Sonntag, 22. September 2019

Bakterien Tatort Haushalt

Ausgabe 2015.07-08
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Die eigenen vier Wände sind nicht zu unterschätzen, wenn es um die Verbreitung von Keimen, Viren und Co geht. gesünder leben deckt die gefährlichsten Mikroorgansimusfallen im Haushalt auf.


Foto: Can Stock Photo Inc. - mihalec

Wenn wir unterwegs sind, sind wir uns bewusst, dass wir von Bakterien und Keimen umgeben sind. Das bestätigt auch Prof. Dr. Franz Reinthaler, Lehrender am Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz: „Mikroorganismen, also Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten, sind überall in unserer Umwelt anzutreffen, und wir haben grundsätzlich gelernt, mit ihnen zu ‚leben‘. Selbst in der ‚unbelasteten‘ Luft befinden sich über 1000 kultivierbare Bakterien und Pilze pro Kubikmeter.“ Was wir allerdings meist außer Acht lassen: Auch im häuslichen Bereich finden sich unterschiedliche Krankheitserreger. Bevor Sie an dieser Stelle panisch zum Putzlappen greifen: Der Großteil der Mikroorganismen im Haushalt stellt keine oder nur eine geringe Gefahr für unsere Gesundheit dar. „Wie gefährlich die Krankheitserreger tatsächlich sind, hängt von der Art, der Menge sowie der Art der Aufnahme ab“, beruhigt der Experte. „Von Salmonellen beispielsweise müssten Sie etwa 1000 an der Zahl schlucken, um krank zu werden. Bei Legionellen [Bakterien, die sich im warmen, feuchten Gebiet vermehren; Anm. d. Red.] reicht es, nur 10 bis 100 einzuatmen. Bei Verletzungen können über die Wunden die Krankheitserreger schon in geringerer Zahl zu unterschiedlichen Erkrankungen, zum Beispiel Sepsis, führen.“

WC und Bad. Gleich zu Beginn: Das WC wird seinem unhygienischen Ruf auch in der eigenen Wohnung nicht gerecht. Was Mikroben anbelangt, ist das stille Örtchen überraschend zurückhaltend: US-amerikanische Wissenschafter haben im Rahmen einer Studie WC-Brillen von mehreren Haushalten unter die Lupe genommen und dabei rund 200 Mikroorganismen auf einem Quadratzentimeter gefunden (in derselben Studie wird empfohlen, die Toilette einmal wöchentlich gründlich zu reinigen). Zum Vergleich: Auf einem Quadratzentimeter Küchenschwamm befinden sich ganze 100 Millionen dieser Tierchen. Die Küche ist jener Ort, in dem sich die meisten Mikroorganismen wohlfühlen und sich einnisten. Geschirrschwämme, Putzlappen, aber auch Geschirrtücher sind mit Abstand die größten Bakterienfallen in der Küche, weshalb man sie regelmäßig austauschen bzw. bei mindestens 60 Grad waschen sollte. Experten raten, feuchte Schwämme zwei Minuten bei maximaler Strahlungsleistung in die Mikrowelle zu legen: so werden 99 Prozent der Mikroben abgetötet.  Nicht zu vernachlässigen sind Küchenarmaturen sowie vor allem das Abwaschbecken – hier fanden Forscher der University of Arizona (USA) bis zu 10.000 Bakterien. Beim Reinigen (am besten mit Essig) ist es wichtig, auch den Abfluss nicht zu vergessen, da sich hier viele Essensreste und somit Krankheitserreger ansammeln.

Kühlschrank nicht vergessen. Auch in den Furchen älterer Schneidbretter sammeln sich viele Bakterien an – laut genannter Studie durchschnittlich 62.000 pro zwei bis drei Quadratmeter. Dabei macht es laut Experten keinen Unterschied, ob es sich um Bretter aus Kunststoff oder Holz handelt. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn mit rohem Fleisch gearbeitet wird. Denn darin enthaltene potenzielle Krankheitserreger, wie zum Beispiel Salmonellen oder Campylobacter, können bei unvorsichtiger Handhabung mit nicht gekochten Nahrungsmitteln in Berührung kommen und so starke Durchfälle auslösen. Wichtig ist also, rohes Fleisch auf einem anderen Brett bzw. mit einem anderen Messer als etwa Gemüse zu schneiden. Das Schneidbrettchen sollte immer im Geschirrspüler gereinigt werden. Nicht zuletzt stellt der Kühlschrank eine nicht zu unterschätzende Brutstätte für die unterschiedlichsten Keime dar, beispielsweise Schimmelpilze oder Listerien. Die Wissenschafter der University of Arizona entdeckten in Kühlschränken im Schnitt 11,4 Millionen Keime pro Quadratzentimeter. Durch die Nahrungsreste wird es möglich, dass sich Keime auch über einen längeren Zeitraum verstärkt vermehren können. Zudem finden sich besonders auf der Rückwand des Kühlschranks aufgrund des Kondenswassers besonders viele Bakterien (allen voran Schimmelpilze). Experten raten eine Kühlschranktemperatur von zwei bis sechs Grad sowie ein regelmäßiges Reinigen mit lauwarmem Essigwasser.

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