Montag, 20. Mai 2019

Alles neu macht der Herbst

Ausgabe 09/2013
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Der Urlaub ist zu Ende und der Alltag hat uns wieder. Hier erfahren Sie, wie Sie das positive Lebensgefühl des Sommers in Ihren Alltag integrieren.


Foto: Can Stock Photo Inc. - yellowj

September ist es. Die ganz große Hitze ist vorbei, die Sonne wärmt, sie brennt jedoch nicht mehr, die Luft ist frisch und draußen riecht es nach Herbst, wir können die Fenster wieder weit öffnen, wir sind ausgeruht und haben wieder mehr Lust, uns zu bewegen. Die Natur hat ihr prächtigstes Kleid angelegt, und auch wenn der eine oder andere Baum bereits seine Blätter verliert – wir haben noch viel Zeit, den Frühherbst mit allen Sinnen zu genießen. Körper und Psyche sind dabei, sich umzustellen, wir werden wieder ruhiger, der Alltag hat uns wieder. Manchmal denken wir noch an den Urlaub, mit leichter Wehmut, wir können es noch hören, das beruhigende Meeresrauschen, wir haben die atemberaubende Aussicht von den erklommenen Gipfeln noch im Kopf, den Geschmack der gegrillten Fische und des wunderbaren Weins noch im Mund … 

Lebensfreude in den Alltag bringen.

Im Urlaub haben Sie sich fest vorgenommen, das Lebensgefühl, mit allem, was dazugehört – Langsamkeit, Lockerheit, Leichtigkeit, Lebenslust –, mit in Ihren Alltag zu nehmen, dem Trott etwas entgegenzusetzen, Anforderungen und Herausforderungen gelassen und gut gelaunt zu bewältigen, Hektik und Stress erst gar nicht aufkommen zu lassen. Eine gute Entscheidung, die im Übrigen gar nicht so schwer umzusetzen ist. Sie brauchen nur gut zu sich selbst sein. Mehr nicht. Prof. Dr. Tobias Esch vom Institut für Integrative Medizin und Gesundheitsforschung in Potsdam und Dr. Sonja Maren Esch von Institut für Mind-Body-Medizin in Potsdam schreiben in ihrem Buch „Stressbewältigung mithilfe der Mind-Body-Medizin": „Ist es schicksalshaft und unabdingbar, dass wir keine Zeit mehr für Muße haben und zunehmend nur noch, wie es scheint, funktional, fremdbestimmt und getrieben sind? Ist es ein zwingender Preis der Moderne, dass alles immer schneller, höher, weiter gehen muss?" Die klare Antwort der beiden Ärzte: nein. Im Alltag werden die Weichen auf Gesundheit oder Krankheit, auf Leistung und Effizienz, Flow, Glück und Zufriedenheit gestellt. Alltag ist Leben, das Jetzt zählt – und zwar jeder Moment. Die Botschaft der Experten lautet daher: Es darf Ihnen gut gehen! Werden Sie sich dessen bewusst – und genießen Sie es, sich Zeit für sich zu nehmen. 

 

Bringen Sie Ruhe in Ihren Alltag.

Die These der Experten: „Wer heute nicht aktiv und bewusst mit den Lebensbedingungen der modernen Welt umzugehen versteht, der hat nicht nur ein hohes Risiko, sich zivilisationsbedingte Krankheiten zuzuziehen, sondern steht auch innerlich unter Druck, fühlt sich wie im Hamsterrad. Und ist letztendlich auch nicht glücklich." Die vier zentralen Säulen der Mind-Body-Medizin sind daher: gesundes und stressreduziertes Verhalten, ausreichend Bewegung, innere Einkehr und Entspannung sowie gesunde Ernährung. GESÜNDER LEBEN fasst für Sie die wichtigsten Experten-Tipps aus diesem Sachbuch zusammen.

So stärken Sie Ihre Widerstandskraft und Stressresistenz

Was Sie tun können, damit Sie sich gut fühlen.

  • Nehmen Sie sich täglich Zeit für eine Entspannungsübung.
  • Praktizieren Sie täglich Neues und Gutes.
  • Tun Sie sich selbst etwas Gutes – mindestens einmal in der Woche.
  • Registrieren Sie, was Sie essen, achten Sie darauf, welche Nahrungsmittel Ihnen guttun.
  • Sein Sie sich des Augenblicks gewahr, üben Sie Achtsamkeit im Alltag: beim Essen, Gehen, Kochen, Putzen, Lieben, Sprechen.
  • Lernen Sie wahrzunehmen, wie Sie sich fühlen und wie sich Ihre Gefühle körperlich ausdrücken.
  • Wenn Ihnen gewahr wird, dass Sie ängstlich oder aufgeregt sind, halten Sie an, atmen Sie tief ein. Sehen Sie sich Ihre Gedanken näher an.
  • Wenn Sie sich aufgerieben fühlen, schreiben Sie Ihre Erfahrungen, Eindrücke und Gefühle auf.
  • Vermeiden Sie um sich selbst kreisende Grübeleien. Sie können jederzeit aus der Geschichte herausgehen, wenn Sie sich dafür entscheiden.
  • Hören Sie wirklich zu, schenken Sie Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.
  • Wenn Sie müde und abgeschlagen sind, denken Sie daran, Ihre Kräfte einzuteilen.
  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf.
  • Verbringen Sie Zeit mit Menschen, die Ihnen wichtig sind, erhalten Sie Freundschaften und bauen Sie neue auf.
  • Nehmen Sie die kleinen Freuden, den Humor in Ihrem Alltag wahr. Auch wenn man das manchmal nicht glauben mag: Gibt es nicht doch immer etwas zu lachen?

Entspannung zulassen.

Versuchen Sie generell, Ihre Aufmerksamkeit zu bündeln, auch bei den ritualisierten Abläufen (etwa: Zähneputzen). Vermeiden Sie, sich währenddessen  mit einem Problem, einer Erledigung, einem Ärger zu beschäftigen. Ritualisierte Abläufe dienen dazu, Entspannung ins Leben zu bringen. Automatische Abläufe erleichtern den Alltag, man muss sich nicht fortwährend neu erfinden, unser Hirn braucht keine Energie aufzuwenden, wir können uns ausruhen. Gönnen Sie sich diese Ruhezeit! Damit dies besser klappt: Werden Sie sich Ihrer Atmung bewusst! Legen Sie zuerst Ihre Hände unterhalb des Bauchnabels ab. Nehmen Sie einen tiefen Atemzug und atmen Sie in den Bauch hinein. Der Entspannungseffekt tritt ziemlich schnell ein, er ist nicht nur rein körperlich, sondern auch mental festzustellen – und ganz nebenbei massiert bzw. reguliert das auf- und abwandernde Zwerchfell unsere inneren Organe und Nervengeflechte.

Achtsamkeit üben.

Achtsamkeit setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: einerseits die Präsenz, die Verbundenheit mit dem Gegenwärtigen. Und andererseits die Akzeptanz des Augenblicks, so wie er nun einmal gerade ist – ohne ihn zu bewerten. Achtsamkeit ist Stressbewältigung durch Anwesenheit. Indem wir mit unseren Sinnen ganz im Hier und Jetzt sind (in dem wir schmecken, hören, sehen, riechen etc.) kommt es zur Ausschüttung von Glückshormonen. Hinzu kommt: Gefühle, Gedanken, Körperempfindungen, die unangenehm sind, verlieren durch bewusstes Wahrnehmen den Schrecken. Die Belohnung dafür: Zufriedenheit. Der GESÜNDER LEBEN-Tipp: Probieren Sie doch einmal eine Kurz-Meditation! Setzen Sie sich aufrecht hin, überlegen Sie sich ein Wort, eine Zahl, ein Bild, schließen Sie die Augen. Atmen Sie ruhig ein und aus. Beim Ausatmen sagen Sie sich still Ihr Wort, stellen Sie sich Ihr Bild vor. Wiederholen Sie den Vorgang, so lange Sie mögen. Fünf bis zehn Minuten sind ideal. Störende Geräusche oder Gedanken werden passiv ignoriert.

 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Alles neu macht der Herbst
Seite 2 Bewegung machen

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