Montag, 20. Mai 2019

Allergien: Was ist Märchen? Was ist Wahrheit?

Ausgabe 2017.03
Seite 1 von 2

Schützt Schmutz wirklich vor Asthma? Ist Heuschnupfen heilbar?  GESÜNDER LEBEN geht den geläufigsten Mythen rund um Allergien nach – und klärt auf.


Foto: © Can Stock Photo - putut

Das große Schniefen hat meist schon begonnen: Kaum erwacht die Natur aus dem Winterschlaf, wirbeln auch schon wieder Pollen durch die Luft. Die Folgen: Juckreiz, tränende Augen und Atemnot. Bereits jeder vierte Österreicher leidet an Heuschnupfen, an Allergien gegen Tierhaare oder Hausstaubmilben oder auch an Asthma. Um ihnen das Leben zu erleichtern, versuchen Wissenschafter, das Geheimnis der Erkrankungen und deren Behandlung zu ergründen. Es gibt viele Studien – aber was hilft wirklich? Gemeinsam mit dem Allergiespezialisten Prim. Peter Ostertag hat GESÜNDER LEBEN die häufigsten Allergie-Mythen geprüft.

Fünf Allergie-Mythen im Kinderzimmer

Kinder kommen häufig mit einer allergischen Veranlagung auf die Welt. Doch muss man deshalb alles glauben?

1. Impfen kann Allergien auslösen
Impfkritiker behaupten das gerne – und liegen damit falsch. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Mehrere Studien belegen, dass geimpfte Patienten weniger
Allergien entwickeln, Impfungen also einen schützenden Effekt haben. Nur Hühnereiweiß-Allergiker sollten aufpassen: Manche Impfstoffe enthalten Ei-Bestandteile!

2. Im ersten Lebensjahr soll man auf Kuhmilch verzichten
Bitte nicht! Nahrungsmittel zu meiden, ist nur dann sinnvoll, wenn ein Facharzt eine entsprechende Allergie oder Nahrungsmittel-Unverträglichkeit diagnostiziert hat. Gerade Kleinkinder brauchen Milch als wichtige Kalziumquelle für ihr Knochenwachstum. Ziegen- oder Reismilch sind keine gleichwertigen Alternativen. Die Empfehlung bei Risikokindern lautet: Stillen bis zum 4. Monat, ab dem 5. Monat soll man sie langsam an Beikost gewöhnen. Denn Babys, die zu diesem Zeitpunkt mit anderen Lebensmitteln konfrontiert werden, sind Studien zufolge besser geschützt als Kinder, die erst spät Brei-Nahrung bekommen.

3. Schmutz schützt vor Allergien
So falsch ist das nicht. Die frühe Bekanntschaft mit Keimen scheint das Immunsystem zu trainieren. Bei Kindern, die seltener mit Schmutz in Kontakt kommen, könnte das Immunsystem unterfordert sein und sich gegen Stoffe zur Wehr setzen, die eigentlich harmlos sind. Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen und mit einer Vielzahl von Erregern in Kontakt kommen, neigen laut Studien deshalb weniger zu Allergien als Stadtkinder.

4. Mit der Hyposensibilisierung (SIT) soll man warten
Falsch! Heute weiß man: Je früher mit der spezifischen Immuntherapie (SIT) begonnen wird, desto besser wirkt sie. Die Entwicklung von Heuschnupfen zu Asthma – der sogenannte Etagenwechsel – kann mit einer Hyposensibilisierungs-Behandlung häufig verhindert werden. Zugelassen ist SIT ab einem Alter von fünf Jahren.

5. Bei Asthma muss man auf Sport verzichten
Stimmt nicht. Sport führt bei Asthma meist sogar zu einer Verbesserung der Lungenfunktion. Besonders geeignet ist Schwimmen, weil die Luft feucht und der Körper im Wasser viel leichter ist. Allerdings kann Chlorwasser die Bronchien reizen. Die Kinder sollten sich vor dem Sport immer ausreichend aufwärmen und nicht an ihre Belastungsgrenze gehen. Empfehlenswert sind auch Asthmasportgruppen für Kinder.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Allergien: Was ist Märchen? Was ist Wahrheit?
Seite 2 Mythos

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information