Dienstag, 21. Mai 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2016.10

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: © Can Stock Photo - boggy

 

Kinderwunsch - Achten Sie auf die Ernährung!

Viele Frauen streben eine Familiengründung erst ab ca.  Mitte 30 an. Statistiken zeigen aber: Bei jedem siebenten Paar in Österreich besteht ein unerfüllter Kinderwunsch. Für Experten keine Überraschung, nimmt die Fruchtbarkeit der Frau doch nach dem 35. Lebensjahr ab. „Deshalb ist es ratsam, bereits in jungen Jahren auf eine gesunde Ernährung und Lebensweise zu achten“, so die Wiener Ernährungstrainerin Sandra Nova. Um die Fruchtbarkeit zu erhöhen, sollten folgende Nahrungsmittel am Speiseplan stehen: grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, hochwertige Öle wie Leinöl, Walnussöl und Weizenkeimöl sowie Nüsse, Leinsamen und Kürbiskerne. Zudem unterstützen Birnen sowie Avocados die Gesundheit und Funktion der Gebärmutter. Forschungen zeigen, dass bereits eine Avocado pro Woche den weiblichen Hormonhaushalt reguliert und sogar Gebärmutterhalskrebs vorbeugt.

Darmspiegelung - Auf die Vorbereitung kommt’s an!

Je sauberer der Darm, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis einer Darmspiegelung zur Krebsvorsorge. „Sollte der Darm nicht optimal vorbereitet sein, können wir die Strukturen der Darmwand nicht verlässlich beurteilen“, gibt Dr. Alexander Meining, Facharzt für Innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm (Deutschland) zu bedenken. Darmpolypen wie Adenome, die sich zu bösartigen Krebsgeschwüren entwickeln können, bleiben möglicherweise unentdeckt. Laut einer aktuellen Metaanalyse aus Kanada erreicht der Patient das beste Ergebnis, wenn er auf zwei Tage verteilt eine Polyethylenglykol-Lösung als Abführmittel zu sich nimmt. Die erste Dosis sollte am frühen Abend am Tag vor der Untersuchung getrunken werden, die zweite etwa drei Stunden vor der Darmspiegelung. Parallel zum Abführmittel sollten Patienten jeweils zwei Liter Wasser oder ungesüßten Früchtetee trinken. Und: Bereits vier Tage vor dem Termin ist es ratsam, auf ballaststoffreiche Kost zu verzichten, am Vortag der Darmspiegelung beginnt das Fasten.

1 Stunde Sport für 8 Stunden Sitzen

Für viele, die in einem Büro arbeiten, ist tägliches stundenlanges Sitzen nicht  zu vermeiden. Macht man wenig Bewegung, steigt das Risiko für gesundheitliche Probleme, zum Beispiel für Herz- und Kreislauferkrankungen. Eine gute Nachricht kommt von einer aktuellen norwegischen Meta-Studie, an der mehr als eine Million Menschen teilnahmen: Bereits eine Stunde Bewegung wiegt acht Stunden sitzen auf! Für die Studie wurden die Probanden in unterschiedliche Bewegungsgruppen eingeteilt. Diese Daten wurden mit den Sterberaten während der Untersuchung kombiniert. Das Ergebnis: Wer am wenigsten saß und am meisten Sport trieb, hatte ein um 59 Prozent geringeres Sterberisiko als jene Teilnehmer, die am meisten saßen und sich am wenigsten bewegten. Interessant: Wenn sich die Probanden mindestens 60 Minuten täglich bewegten, war es egal, ob sie weniger als vier, sechs oder gar acht Stunden und mehr am Tag saßen – das Sterberisiko war ähnlich.

Zahl des Monats 26

26 Prozent. Um so viel ist das Infektionsrisiko für das Humanpathogen Papiloma-Virus (HPV) erhöht, wenden Frauen regelmäßig Vaginalduschen an. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, an der 12.171 Frauen von 20 bis 49 Jahren über einen Zeitraum von 12 Jahren teilnahmen. HPV ist eine Viruserkrankung, die zu harmlosen Genitalwarzen, aber auch zu bösartigen Tumoren führen kann. Durch das regelmäßige intensive Spülen werden nicht nur krank machende, sondern auch schützende Bakterien hinausgespült, zudem wird die empfindliche Schleimhaut während der Intimpflege oftmals stark gereizt. 

Putzmittel schaden

Das Ergebnis einer norwegischen Langzeitstudie ist besorgniserregend: Menschen, die regelmäßig Reinigungsmittel zum Putzen verwenden, weisen ein um 14 % höheres Risiko auf, an chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) zu erkranken. Laut Studie sei dies auf die in Reinigungsprodukten enthaltenen Chemikalien, allen voran Ammoniak, Benzalkoniumchlorid oder Isothiazolinone, zurückzuführen, die beim Saubermachen eingeatmet werden. Auch Bleichmittel auf Chlorbasis sowie Duftstoffe, die in Putzmitteln oftmals enthalten sind, sind als gesundheitsschädigend einzustufen, betont das Team rund um Studienleiter Oistein Svanes. Die Studie beobachtete 5.000 weibliche Probanden über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Beziehungen können lebensgefährlich sein

Dass eine Beziehung nicht per se vor Gedanken, sich das Leben zu nehmen, schützt, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Sozialmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien und des Instituts für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien. Das Ergebnis: Nicht eine Beziehung an sich, sondern wie glücklich man darin ist, sei der ausschlaggebende Faktor. In der Allgemeinbevölkerung mittleren Alters, so die Studie, weisen Menschen, die in einer bestehenden Beziehung unglücklich sind, ein höheres Suizidrisiko auf als alleinstehende Menschen. Je größer die Anzahl der ungelösten Konflikte in einer Beziehung, desto manifester das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Depressionen. Am geringsten ist das Suizidrisiko für Personen, die in einer glücklichen Beziehung leben.

Krebsgefahr - Mit jedem Kilo zu viel ein höheres Risiko

Eine aktuelle Meta-Studie der International Agency for Research on Cancer (IARC) hat nun bewiesen, dass mit jedem zusätzlichen Kilo auch die Krebsgefahr steigt. So besteht ein enger Zusammenhang zwischen Übergewicht und den folgenden Krebsarten: Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Nierenkrebs, Gebärmutterkrebs, Brustkrebs, Leberkrebs, Gallenblasenkrebs, Eierstockkrebs, Krebs des Mageneingangs, Schilddrüsenkrebs, Tumore der Hirnhaut sowie B-Zell-Lymphome. Bei Gebärmutter- und Nierenkrebs oder bei Karzinomen der Speiseröhre ist beinahe die Hälfte aller Fälle auf Adipositas zurückzuführen. Der Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Krebsrisiko ist im gestörten Stoffwechsel und Hormonhaushalt übergewichtiger Menschen begründet. Besonders jenes Fett, das sich im Bauch ablagert, trägt zu einer Änderung des Stoffwechsels sowie zu chronischen Entzündungen bei, die wiederum die Entstehung von Karzinomen fördern.

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