Samstag, 24. August 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 03.2015

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: FotoHiero - pixelio.de

Süß, sauer, bitter, salzig – diese vier Geschmäcker sind unseren Geschmacksnerven bestens vertraut und haben maßgeblichen Einfluss darauf, ob uns etwas schmeckt oder nicht. Die fünfte und weitaus weniger bekannte Geschmacksrichtung Umami bezeichnet die Empfindung, die wir mit „wohlschmeckend“, „herzhaft“ oder vollmundig“ umschreiben. Interessant: Umami beeinflusst unseren Appetit und unser Sättigungsgefühl – dies hat nun eine Studie der University of Sussex, USA, herausgefunden. Hervorgerufen wird der Umami-Geschmack durch die Aminosäure Glutaminsäure, die in geringen Mengen in proteinhaltiger Nahrung, zum Beispiel in Paradeisern, Käse, Fleisch, getrockneten Pilzen, grünem Tee, Makrelen und Thunfisch, enthalten ist. Künstlich zugefügte Glutaminsäure ist vor allem in der asiatischen Küche zu finden. Jene Probanden, die in der Studie eine Suppe mit Umami-Geschmack zu sich nahmen, aßen deutlich weniger und fühlten sich schneller satt als jene, die eine Suppe ohne Glutaminsäure löffelten. Fazit: Oben genannte Lebensmittel sind wahre Heißhunger-Killer!

Speiseröhrenkrebs:
Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten!
Wie seit Jahren bekannt, lässt sich ein bösartiger Dickdarm-Tumor durch Entfernung harmloser Vorstufen (Polypen) bei Vorsorgeuntersuchungen, also Coloskopien, in den meisten Fällen verhindern. Aufhorchen lässt nun eine aktuelle, in der Fachzeitschrift „Gastrointestinal Endoscopy“ veröffentlichte Studie an 3.800 Patienten. Sie empfiehlt bei Schleimhautveränderungen in der Speiseröhre, die auf jahrelanges Sodbrennen zurückgehen („Barrett-Ösophagus“), ein vergleichbares Vorgehen. Der neue Ansatz: Die veränderten Areale der Speiseröhren-Schleimhaut sollen bereits dann vorsorglich abgetragen werden, wenn sich darin, wie beim Darmpolypen, noch keine Krebszellen befinden. Dass der rund 20-minütige Eingriff als Vorsorge effiziente Arbeit leistet, beweist das Ergebnis der Studie: 91 % der behandelten Patienten hatten nach Abtragung der veränderten Schleimhautschichten keine gefährliche Krebsvorstufe mehr. Die Studienleiter empfehlen diese Vorsichtsmaßnahme auch bei jenen Patienten, die häufige Entzündungen der
Speiseröhre, ausgedehnte Auffälligkeiten oder einen größeren Zwerchfellbruch haben.

Workaholics greifen vermehrt zu Alkohol
Eine internationale Meta-Studie (ausgewertet wurden rund 80 Studien aus 23 Ländern mit insgesamt 434.295 Teilnehmern) hat nun bewiesen: Wer (zu) viel arbeitet, greift auch vermehrt zu Alkohol. Bei Workaholics – laut Studie Menschen, die mindestens 49 Stunden pro Woche arbeiten – ist der Anteil der problematischen Alkoholtrinker um 11 bis 13 % höher als bei Menschen mit einem Arbeitspensum von 35 bis 40 Wochenstunden. Bei Frauen setzten die Forscher die Vieltrinker-Grenze bei mehr als 14 Drinks pro Woche, bei Männern bei mehr als 21 Drinks pro Woche an, wobei schon ein kleiner Schnaps, ein kleines Bier oder ein Achtel Wein als Drink galt. Zudem betont die Studie, dass die Ergebnisse unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und sozialem Umfeld ausfielen – das Alkoholtrinken unter Workaholics sei also kein reines Managerproblem, so die Forscher.

Zu zweit geht es leichter!
Dass man zu zweit besser durchs Leben geht, beweist eine britische Studie: Will man mit dem Rauchen aufhören, sich mehr bewegen oder sich gesünder ernähren, so gelingt dieser Vorsatz besser, wenn der Partner bei diesen Vorhaben mitmacht. Etwa der Hälfte der Raucherinnen gelang es, sich das Laster gemeinsam mit ihrem Mann abzugewöhnen. Qualmte der Mann hingegen weiter, lag die Erfolgsquote bei lediglich 8 %. War er Nichtraucher, schafften immerhin 17 % der Frauen, aufzuhören. Auch Männer fiel es leichter, auf die Zigarette zu verzichten, wenn die Partnerin mitzog. Beim Vorsatz, sich mehr zu bewegen, gelang es zwei von drei Paaren gemeinsam, dieses Ziel zu erreichen. Allein schaffte nur etwa einer von vier Teilnehmern, sich regelmäßig zu bewegen. In Sachen Gewichtsverlust waren 26 % der Männer und 36 % der Frauen im Team erfolgreich, allein gelang dies gerade einmal 10 % der Männer und 15 % der Frauen. Insgesamt wurden 3.700 Paare über mehrere Jahre beobachtet, alle Teilnehmer waren mindestens 50 Jahre alt.

Gestresster als vor fünf Jahren

Österreichs Berufstätige fühlen sich immer mehr überfordert

Arbeitnehmer leben am Stresslimit: 43 % der Beschäftigten in Österreich sind gestresster als noch vor fünf Jahren. Der weltweite Durchschnitt liegt sogar bei 53 %. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Arbeitsplatz-Netzwerkes Regus, in der 22.000 Berufstätige in 100 Ländern zu ihrem Arbeitsumfeld befragt wurden. Als besondere Stressfaktoren werden in Österreich u. a. mangelhafte IT-Ausstattung (26 %), Unterbesetzung im Team (21 %) sowie Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung (15 %) genannt. Auf die Frage, wie man den Arbeitsalltag verbessern könne, antworteten 83 % der befragten Österreicher (74 % weltweit), dass ein Wechsel der aktuellen Arbeitsumgebung zu mehr Entspannung und einer besseren Work-Life-Balance verhelfen würde. 49 % (60 % weltweit) sind überzeugt, dass mobile Mitarbeiter eine bessere Work-Life-Balance aufweisen als Angestellte an ihrem Firmenschreibtisch. 51 % der Österreicher sind der Meinung, dass Freelancer mit mehr Gelassenheit arbeiten als örtlich gebundene Mitarbeiter (55 % weltweit). Globaler Spitzenreiter in Sachen Burn-out ist aber, nicht ganz überraschend, China: Hier geben 78 % der Studienteilnehmer an, sich ausgebrannt zu fühlen.

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