Montag, 24. Februar 2020

Jede Möglichkeit zum Lachen nützen! - Verdauungsprobleme

Ausgabe 2020.02
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Verdauungsprobleme haben auch mit dem Thema „Schlucken“ zu tun. Wieso haben immer mehr Österreicher in diesem Bereich Probleme?
Tekal: Der Darm ist der Sitz unserer Gesundheit. Es gibt sogar Studien, die besagen: Je unglücklicher, desto mehr Abführmittel werden verschrieben – weil unglückliche, gestresste Leute verstopft sind. Und dann gibt es natürlich all die Nahrungsunverträglichkeiten, die aber auch kritisch gesehen werden müssen, denn auch die Wirtschaft profitiert davon. „Fressen“ und „Scheißen“ sind zwei Themen, die die Menschheit zeitlos interessiert.

Themenwechsel: Ihr verbindet in eurem Kabarett Humor und Medizin. Glaubt ihr, dass Lachen tatsächlich gesund machen kann?
Tekal: Die Verbindung zwischen Humor und Gesundheit ist weitgehend untersucht und belegt. Die Ausschüttung von Glückshormonen kann zum Beispiel Schmerzen massiv lindern. Nicht umsonst gibt es Lach-Yoga – was übrigens wir in unserem Kabarett auch anbieten. Bei uns kann man zwei Stunden durchlachen! Das garantieren wir – allerdings ohne Geld-zurück-Garantie. (grinst) Übrigens hat nicht nur das Lachen, sondern auch eine allgemeine positive Lebenseinstellung große positive Effekte auf unser Gesundsein. Auch wenn es zu wenig ist, sich einfach vor den Spiegel zu stellen und sich einzureden, man ist glücklich, so kann man Positivität und Humor sehr wohl erlernen, zum Beispiel mit professioneller Hilfe.
Eine positive Einstellung hilft, nicht jedes Wehwehchen auf die Waagschale zu legen.
Tekal: Auch wenn schlussendlich das Ergebnis dasselbe sein sollte: Zumindest ist es einem vorher gut gegangen und man hat das Leben genossen! Wenn wir schon sterben müssen, dann wenigstens mit positiven Gedanken!
Peter: Wir müssen ohnehin lernen, eine positivere Einstellung zum Sterben als Teil des Menschseins einzunehmen.

Wie oft sollte man am Tag lachen, damit es einem nachhaltig besser geht?
Peter: Man sollte jede Möglichkeit zum Lachen nutzen. Man muss sich bewusst sein: Ich darf mir erlauben, über eine Situation zu lachen, egal was einem die Gesellschaft vermittelt! Meine Einstellung, meine Reaktion zu einem Ereignis kann ich steuern. Ich entscheide selbst, ob ich mich ärgere oder nicht.
Tekal: Nicht zu verwechseln mit: Ich darf mich nicht ärgern! Das Unterdrücken von Gefühlen wie Ärger, Zorn oder Neid kann ebenso krank machen.

Hilft auch euch selbst Humor, wenn ihr krank seid?
Tekal: (zeigt auf sich) Ja! (zeigt auf Peter) Nein! Norbert ist absoluter Hypochonder – ist er in Panik, geht nichts mehr!
Peter: Aber: Wir gehen auch dann auf die Bühne, wenn wir kränkeln. Ich habe bereits die Erfahrung gemacht, dass ich mich schon gesünder fühle, bevor der Abend überhaupt losgeht. Unser Programm macht gesund! (lacht)
Tekal: Ganz viel Humor und auch unser Kabarett haben dieselbe Wirkung wie pharmazeutisch stimmungsaufhellende Medikamente – davon bin ich überzeugt.

Welchen Stellenwert nimmt Humor in der Arzt-Patient-Beziehung ein?
Peter: Einen ganz hohen! Solange der Arzt mich ernst nimmt, lache ich auch gerne mit ihm. Berührungen sind hier sehr wichtig, zum Beispiel die Hand auf die Schulter legen – das berührt auch seelisch. Dann fühle ich mich bei ihm gut aufgehoben. Humor verbinde ich mit einer warmen und angenehmen, Hierarche mit einer kalten Atmosphäre. Ich fühle mich wohl, wenn sich der Arzt wohlfühlt. Forcierte Witze funktionieren nicht.
Tekal: Ärzte berühren viel zu selten, sitzen stattdessen stur vor ihrem Computer. Auch die Compliance würde mit dem Einbeziehen von Humor steigen – und mit der Erkenntnis, dass es im Raum zwei Experten gibt: den Arzt und den Patienten. Der Arzt ist der Experte für Gesundheit und der Patient der Experte für sein eigenes Leben.

Was sollte ein Patient niemals zu einem Arzt sagen?
Tekal: „Ein anderer Arzt würde mir das aber verschreiben!“ (lacht)

Was sollte ein Arzt niemals zu einem Patienten sagen?
Peter: „Das kann doch nicht weh tun.“ Wenn Laborwerten mehr Glauben als mir geschenkt wird, werde ich wütend. Was ich auch nicht gerne höre: „Das macht jetzt bitte 250 Euro.“ (lacht)

Was würdet ihr euch als Patient bzw. Arzt vom österreichischen Gesundheitssystem wünschen?
Peter: Dass der Zugang zum System nicht erschwert, sondern erleichtert wird. Und dass an der Kommunikationsfähigkeit des Gesundheitspersonals gearbeitet wird. Das Personal ist oft am Limit und lässt das den Patienten spüren.
Tekal: Als Arzt wünsche ich mir, dass das System den Wert von Maßnahmen erkennt, die für die Kasse sehr günstig, aber trotzdem zum Teil wenig etabliert sind. Damit meine ich nicht nur Komplementärmedizin, sondern auch Ernährungsberatung, Physiotherapie oder Osteopathie. Die Kasse zahlt hier immer noch wenig im Gegensatz zu teuren Untersuchungen oder Medikamenten. Würde man solche Maßnahmen mehr anerkennen, würde das System als Ganzes viel billiger werden. 

Übersicht zu diesem Artikel:
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