Freitag, 15. November 2019

Achten Sie auf Ihre Leber!

Ausgabe 2017.12/2018.01
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Die Leber ist unser wichtigstes Stoffwechselorgan. Dennoch achten viele von uns zu wenig auf deren Gesundheit. Zu viel Alkohol, zu viel Süßes und zu wenig Bewegung können irreparable Schäden verursachen. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie Ihre Leber fit und gesund erhalten.


Foto: iStock-yodiyim

Unsere Leber befindet sich großteils im rechten Oberbauch hinter dem rechten Rippenbogen und unterhalb des Zwerchfells, mit dem sie an einigen Stellen fest verwachsen ist. Deshalb ist die Leber auch bei jedem Atemzug in Bewegung: Beim Einatmen wird sie nach unten, beim Ausatmen nach oben gedrückt. Atmen wir also tief ein, kann der Rand der Leber unter dem Rippenbogen ertastet werden. Sie wiegt immerhin rund 1,5 kg und hat eine weiche, elastische Konsistenz und wird über die Leberarterie, die direkt von der Aorta abzweigt, mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Und vor allem: Sie ist eines unserer wichtigsten Organe.

So erhalten Sie Ihre Leber gesund!

Die nicht alkoholische Fettleber ist weltweit auf dem Vormarsch. Die Lebererkrankung gilt schon jetzt als die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts. Doch was kann man dagegen tun?

Die Diätologin, Ernährungs- und Sportwissenschafterin Mag. Manuela Teufelhart, Mitgründerin des Fettleber-Zentrums Wien, hat für GESÜNDER LEBEN die wichtigsten Gesundheitstipps zusammengestellt.

Gewichtsreduktion
Eine Gewichtsreduktion von zumindest 10 Prozent des Ausgangsgewichts stellt eine wesentliche Maßnahme in der Therapie der Fettleber dar und hat neben der Entfettung der Leber auch eine sehr positive Auswirkung auf eine vorhandene Leberentzündung sowie auf alle Facetten des Metabolischen Syndroms. Um abzunehmen, muss eine negative Energiebilanz erreicht werden, d. h., der Energieverbrauch soll höher sein als die Energiezufuhr.

Ernährung
• Achten Sie auf eine reduzierte Mahlzeitenfrequenz! Besser drei größere Mahlzeiten täglich als ein ständiges „Snacken“.
• Vermeiden oder reduzieren Sie flüssige Kalorien! Das gilt einerseits für zugesetzten Zucker in Kaffee, Tee, und Limonaden, andererseits aber auch für Produkte, die von Natur aus Fruchtzucker enthalten, wie z. B. Fruchtsäfte.
• Orientieren Sie Ihre generelle Ernährungsweise an der mediterranen Kost! Einfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie z. B. in Olivenöl, Avocados oder Nüssen enthalten sind, beeinflussen den Leberfettgehalt positiv. Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende Wirkung. Ein hoher Anteil an verschiedensten Gemüse- und Salatvarianten liefert eine Vielzahl an Vitaminen. Mit Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel, Eiern, Milchprodukten oder Hülsenfrüchten kann eine gute Proteinzufuhr gewährleistet werden.

Bewegung
Regelmäßige körperliche Aktivitäten tragen zu einer Reduktion des Leberfettgehalts bei. Bauen Sie Ausdauer- und Krafttrainings in Ihren Alltag ein! Sie sollten sich pro Woche mindestens 150 Minuten lang bewegen.

Entgiftungsmaschine. „Die Leber spielt im menschlichen Körper eine zentrale Rolle“, so Priv.-Doz. Dr. Thomas-Matthias Scherzer, Facharzt für innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie. „Sie produziert lebenswichtige Proteine, speichert Vitamine, bildet Gallensäure und ist für die Entgiftung des Körpers zuständig. Aufgrund dieser komplexen Aufgaben grenzt es fast an ein Wunder, dass die Leber oft unbeschadet bleibt. Übertreibt man es jedoch mit süßem und fettreichem Essen sowie übermäßigem Alkoholkonsum, trägt auch die Leber auf Dauer Schäden davon. Ist die Leber einmal kaputt, kann sie nicht durch irgendeine Maschine ersetzt werden. Dann hilft nur mehr eine Lebertransplantation.“  

Alkohol und Übergewicht als Risikofaktoren. „Zu den häufigsten Lebererkrankungen zählen die alkoholische und die nicht alkoholische Fettlebererkrankung“, so der Mitgründer des Fettleber-Zentrums Wien, OA Dr. Scherzer. „Laut der Europäischen Gesellschaft für Lebererkrankungen (EASL) kann ab einem Alkoholkonsum von 20 Gramm Alkohol (enstpricht ca. einem Viertel Liter Wein) pro Tag bei Frauen und 30 Gramm Alkohol pro Tag bei Männern eine Leberschädigung nicht mehr ausgeschlossen werden. Bei deutlich erhöhtem Alkoholkonsum kommt es zu einer Verfettung der Leber, die sich in weiterer Folge entzünden und vernarben kann. Das Endstadium dieser Vernarbung stellt die Leberzirrhose dar, aus der mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit ein Leberkrebs entstehen kann. Aber auch Menschen, die gar keinen oder selten Alkohol trinken, können an einer Fettleber erkranken. Die nicht alkoholische Fettlebererkrankung betrifft bis zu 30 Prozent der westlichen Bevölkerung. Neben genetischen Ursachen spielt dabei vor allem Übergewicht eine zentrale Rolle. Dementsprechend steht die nicht alkoholische Fettleber in Zusammenhang mit dem sogenannten Metabolischen Syndrom, einem Symptomkomplex aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Zuckerstoffwechselstörungen.“ Aber auch Virusinfektionen können zu einer Schädigung der Leber führen. Die akute Virushepatitis gehört dabei zu den bekanntesten Infektionskrankheiten. Eine Leberentzündung wird hauptsächlich durch Hepatitisviren vom Typ A bis E ausgelöst. Die Ansteckung mit Hepatitis B erfolgt z. B. über alle Körperflüssigkeiten (u. a. Blut, Speichel oder Sperma), während Hepatitis-C-Viren vorwiegend über das Blut übertragen werden. Die ersten Hepatitis-Symptome wie Erbrechen, Fieber oder Gelenks- und Muskelschmerzen werden oft mit einem grippalen Infekt fehlgedeutet.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Achten Sie auf Ihre Leber!
Seite 2 Erhöhte Leberwerte

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