Dienstag, 19. Februar 2019

Aufguss bitte!

Ausgabe 02/2010
Je öfter Sie ins Schwitzen kommen, desto besser; denn Saunafreunde sammeln ganz entspannt Pluspunkte für ihre Gesundheit – vorausgesetzt Sauna, Dampfbad & Co werden richtig genutzt.

Foto: tBoyan - istockphoto
Wer sauniert, setzt seinen Körper einer positiven Stresssituation aus: Der Stoffwechsel wird angekurbelt und der gesamte Organismus auf erhöhte Leistungsbereitschaft umgestellt. „Die Gefäße werden geweitet, die Blutzirkulation und die Nierentätigkeit angeregt und die Muskeln entspannen sich“, nennt Dr. Hertha Rath, Kurärztin in der Therme Loipersdorf, gute Gründe für eine Schwitzkur. „Saunieren ist wie Ausdauersport in einer abgespeckten Variante. Regelmäßiges Schwitzen stärkt die Abwehrkräfte und das Herz-Kreislaufsystem.“ Angenehmer Nebeneffekt: Schwitzen macht auch schön. „Saunieren reinigt die Haut, versorgt sie mit Feuchtigkeit und lässt den Teint strahlen. Auch bei Akne verbessert die erhöhte Durchblutung das Hautbild.“

Worauf Sie achten sollten

Doch bevor es in den Schwitzkasten geht, sollten Sie ein paar Regeln beherzigen:

1. Saunieren ist weder Spektakel noch Hochleistungssport. „Exotische Aufgüsse fallen eher in die Spektakel- als in die Wohlbefinden-Liga. Ihr gesundheitlicher Nutzen ist gering“, sagt die Kurärztin.
2. Nicht jeder darf in die Sauna. „Für Patienten mit einer Schilddrüsen-Überfunktion, Venenentzündungen oder Fieber ist die Sauna tabu.“ Bei Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma oder Venenleiden sollten Sie vorher unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen.
3. Hochprozentiges muss draußen bleiben. Rath: „Schnapsaufgüsse sind im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee.“

Temperaturen zum Wohlfühlen

Wer richtig Dampf ablassen will, sollte sich Zeit nehmen und dabei lieber einen Gang zurückschalten. „Mehr Hitze bringt nicht unbedingt mehr gesundheitlichen Nutzen“, warnt Rath. Und es muss ja auch nicht immer extrem heiß zur Sache gehen, schließlich gibt es verschiedene Arten, ins Schwitzen zu kommen und jede Variante hat ihre Vorzüge.“
  • Tepidarium: Mit 39 ºC, hoher Luftfeuchtigkeit, warmen Steinliegen und trockener Luft ist das Tepidarium die ideale Sauna für Anfänger. Hier darf man ruhig 30 Minuten relaxen. Rath: „Sie haben allen positiven Effekten einer Sauna – nur eben ohne die große Hitze.“
  • Salarium: 24 ºC und nichts als Salz auf Ihrer Haut. Empfohlen wird ein Aufenthalt von bis zu einer halben Stunde. Rath: „Das Reizklima wirkt schleimlösend, wovon besonders die oberen Atemwege profitieren.“
  • Dampfbad: Rund 50 ºC bei 50 Grad Luftfeuchtigkeit und viel Dampf: Die Poren der Haut öffnen sich und der Dampf tut den Atemwegen gut. Aufenthaltsdauer: rund 15 Minuten – je nach Wohlbefinden. Rath: „Egal, ob Römisches Bad, Hammam oder Aromagrotte: Im Dampfnebel fühlt man sich einfach wohl.“
  • Finnische Sauna: Bis zu 100 ºC auf den oberen Rängen, Luftfeuchtigkeit zwischen fünf und 15 Prozent, ein prickelndes Gefühl auf der Haut und Aufgüsse, die noch zusätzlich einheizen. Bitte unbedingt unten starten und die maximale Dauer von 15 Minuten nicht überbieten. Rath: „Die Holzsauna ist in erster Linie für Menschen geeignet, die Hitze gut vertragen.“
  • Infrarotkabine: Bis zu 40 ºC Raumtemperatur erzeugen die Infrarotstrahlen und damit Wärme, die wenige Millimeter unter die Haut geht. Der Kreislauf wird nicht belastet. Rath: „Infrarotkabinen sind eine sanfte Wärmebehandlung, die auch bei Leiden wie Bluthochdruck oder Venenerkrankungen zum Einsatz kommt.“ Egal, für welche Schwitzkur Sie sich entscheiden, Sie können nur gewinnen, denn Saunafreunde verschaffen sich nicht nur wohltuende Entspannung und tun damit ihrer Psyche Gutes, sondern sie sind auch gesündere Menschen, die seltener krank werden. Aufguss bitte!

Saunieren, aber richtig!

DONT’S
  • Nie mit vollem Magen schwitzen. Zwischen der letzten Mahlzeit und dem Saunagang sollte mindestens eine Stunde liegen.
  • Keine Turbostarts. Der erste Saunagang dient zum Aufwärmen. Also: Unten hinsetzen und nach zwölf Minuten reicht’s!
  • Keine Härtetests. Tauchbecken werden überschätzt. Besonders ältere Menschen könnten dadurch Probleme mit dem Blutdruck bekommen. Genauso effektive Abkühlung bringt Frischluft.
  • Keine Duftexperimente. Verwenden Sie keine ätherischen Öle aus der eigenen Duftlampe, es braucht eigens dafür hergestellte Saunaöle.
  • Nicht auf’s Trinken vergessen. Wer sauniert, verliert Flüssigkeit. Schenken Sie sich ordentlich ein.
  • Keine Mengenrekorde. Drei Saunagänge pro Tag sind genug. Gehen Sie öfter, wird’s ungesund.

DO’S
  • Bereiten Sie sich vor. Merke: Vor jedem Saunagang duschen und gründlich abtrocknen. Gehen Sie nicht nass in die Kabine, das verzögert das Schwitzen.
  • Machen Sie sich lang. Es empfiehlt sich, in der Sauna die Beine in derselben Ebene mit dem Po zu lagern. Ideal – wenn Platz ist – ist die Rückenlage. Ebenso empfehlenswert: sitzen und die Beine anziehen.
  • Genießen Sie die Auszeit. Ein Wellness-Tag ist zum Relaxen da, also bitte keine Hektik. Sondern ausreichend zwischen den Saunagängen pausieren.
  • Und dann ab ins Bett. Wer abends inneren Dampf ablässt, der fällt wenige Stunden später in einen angenehmen Schlaf. Saunieren ist ein gesundes Betthupferl.

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