Sonntag, 17. Februar 2019

Achtung, Zecken!

Ausgabe 2014.03

Zecken werden nicht nur in der warmen Jahreszeit aktiv. Sie lauern auch dort, wo man sie nicht vermutet. So können Sie sich schützen.


Foto: RioPatuca - Canstockphoto

Das Jahr 2013 war ein echtes FSME-Jahr: Die Experten registrierten mit 98 FSME-Fällen fast doppelt so viele wie im Jahr davor. Daraus lässt sich allerdings – zum Glück – keine Prognose für das heurige Jahr ableiten, denn die Fachleute beobachten diesbezüglich immer wieder starke zyklische Schwankungen: „Wir haben oft gesehen, dass nach einem oder ein paar ,schwachen‘ ein ,starkes‘ FSME-Jahr folgte. Das mag etwa mit den klimatischen Verhältnissen zu tun haben; es mag mit dem besonderen Freizeitverhalten der Menschen zu tun haben und – marginal – auch damit, dass die Leute sich etwas weniger impfen lassen“, erklärt der Leiter der Forschungsgruppe Epidemiologie und Reisemedizin am Institut für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch.

FSME: Eine gefährliche Erkrankung. Tatsächlich herrscht wohl in Sachen FSME ein wenig Impfmüdigkeit, doch ist, wie die Experten einhellig betonen, die Impfung der einzige Schutz vor einer Infektion mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die bei 30 bis 40 Prozent der Infizierten zur typischerweise in zwei Phasen verlaufenden Erkrankung führt: Nach einer grippeähnlichen Phase mit hohem Fieber kommt es bei fast einem Drittel der Infizierten zur zweiten Phase, der „Zeckenmeningitis“, einer Entzündung des Hirns und der Gehirnhäute. Die Zeckenmeningitis gilt als eine gefährliche Erkrankung, an der ein bis zwei Prozent der Patienten sterben. Drei bis elf Prozent haben bleibende Schäden wie Lähmungen, und viele Patienten müssen eine lange Rekonvaleszenz mit häufigen Kopfschmerzen oder Migräneanfällen in Kauf nehmen. Besonders gefährdet sind übrigens ältere Menschen. „Ihr meist schon schwächeres Immunsystem und eventuell bestehende chronische Erkrankungen können dazu führen, dass sie mit dramatischen Folgen der Erkrankung rechnen müssen“, sagt Prof. Kollaritsch. Für FSME gibt es keine spezifische Behandlung, doch die Impfung schützt zu 99 Prozent.

Die FSME- Impfung schützt!

Das Impfschema für Erwachsene nach dem Impfplan des Obersten Sanitätsrates:

Grundimmunisierung:
1.    Teilimpfung
2.    Teilimpfung ein bis drei Monate danach
3.    Teilimpfung neun bis zwölf Monate nach der 2. Teilimpfung

Auffrischung: Erste Auffrischung drei Jahre nach der 3. Teilimpfung. Danach alle fünf Jahre bzw. nach dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre. Wenn die Intervalle überschritten werden, kann eine Blutuntersuchung zeigen, ob der Impfschutz ausreicht.

Achtung: Borreliose! Anders liegt der Fall bei der Infektionskrankheit Borreliose, deren Erreger ebenfalls durch Zecken übertragen werden und an der in Österreich jährlich mindestens 50.000 Menschen erkranken. Die häufigste Manifestation der Borreliose ist eine Hautinfektion, doch in manchen Fällen kann es zu neurologischen Symptomen oder auch schweren Gelenkentzündungen kommen. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es noch nicht, dafür ist die Erkrankung mit Antibiotika gut heilbar.

Mythen rund um die Zecken. Die kleinen Blutsauger werden nicht nur im Sommer aktiv. Und sie lauern auch nicht nur in Wald und Wiese, sondern auch im Unterholz, im Gras und in den Sträuchern der Parks, der Schanigärten und der eigenen Grünzone. Ein anderer, weit verbreiteter Fehlglaube ist der, sich „immun“ zu meinen, weil man schon seit Jahren in einem FSME-Gebiet lebt und bisher „ja auch noch nicht erkrankt ist“. „Das ist ein ganz typischer Trugschluss“, sagt Prof. Kollaritsch. Nehmen Sie das Thema Zecken also ernst und lassen Sie sich impfen. Denn – wie schon der österreichische Virologe und Entwickler eines Impfstoffs gegen die FSME, Prof. Christian Kunz, sagte: „Wer Hirn hat, sollte es auch schützen!“

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