Sonntag, 16. Juni 2019

10 Wege zum Glück

Ausgabe 02/2012
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Jeder von uns möchte glücklich sein. Und jeder von uns definiert Glück anders. Dennoch: Es gibt ein paar Grundregeln, wie wir mit mehr Freude durchs Leben gehen können. GESÜNDER LEBEN gibt zehn Gedankenanstöße, wie auch Sie Ihr ganz persönliches Glück finden.

Foto: Clipdealer
Der Mensch hat Gott sei Dank eine gewisse Fähigkeit, glücklich zu sein“, sagt Helmut Klien, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie in Dornbirn. Als Schüler von Viktor Frankl, dem Begründer der Existenzanalyse, der sich Zeit seines Lebens mit der Sinnfindung befasste, ist Klien überzeugt: „Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Sinn im eigenen Leben.“ Wer also das Glück finden will, sollte sich auf die Suche nach Gesundheit, Zufriedenheit und vor allem nach dem ganz persönlichen Lebenssinn machen. GESÜNDER LEBEN gibt zehn Expertentipps für mehr Sonnenschein im Leben!

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1. Gesundheit als Pfeiler des Glücks.
Schon der römische Dichter Juvenal sagte: „In einem gesunden Körper wohnt doch ein gesunder Geist“. Allerdings ist das wie mit der Frage rund um Ei und Henne – was war zuerst da? Glück oder Gesundheit? „Fakt ist: Der Mensch ist eine Einheit“, so Klien. Die Trennung zwischen Geist und Körper ist künstlich. Sind wir glücklich, fühlen wir uns körperlich wohl, denn der Körper reagiert über das vegetative Nervensystem. Es gibt aber auch Krankheiten, die Glück verhindern. Wer etwa jemals Probleme mit der Prostata oder mit dem Darm hatte, weiß: Diese Schmerzen schlagen sich sofort auf das Gemüt, machen traurig und niedergeschlagen. Daher: Achten Sie auf Ihr Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Sorgen Sie für eine ausgewogene Ernährung, machen Sie regelmäßig Bewegung. Das ist bereits ein erster Schritt auf dem Weg zum Glück.

2. Lachen und die „Erinnerungsmappe der Freude“.
Es mag oberflächlich sein, dieses lächelnde „How do you do?“ der US-Amerikaner. Dennoch berichten viele, dass ihre Stimmung in so einer Umgebung besser ist, als wenn sie es mit griesgrämigen Gesichtern zu tun haben. Noch besser: Lachen Sie selbst viel und oft – ob in der Gruppe beim Lachyoga oder indem Sie öfters in sich hineinlächeln, die Mundwinkel heben und gute Stimmung verbreiten. Auch macht es Sinn, den linken Stirnlappen zu trainieren, da liegt nämlich, wie Hirnforscher entdeckt haben, ein „Glücksareal“. Wie das geht? Rufen Sie sich angenehme Ereignisse immer wieder ins Gedächtnis. Helfen kann dabei eine „Erinnerungsmappe der Freude“: Sammeln Sie Fotos, Notizen, Eintrittskarten, Songtexte oder andere Dinge, die Sie mit schönen Begebenheiten in Verbindung bringen. Wenn Sie dann einmal das Verlangen nach ganz viel Freude haben, blättern Sie einfach durch Ihre Erinnerung!

3. Vergessen Sie Negatives!
„Es stimmt schon, dass wir im Hier und Heute dazu tendieren, negative Ereignisse stärker wahrzunehmen. Im Nachhinein ist es allerdings oft umgekehrt: Wir erinnern uns eher an positive Dinge“, sagt Klien. Wobei das freilich auch damit zu tun hat, ob man ein Optimist oder ein Pessimist ist, was wiederum teils genetisch bedingt ist, teils mit der Erziehung zusammenhängt. In jedem Fall kommt ein positiv eingestellter Mensch besser durchs Leben. Vielleicht weil er weniger zu Gefühlen wie Angst und Neid oder zu Aggressionen neigt. Oder weil er dem Negativen immer auch etwas Gutes abgewinnen kann. Übrigens: In Ihre Erinnerungsmappe können Sie auch eintragen, wann eine Situation, die Ihnen im ersten Moment womöglich den Boden unter den Füßen weggezogen hat – eine schlimme Krankheit, der Verlust des Jobs oder ein Streit in der Familie – etwas Gutes nach sich gezogen hat.

4. Werden Sie aktiv!
Bewegung hält fit: Studien belegen, dass regelmäßiges Training das Krebsrisiko senkt. Bewegung macht außerdem glücklich – indem sie die Ausschüttung bestimmter Hormone fördert, darunter jene fürs Glück, die Endorphine. Sie müssen Ihre Tage ab sofort aber nicht im Fitnessstudio verbringen oder nur mehr in den Laufschuhen unterwegs sein. Auch moderates Training beglückt.

5. Helfen Sie!
Ob Sie ab und zu ein paar Stunden in einer karitativen Einrichtung mithelfen, ob Sie sich für Menschen mit Behinderung, für Obdachlose oder für sozial schwächer gestellte Familien engagieren, ob Sie älteren Menschen zur Hand gehen oder ob Sie einfach nur die Einkäufe für Ihre Nachbarin erledigen: Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit, Ehrenamt und soziales Engagement können wichtige Lebensinhalte sein. Und, ja, auch glücklich machen. Denken Sie im Umkehrschluss nur mal an all die gierigen, selbstverliebten Menschen in Ihrer Umgebung: Ist von denen auch nur ein Einziger glücklich?

6. Warten Sie nicht auf den Geldregen.
Zahlreiche Studien belegen, dass Geld zwar glücklich macht, mehr Geld aber nicht glücklicher. „Es gibt viele Menschen, die mit wenig Geld sehr glücklich sind“, weiß auch Klien. Außerdem belegt eine Studie der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg, dass sich beispielsweise 83 %
der Italiener, 76 % der Griechen, 72 % der Spanier, aber nur 62 % der Österreicher als glücklich bezeichnen. Warten Sie also nicht auf den Geldregen. Gönnen Sie sich lieber eine Reise in den Süden und finden Sie das Glück im Hier und Jetzt.


7. Setzen Sie sich persönliche Ziele.
Auf dem Weg zum Glück liegt ganz viel Zufriedenheit. Nach Erreichung eines Ziels geht es einem eine gewisse Zeit gut. Man ist zufrieden. Irgendwann muss es freilich wieder weitergehen: Wir müssen uns ein neues, vor allem ein erreichbares Ziel setzen. Laut Klien werden Ziele leider oft von außen vorgegeben: „Man gründet eine Familie, weil es von einem erwartet wird. Man baut ein Haus, weil es von einem erwartet wird.“ Verhindern lässt sich das, indem Sie kritisch hinterfragen: Ist das auch wirklich mein Ziel? Dazu braucht es natürlich Mut. Den Mut, das zu tun, was man selbst möchte. „Es ist aber nicht egoistisch, auf seine innere Stimme zu hören, sofern ich die Folgen meines Handelns für die Umgebung mitberücksichtige“, betont der Vorarlberger Psychiater. Die innere Stimme, das Gewissen, gibt vor, was richtig ist und was uns glücklich macht.

8. Lernen Sie Ihr eigenes Glück kennen.
Glück ist etwas sehr Individuelles. Daher muss letztlich auch jeder für sich entscheiden, wie er sein Glück findet. Mehr noch: was Glück für einen persönlich bedeutet. „Glück hängt sehr stark mit den Lebensinhalten und dem Lebenssinn zusammen und diese sind nun mal von Mensch zu Mensch verschieden. Es gibt nicht den einen Sinn. Manche finden den Sinn ihres Lebens in der Familie, andere im Beruflichen und wieder andere sehen den Lebenssinn im täglichen Überleben“, erklärt Klien.

Übersicht zu diesem Artikel:
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Seite 2 Medikamente können helfen. Drogen nicht

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