Dienstag, 21. Mai 2019

Achte auf deinen Blutdruck!

Ausgabe 2018.04
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Hunderttausende Österreicher leiden unter zu hohem Blutdruck – und viele wissen es gar nicht. GESÜNDER LEBEN erklärt, welchen entscheidenden Einfluss der Blutdruck auf Ihre Gesundheit hat. Und verrät, wie Sie ganz einfach Ihren Blutdruck selbst steuern können.


Foto: iStock-kirstypargeter

Das menschliche Herz ist ein Naturwunder, das jahrzehntelang Schwerstarbeit leistet, ohne sich jemals eine Pause zu gönnen. Pro Minute pumpt es fünf Liter durch den Körper und klopft während eines durchschnittlichen Lebens drei Milliarden Mal unter unserem Brustkorb. Alle Blutgefäße eines Erwachsenen zusammengenommen ergeben eine Gesamtlänge von rund 100.000 Kilometern.

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Schlag für Schlag.  Ganz vereinfacht ausgedrückt ist das Herz der Hauptverantwortliche für den Blutdruck oder besser gesagt der Ausgangspunkt seiner Entstehung. Dr. Stefan Vogt, Oberarzt für innere Medizin am Landeskrankenhaus Wiener Neustadt, erklärt: „Immer dann, wenn das Herz zwischen seinen Schlägen ruht, ist das jener Moment, in dem sich seine Kammern mit Blut füllen. Diesen Zeitraum nennt man Diastole. Sobald die Kammern voll sind, schlägt das Herz erneut und pumpt so das Blut in die Hauptschlagadern und damit in den Körper zurück. Das ist der Zeitraum der Systole.“ Das Blut, welches dank unseres Herzens immer wieder durch die Adern befördert wird, erzeugt einen Druck auf die Gefäßinnenwände. Dieser ist in der Ruhephase des Herzens geringer (Diastole) als im Augenblick, in dem das Blut mit voller Wucht herausgepresst wird (Systole). „Im Durchschnitt schlägt das Herz eines gesunden Menschen etwa 70 Mal pro Minute und pumpt dabei jeweils circa 70 Milliliter Blut. Währenddessen beträgt der periphere Gefäßwiderstand – oder anders gesagt der Blutdruck – 120 zu 80 mm HG“, so Vogt. Laut derzeitigen Gesundheitsempfehlungen heißt es, dass ein Blutdruck ab einem Wert von 140 zu 90 mm HG bedenklich ist. Hier aber unbedingt aufgepasst! Nur weil einmal ein Blutdruckmessgerät einen scheinbar zu hohen Wert anzeigt, heißt das noch lange nicht, dass man umgehend zum Arzt laufen muss. Es kommt immer darauf an, wann und unter welchen Umständen man die Messung vornimmt. Während körperlicher Betätigung, wie Sport oder handwerklicher Arbeit, bei Aufregung, Stress und auch Fieber, muss das Herz häufiger schlagen und mehr Blut pumpen als in entspannten Situationen.

Hypertonie: ein stiller Killer.  Unter Ärzten hat der hohe Blutdruck den mit Schwarzhumor besetzten Beinamen „stiller Killer“, weil ihn die meisten Patienten nicht spüren und keine Notwendigkeit empfinden, ihn zu kontrollieren. Schätzungsweise hat mehr als die Hälfte der erwachsenen Österreicher noch nie ein Messgerät in Händen gehalten. Von jenen Männern und Frauen, die doch ab und zu mal ihren Blutdruck überprüfen, tun dies viele falsch. „Blutdruckmessen ist keine Kunst, sofern man weiß, wie es funktioniert. Am besten eignet sich ein digitales Oberarmmessgerät. Die Manschette kann man am linken oder am rechten Arm in Herzhöhe anlegen. Bevor man auf den Start-Knopf drückt, sollte man entweder fünf Minuten sitzen oder liegen und dann in der gleichen Position zu messen beginnen. Ideal ist es, morgens, mittags sowie abends zu kontrollieren. Letztlich sollten alle drei Werte den medizinischen Empfehlungen entsprechen “, erklärt Herzkreislauf-Experte Dr. Stefan Vogt. Stellt sich heraus, dass der Blutdruck 140 zu 80 beträgt oder noch höher ist, dann ist es ratsam, einen Internisten zu konsultieren. Die Gründe warum die Werte zu hoch sind, können die unterschiedlichsten sein. Fünf Prozent der Betroffenen sind sogenannte sekundäre Hypertoniker und können laienhaft gesprochen nichts dafür. Stattdessen liegen diverse Krankheitsbilder zugrunde, wie etwa Nierenprobleme, Hormonstörungen oder ein Herzfehler. Diese Fälle gehören unbedingt medizinisch abgeklärt. Vogt: „Die restlichen 95 Prozent der Patienten sind sogenannte primäre Hypertoniker. Hier verursachen Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, zu fettreiches Essen, salzreiche Nahrung, Diabeteserkrankung, übermäßiger Alkoholkonsum oder eine Mischung aus allem die ungesunden Werte.“ Durch den schlechten Lebenswandel kommt es beispielsweise zu Gefäßverkalkungen, Fetteinlagerungen, schlechten Fließeigenschaften des Blutes oder steifen, unelastischen Venen und Arterien. Das Resultat? Das Herz muss gegen einen größeren Widerstand pumpen, mehr leisten und hat dementsprechend eine kürzere Lebensdauer.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Achte auf deinen Blutdruck!
Seite 2 Herzinfarkt und Schlaganfall
Seite 3 Interview

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