Montag, 20. Mai 2019

Ab in die Kabine!

Ausgabe 11/2010
Mit Infrarotkabinen lässt sich Gesundheitsvorsorge auf höchst angenehme Weise betreiben. Die kleinen Wellnessoasen für zu Hause bringen den gesamten Organismus in Schwung.

Foto: Liv Friis-Larsen - istockphoto.com
Infrarotkabinen erwärmen uns – auf die sanfte Tour – seit Jahren in Wellnesstempeln, Thermen und Kuranstalten. Und stehlen dabei so manchen hochtemperierten Saunen oder wild dampfenden Aromabädern die Show. Gewöhnliche 230 Volt aus der Steckdose reichen aus, um die kleine Wellnessoase in Betrieb nehmen zu können – nicht nur in Bad oder Kellerräumen, sondern auch in Vorraum oder Schlafzimmer, denn sie erzeugt keine Feuchtigkeit. Kein Wunder, dass sich jährlich rund 20.000 Österreicher für eine Infrarotkabine in den eigenen vier Wänden entscheiden.

Auch Dr. Helga Rath, kurärztliche Leiterin der Therme Loipersdorf in der Steiermark, ist von den praktischen Vorzügen überzeugt: „Im Gegensatz zur Heimsauna ist die Infrarotkabine für zu Hause günstiger in der Anschaffung, nimmt weniger Raum ein und lässt sich problemlos installieren.“ Und Rath ist überzeugt: „Es ist eine Gesundheitsmaßnahme, die sofort und ohne lange Vorbereitung gesetzt werden kann.“ Anders als beim langwierigen Aufwärmprozess mancher Saunen.

Wohltuende Wärme
Wärmeanwendungen mittels Infrarotstrahlung sind in der physikalischen Therapie alles andere als neu – lokale Anwendungen kommen bei Muskelverspannungen, Nebenhöhlen- sowie Mittelohrentzündungen oder anderen Leiden zum Einsatz. Infrarotkabinen sprechen hingegen den gesamten Körper an. „Wärme aus Infrarotstrahlen wird berührungslos übertragen und als sehr angenehm empfunden“, betont die Kurmedizinerin. Therapeutisch wird Wärme vor allem bei Muskel- und Gelenksbeschwerden eingesetzt. Einen präventiven Charakter hat das Infrarotlicht aber für die meisten von uns. „Denn es wird in jedem Fall das Immunsystem angekurbelt“, sagt Rath.

Genau genommen, hat Infrarot allerdings nichts mit rotem Licht zu tun, denn Infrarotlicht kann man nicht sehen. Historisch wird Infrarotstrahlung in A, B und C unterteilt, was aber nicht mit unterschiedlicher Wirksamkeit zu tun hat. Unsere Haut absorbiert jede Infrarotstrahlung und wandelt sie in Wärme um. Wärmetransport und -verteilung finden dann über das Blut statt. Entscheidend ist, dass die Bestrahlungsstärke nicht zu hoch ist – Haut: unter 100 mW/ m2, Auge: unter 10 mW/cm2. Auch sollte die Hauttemperatur während der Anwendung nicht über 43 °C steigen.

Fuß, blumen, infrarotFoto: Liv Friis-Larsen - istockphoto.com
Sanfte Wärme: Infrarotanwendungen steigern das allgemeine Wohlbefinden - von Kopf bis Fuß.


Sanfte Anwendung
Zur sanften Wärme gehört auch eine achtsame Anwendung. Denn jeder Mensch empfindet und reagiert auf Wärme anders. Was für den einen noch „zu wenig“ ist, kann einem anderen schon „zu viel“ werden. Letzte Instanz in Sachen Häufigkeit, Dauer und Intensität von Infrarotanwendungen sollte daher Ihr persönliches Wohlbefinden sein. Kurärztin Rath rät außerdem: „Nur keinen Stress, nehmen Sie sich ausführlich Zeit, um auch wirklich abschalten zu können.“ Außerdem: Trinken Sie vor und nach jeder Infrarotanwendung ein Glas Wasser. Berücksichtigen Sie bei der Strahlenintensität, dass Ihre Befindlichkeit täglichen Schwankungen unterliegt, und erfrischen Sie sich nach der Anwendung am besten ganz sanft mit einer lauwarmen Dusche. Danach ist Entspannen angesagt.

Wer muss draußen bleiben?
„Schlaganfall-Patienten, Menschen mit Sensibilitätsstörungen oder all jene mit schweren Durchblutungsstörungen in den Beinen müssen auf Infrarotanwendungen verzichten“, warnt Kurärztin Rath. Schwangere sollten ihren Arzt um Rat fragen, ebenso wie Patienten mit erhöhtem Blutdruck.

Kinder ohne gesundheitliche Probleme dürfen gerne mit in die Kabine. Sitzungsdauer und Intensität sollten aber niedriger sein, da Kinder im Verhältnis zu Erwachsenen wesentlich mehr Wärme aufnehmen. Und wenn eine Erkältung im Anzug ist? Gerade da kann der Kabinengang das Übel vielleicht noch abwenden – wenn Sie aber bereits Fieber oder einen akuten Infekt haben, gehören Sie ins Bett und nicht in die Kabine. Ihr Körper sagt Ihnen üblicherweise recht genau, was ihm gut tut. Hören Sie auf ihn, dann können Sie die Wärme unbesorgt genießen!

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