

Besser Leben mit Rheuma

Ausgabe 04.2015
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Rheumatische Erkrankungen sind nicht heilbar, aber behandelbar. Und mit einigen Tipps ist es möglich, ein ganz normales Leben zu führen – nicht trotz, sondern mit der Krankheit.


Foto: lightpoet - Canstock

Rund zwei Millionen Österreicher – immer öfter auch junge Menschen – leiden unter schmerzhaften und/oder entzündeten Gelenken, Morgensteifigkeit, Schwellungen oder anderen Beschwerden, die der Einfachheit halber oft unter dem Oberbegriff „Rheuma“ zusammengefasst werden. Dabei finden sich im sogenannten „rheumatischen Formenkreis“ rund 400 Krankheitsbilder. Von einer der folgenschwersten rheumatischen Erkrankung, der rheumatoiden Arthritis (RA), sind bis zu 170.000 Österreicher betroffen, darunter insbesondere Frauen. Für die Patienten selbst sind derartige Zahlen wohl nur insofern von Interesse, als dass sie ihnen verdeutlichen: Ihr seid nicht allein! Abgesehen davon gilt für sie aber in erster Linie, das (tägliche) Leben zu meistern.

Umfassendes Behandlungsteam. „Die Diagnose RA stellt Betroffene speziell zu Beginn der Erkrankung vor zahlreiche Fragen“, weiß DGKS Roswitha Ehrengruber, Rheumatologische Fachassistenz in der Rheumaambulanz des AKh Linz. Viele Erkrankte wollen es vorerst nicht wahrhaben. Verständlich, immerhin werden sie mit der Tatsache konfrontiert, dass sie an einer chronischen Erkrankung leiden, die sie für den Rest des Lebens begleiten wird. Obwohl diese Reaktion akzeptiert werden müsse, so Ehrengruber, „benötigt der Patient gerade in dieser ersten Phase breite Aufklärung rund um die Krankheit, aber auch hinsichtlich alltäglicher Dinge.“ Menschen mit Rheuma müssen umfassend betreut werden, möglichst von einem interprofessionellen Team, bestehend aus einem Facharzt für Rheumatologie, geschulten Pflegefachkräften, Ergo- und Physiotherapeuten, Diätologen, Soziologen und Psychologen. Bei der Suche nach dem richtigen Arzt ist fachliche Kompetenz eine Grundvoraussetzung. Ebenso wichtig ist allerdings Vertrauen. „Es bestätigt sich immer wieder, dass sich die Patienten viel eher an den Behandlungsplan halten, wenn dieser gemeinsam mit ihnen erstellt wurde. Und dafür braucht es eine Arzt-Patienten-Beziehung, die auf Vertrauen basiert“, betont Ehrengruber. Als spezialisierte Pflegefachkraft kann aber auch sie wesentlich zur Therapietreue der Betroffenen beitragen: „Pflegefachkräfte sind ebenfalls wichtige und kompetente Vertrauenspersonen, bei denen Patienten jederzeit nachfragen können, wenn sie beispielsweise beim Arztgespräch etwas nicht verstanden haben.“ Eine zusätzliche Möglichkeit ist der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa im Rahmen von Selbsthilfegruppen, Rückenschulen oder speziellen RA-Schulungen. Die Teilnahme an solchen Programmen, die unter anderem von Patientenorganisationen oder in den Rheumaambulanzen der Krankenhäuser angeboten werden, ist natürlich nicht jedermanns Sache. Doch viele – selbst jene, die anfangs eher skeptisch waren – sehen schlussendlich, wie sehr sie davon profitieren können. Wichtig dabei, so Rheumaschwester Ehrengruber: „Die Patienten müssen sich in der Gruppe wohlfühlen, denn nur dann können ein vertrauensvoller Austausch und mitunter sogar Freundschaften entstehen. Fakt ist: Von Zeit zu Zeit brauchen wir alle jemanden, bei dem wir das Herz ausschütten können – ganz besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen.“

10 wertvolle Tipps für ein Leben mit Rheuma
  1. Knüpfen Sie ein gutes Netzwerk, bestehend aus einem Arzt bzw. Rheumatologen Ihres Vertrauens, Ergo- und Physiotherapeuten, (geschulten) Pflegefachkräften, Diätologen, Soziologen und Psychologen.
  2. Erstellen Sie zusammen mit Ihrem Arzt einen Behandlungsplan, an den Sie sich halten können.
  3. Fragen Sie Ihren Arzt, aber sehr wohl auch Pflegefachkräfte.
  4. Tauschen Sie sich mit anderen Erkrankten aus.
  5. Greifen Sie zu frischen, natürlichen und nährstoffreichen Lebensmitteln.
  6. Machen Sie Sportarten, die Ihnen und Ihren Gelenken guttun (Schwimmen, Walken usw.).
  7. Informieren Sie sich über Hilfsmittel – sie können den Alltag mit Rheuma wesentlich erleichtern.
  8. Seien Sie im Hinblick auf Beruf und Hausarbeit Ihren Kollegen, Ihrer Familie, aber auch sich selbst gegenüber offen und ehrlich.
  9. Vermeiden Sie Stresssituationen.
  10. Gönnen Sie Ihrem Körper Pausen und planen Sie diese in den Tagesablauf ein.

Österreichische Rheumaliga: www.rheumaliga.at

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Besser Leben mit Rheuma
Seite 2 Ernährung und Bewegung

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